kulturelle Bildung
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Filmpädagogische Arbeit an der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen


20.12.2011
Filmbildung findet sehr erfolgreich an außerschulischen Lernorten wie Museen statt. Ein Beispiel ist die pädagogische Arbeit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen in Berlin.

Link zum Praxisbeispiel "Film in der DDR – die DDR im Film"

Schüler arbeiten in der Ständigen Ausstellung Film, Raum "... zur Gegenwart (1981 bis heute)".Schüler arbeiten in der Ständigen Ausstellung Film, Raum "... zur Gegenwart (1981 bis heute)". (© Deutsche Kinemathek )

Die technischen, inhaltlichen und ästhetischen Entwicklungen in der Welt des bewegten Bildes, sowohl in Bezug auf Film und Fernsehen als auch auf die Neuen Medien, verlaufen sehr schnell. Angesichts dessen fällt es Pädagoginnen und Pädagogen häufig schwer, sich ausreichend Medienkompetenz anzueignen, um diese im schulischen oder auch außerschulischen Kontext weiterzugeben. Zeit und Know-how sind für viele der Menschen, die im Bildungskontext arbeiten, zwei große Hürden auf dem Weg zur praktischen Verankerung von Medien- und Filmbildung in ihrer alltäglichen Bildungsarbeit.

Großer Bedarf an Auseinandersetzung mit dem bewegten Bild



Während die schulischen Lehrpläne der "Medienkompetenz" und auch spezifisch den Medien Film und Fernsehen zunehmend Platz einräumen (z.B. im Fachunterricht Geschichte und Deutsch) und deren Vermittlung fordern, wächst der Bedarf an Filmbildungs-Konzepten, die im (schulischen oder außerschulischen) Alltag realisierbar sind. Doch der Bedarf einer intensiveren Beschäftigung mit dem bewegten Bild ergibt sich nicht allein aus curricularen Vorgaben. Vielmehr ist es die Bedeutung der bewegten Bilder für den Alltag, ihre Einbettung in die Lebenswelt besonders jüngerer Menschen, die sowohl die Auseinandersetzung mit den Medien als auch deren Integration in die Bildungsarbeit unbedingt erforderlich machen. Dabei geht es nicht allein um die Auseinandersetzung mit den technischen Aspekten der Medien und den filmpraktischen Einsatz. Es geht vielmehr auch um die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Filmen, als Kunstwerken und Produkten ihrer Zeit, mit einem spezifischen Entstehungskontext, einer impliziten oder expliziten Verarbeitung historischer und politischer Ereignisse uvm. Filme können, sofern sie als Quelle ernst genommen werden, dem kritischen Betrachter weitaus mehr erzählen, als es Drehbuchautor und Regisseur womöglich zum Produktionszeitpunkt vorgesehen haben – genau letzterer Aspekt kann von besonderem Interesse sein.

Methodensteckbrief

Kurzbeschreibung Kleingruppen recherchieren ausgewählte Aspekte der Alltags- und Filmgeschichte der DDR. Gearbeitet wird mit Ausstellungexponaten, Filmausschnitten und weiteren Quellenmaterialien. In Einstiegs- und Abschlussdiskussionen werden die Themen besprochen und Rechercheergebnisse zusammengetragen. Grundwissen zur allgemeinen DDR-Geschichte ist dabei erforderlich.
ZieleGrundzüge der Alltags- und Filmgeschichte der DDR sowie Möglichkeiten kritischer Medienanalyse werden vermittelt.
Teilnehmerzahl20-30 Personen
AltersstufeSek I und II
Zeitbedarf 3 Std.
RaumSeminarraum und Ausstellungsräume des Museums für Film und Fernsehen Berlin
Benötigte Ausstattung / Materialien Projektionstechnik
Filmausschnitte
Arbeits- und Quellenmaterialien
Sparte / Bereich / Feld Film / Video/ TV
Neue Medien

