Szenenfoto aus "For Eyes Only – Streng geheim".

Quelle: Eckdaten zur nuklearen Aufrüstung und Rüstungskontrolle (1941-2010)


9.9.2011
  • PDF-Icon PDF-Version (27 KB)

    Übersicht



    Die fünf im Atomwaffensperrvertrag etablierten Nuklearwaffenstaaten USA, UdSSR, Frankreich, Großbritannien und China verfügten auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges über fast 70.000 Nuklearwaffen.
    Der dialogfreie rumänische Film "Die gestohlene Bombe" aus dem Jahr 1961 bilanziert eindrücklich und mit den Mitteln der Slapstick-Komödie die Angst vor der atomaren Katastrophe.Der dialogfreie rumänische Film "Die gestohlene Bombe" aus dem Jahr 1961 bilanziert eindrücklich und mit den Mitteln der Slapstick-Komödie die Angst vor der atomaren Katastrophe. (© Arhiva Nationala de Filme)


    19451955196519751985199520002009
    USA22.28032.40028.10023.50014.00010.5009.400
    UDSSR/ Russland02006.30023.50044.00028.00020.00013.000
    Groß-
    britannien
    010310350300300185 180
    Frank-
    reich
    0032188359500450300
    China005185426400450240
    Insge-
    samt
    22.49039.04752.32368.58543.20031.53523.120
    Quelle der Daten bis 2000: http://www.atomicarchive.com/Almanac/Stockpiles.shtml

    Chronik



    9. Oktober 1941
    US-Präsident Franklin D. Roosevelt gibt den Auftrag zum "Manhattan-Projekt", einem großangelegten Forschungs- und Entwicklungsprogramm zum Bau einer Atombombe.

    11. Februar 1943
    Das Staatliche Verteidigungskomitee der UdSSR beschließt ein Programm zur Entwicklung eines Nuklearreaktors zur Herstellung von waffenfähigem Plutonium.

    16. Juli 1945
    Erster erfolgreicher Test einer Atombombe in den USA.

    6. August 1945
    Auf Anordnung von US-Präsident Harry S. Truman erfolgt der erste militärische Einsatz einer Atombombe gegen die japanische Stadt Hiroshima, drei Tage später gegen Nagasaki.

    29. August 1949 Erster erfolgreicher Test einer Atombombe in der UdSSR.

    1. November 1952
    Erster erfolgreicher Test einer Wasserstoffbombe in den USA.

    12. August 1953
    Erster erfolgreicher Test einer Wasserstoffbombe in der UdSSR.

    12. Dezember 1954
    Die US-Strategie der massiven Vergeltung (MC 14/2) soll maximale Abschreckung bei tragbarem Kostenaufwand gewährleisten; die militärischen Fähigkeiten sollen so gestaltet werden, dass die USA in der Lage sind, einen Angriff unverzüglich mit den Mitteln und an den Orten ihrer eigenen Wahl zurückzuschlagen.

    4. Oktober 1957
    Die UdSSR befördert einen Satelliten in die Umlaufbahn der Erde ("Sputnik-Schock"). Die USA befürchten, dass die UdSSR sie nun mit nuklear bestückten Interkontinentalraketen angreifen könnte.

    1. Dezember 1959
    Der Antarktis-Vertrag sieht als erstes internationales Abkommen die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone ohne Kernwaffen vor.

    30. Oktober 1961
    Größte jemals durchgeführte Explosion einer Wasserstoffbombe in der UdSSR.

    16.-28. Oktober 1962
    Nachdem die UdSSR auf Kuba Mittelstreckenraketen installiert hat, kommt es im Rahmen der Kuba-Krise beinahe zu einem Atomkrieg zwischen den USA und der UdSSR. Die Lösung der Krise erfolgt nach einem geheimen Briefwechsel, der auf sowjetischer Seite den Abzug der Raketen aus Kuba und auf amerikanischer Seite den Abzug von Raketen aus der Türkei beinhaltet.

    5. August 1963
    USA, UdSSR und Großbritannien einigen sich auf ein Atomteststopp-Abkommen.

    12. Dezember 1967
    Die NATO-Strategie der flexiblen Erwiderung (MC 14/3) löst die Strategie der massiven Vergeltung ab und bleibt bis 1991 gültig. Sie sieht im Falle eines Angriffs drei Reaktions-arten vor, die durch eine Eskalationsbereitschaft verbunden sind, nämlich Direktverteidigung, vorbedachte Eskalation und allgemeine nukleare Reaktion.

    1. Juli 1968
    Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen, dem alle Staaten der Welt beitreten sollen, wird von den USA, der UdSSR und Großbritannien unterzeichnet und tritt 1970 in Kraft.

    26. Mai 1972
    Unterzeichnung des ABM-Vertrags (Anti-Ballistic Missile, ABM) zwischen den USA und der UdSSR zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen und des SALT-I-Vertrags (Strategic Arms Limitation Talks, SALT), in dem die Zahl nuklearstrategischer Waffensysteme begrenzt wird.