Vorteile außerschulischer Lernorte



Die Nachfrage nach Fortbildungsmöglichkeiten, nach fachlich und pädagogisch geschulten Personen, aber auch der Bedarf an alltagstauglichen Konzepten hat stark zugenommen. Ansprechpartner sind häufig externe Fachleute und Bildungsabteilungen der außerschulischen Lernorte, denn manch ein Thema lässt sich außerhalb der schulischen Räume und fern regulärer Unterrichtsformate abwechslungs- und kenntnisreicher aufbereiten. Neben einem Fundus an themenbezogenen Materialien – so im Falle der Deutschen Kinemathek die Ausstellungsexponate sowie die Bestände aller Sammlungen und Archive – sind es kreative Konzepte und ein engagiertes pädagogisches Personal, die außerschulische Lernorte mit ihren vielfältigen Bildungsangeboten zu optimalen Orten filmischer Bildungsarbeit machen. Hier werden Anregungen bei der filmpädagogischen Arbeit ebenso geboten wie erprobte pädagogische Konzepte, die Privatgruppen, Schulen und Universitäten ansprechen.

Als Institution, die im gesamten Bundesgebiet und auch darüber hinaus Ansprechpartner für Fragen der Filmbildung ist, hat die Deutsche Kinemathek in den vergangenen Jahren ein umfassendes Bildungsangebot erarbeitet, das den Interessen sowie den Bedürfnissen vielfältiger Zielgruppen gerecht wird. Das bewegte Bild fasziniert insbesondere junge Menschen und ist zunehmend mit ihrem Alltag verwoben, über das Internet im Allgemeinen und Social Media sowie entsprechend attraktive Hardware im Besonderen. Doch alle Altersgruppen und nahezu alle gesellschaftlichen Schichten interessieren sich für Ästhetik und Technik, Filmsprache und Filmpraxis sowie Geschichte und Gegenwart der Medien, oder für eine der vielen weiteren Facetten des bewegten Bildes. Der Faszination für das bewegte Bild muss daher ebenso entsprochen werden wie dem gesellschaftlichen Bedürfnis, einen differenzierten Umgang – insbesondere mit den Medien Film und Fernsehen - zu schaffen. Neben oder sogar anstelle des reinen Konsums bewegter Bilder kann eine kritische und reflektierte Auseinandersetzung treten. So widmet sich beispielsweise das Filmbildungsprojekt der Deutschen Kinemathek "Sehen lernen – bewegte Bilder in Schule und Museum" seit 2008 der Frage, wie das bewegte Bild sowohl innerhalb als auch außerhalb der schulischen Lehrpläne stärker in der Bildungsarbeit verankert und dort differenzierter behandelt werden kann.


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„La Sarraz“ – Mediencollage von Lutz Dammbeck, Kulturhaus „Nationale Front“, Leipzig, 24. Juni 1984 (Szene, Ablaufplan, Regie: L. Dammbeck; Tanz: Fine; Filme: Teile von „Hommage à La Sarraz“, eine Collage alter deutscher Heimfilme, 16mm Fassung der Videoaufzeichnung der Herakles-Proben; Kamera: Thomas Plenert; Regie/Schnitt: L. Dammbeck; Diamaterial: L. Dammbeck; Musik: Life Jazz Lothar Fiedler, Hansi Noack, Gottfried Rößler, Thomas Hertel; Aufbau/Kaschur/Malaktion: Olaf Wegewitz, Hans Hendrik Grimmling, L. Dammbeck; Projektion: Dietrich Oltmanns, Norbert Wagenbrett), Foto: Karin Plessing
1982 hatte Lutz Dammbeck mit der Arbeit am Herkakles-Konzept als Szenarium für einen Experimentalfilm begonnen; nach der Ablehnung durch die DEFA entwarf er es als Rauminszenierung und Mediencollage neu. Mit seinen auf der Grundlage dieses Konzeptes entwickelten multimedialen Inszenierungen „La Sarraz“, „Herakles“ und „Realfilm“ näherte sich Dammbeck der deutschen Vergangenheit und der politischen und sozialen Realität in der DDR. Er wandte sich „dem Thema Faschismus“ zu, weil er für seine Generation die Möglichkeit sah, „unbelastet und scheinbar naiv nach beunruhigenden Phänomenen zu fragen. Fragen zum Beispiel nach Ursachen für die Fazination des Nazismus, nach der Wirkung der von ihm geweckten Bilder und Emotionen, bis in die Gegenwart hinein“. (L. D.)Dossier

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