    22. Juni 1973
    Abkommen zur Verhinderung eines Nuklearkriegs zwischen den USA und der UdSSR.

    18. Juni 1979
    Unterzeichnung des SALT-II-Vertrags zwischen den USA und der UdSSR, der weitere quantitative und qualitative Beschränkungen strategischer Waffensysteme vorsieht. Die Ratifizierung wird wegen des Einmarsches der Sowjetunion in Afghanistan ausgesetzt.

    8. Dezember 1987
    Unterzeichnung des INF-Vertrages (Intermediate Range Nuclear Forces, INF): USA und UdSSR einigen sich auf die Abrüstung landgestützter Mittelstreckensysteme.

    31. Juli 1991
    USA und UdSSR unterzeichnen das START-I-Abkommen zur Reduzierung der strategischen Nuklearwaffen (Strategic Arms Reduction Talks, START). Es tritt am 5. Dezember 1994 nach der Zustimmung des US-Senats in Kraft.

    3. Januar 1993
    USA und Russland unterzeichnen das Folgeabkommen START II zur Reduzierung der strategischen Nuklearwaffen. Es sieht eine weitere Halbierung der stationierten strategischen Gefechtsköpfe auf jeder Seite vor.

    24. September 1996
    Umfassender Teststoppvertrag, in dem jegliche Art von Nuklearwaffentests und anderer Formen von Nuklearexplosionen verboten wird (er wurde bislang von über 150 Staaten, aber noch nicht u. a. von USA ratifiziert).

    24. Mai 2002
    USA und Russland unterzeichnen den Moskauer Vertrag SORT (Strategic Offensive Reduction Treaty). Beide verpflichten sich, ihre strategischen Nuklearwaffen bis 2012 auf je 1.700 bis 2.200 Stück zu reduzieren.

    13. Juni 2002
    USA kündigen den ABM-Vertrag, um künftig umfassender als im Vertrag erlaubte Raketenabwehrsysteme stationieren zu können.

    8. April 2010
    USA und Russland unterzeichnen den neuen START-Vertrag (New START). Er ersetzt START I und den SORT-Vertrag. Die strategischen Trägersysteme sollen auf 700 (plus 100 Reserve) und die Gefechtsköpfe auf 1.550 reduziert werden.

    Literaturempfehlungen (Auswahl)



    Stephanie Cooke, Atom. Die Geschichte des nuklearen Irrtums, Köln 2011

    Lawrence Freedman, The Evolution of Nuclear Strategy, Hampshire/New York 32003

    John Lewis Gaddis, We Now Know. Rethinking Cold War History, Oxford 1997

    Helga Haftendorn, Deutsche Außenpolitik zwischen Selbstbeschränkung und Selbstbehauptung 1945-2000, Stuttgart/München 2001

    Joachim Krause, Strukturwandel der Nichtverbreitungspolitik. Die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und die weltpolitische Transformation, München 1998

    Uwe Nerlich, Trutz Rendtorff (Hrsg.), Nukleare Abschreckung – Politische und ethische Interpretationen einer neuen Realität, Baden-Baden 1989

    Michael Paul, Atomare Abrüstung. Probleme, Prozesse, Perspektiven, Bonn 2012 (i.E.)

    Richard Rhodes, The Making of the Atomic Bomb, New York 1986

    Michael Rühle, Gute und schlechte Atombomben. Berlin muss die nukleare Realität mitgestalten, Hamburg 2009

    Bernd Stöver, Der Kalte Krieg 1947-1991. Geschichte eines radikalen Zeitalters, Bonn 2007

    Nützliche Links



    http://www.armscontrol.de/
    http://www.atomicarchive.com/historymenu.shtml



     
  • Dossier

    Der Filmkanon

    Auf Initiative der Bundeszentrale für politische Bildung wurden 35 bedeutende Werke der Filmgeschichte zusammengestellt. Ziel war es, für das Medium Film zu sensibilisieren und der filmschulischen Bildung in Deutschland Auftrieb zu geben. Weiter... 

    Film als Teil schulischer Bildung

    Programm

    Die Tagung gliederte sich in drei Sektionen, die in thematisch verbundenen Vorträgen und Workshops jeweils einen Aspekt der Filmbildung in der Schule im Detail behandelten. Im Mittelpunkt der ersten Sektion stand die Auseinandersetzung mit dem Filmkanon der Bundeszentrale für politische Bildung sowie Möglichkeiten, mittels der Kanonfilme Filmgeschichte im Unterricht zu vermitteln. Die zweite Sektion fragte nach Methoden, filmische Techniken zu behandeln. Die dritte Sektion schließlich konzentrierte sich auf Filmästhetik und wie diese in verschiedene Fächer eingebunden werden kann. Weiter... 

    Bei der Aufarbeitung der DDR - Vergangenheit sind die Archive der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) von grundlegender Bedeutung.Dossier

    Geschichte und Erinnerung

    Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum. Weiter...