Sound des Jahrhunderts - Dossierbild

Kapitel 2 / 1919 bis 1933

Die Roaring Twenties - laute und dröhnende Jahre: Revolution, Sprechchöre und Kampflieder. Telegraphie, Telefonie, Schallplatte und Radiowellen. Massenmedialer Klang. Maschinenklänge, Jazz, Schlager, Filmmusik und Großstadtlärm. Der Sound der Zeit von 1919 bis 1933 war schillernd und geräuschvoll.


Zum Anhören: Die Sounds der Zwanziger Jahre

Drei junge Männer in Badehosen und mit Kopfhörern liegen rund um ein Detektorradio vor ihrem Zelt in der Lobau. Um 1925

Gerhard Paul

Klangwelten der Moderne

Wie schon das Etikett der "Roaring Twenties" signalisierte, waren die 1920er Jahre ein lautes und lärmendes Jahrzehnt. Ihr Kennzeichen: die Politisierung von Musik und Klang. Die gewiss folgenreichsten medientechnischen Innovationen waren dabei das Radio, die Fortschritte der Mikrofon- und Lautsprechertechnik und die Verbreitung von Schallplatte und Tonfilm. Weiter...

Der Komponist Arthur Honegger im Jahr 1927 in England auf einer LNER Lokomotive.

Wolfgang Rathert

Fabriksirenen, Nebelhörner, Dampfbootpfeifen

Das Geräusch drängt sich vor den Ton. Die Maschine hält Einzug in die Tonkunst. Die Musik des 20. Jahrhunderts fand ein faszinierendes Spektrum von Lösungen, das von der Nachahmung realer Maschinengeräusche über symbolische Umsetzungen gesellschaftlicher Verhältnisse bis zur völligen Abstraktion in elektronischen Klängen reichte. Weiter...


Galerie: Politiker sprechen ohne Mikrofon

Beim 14. Sechstagerennen im Berliner Sportpalast im März 1925 stehen die Fahrer am Start.

Daniel Morat

Sport und Vergnügungskultur

Seit 1923 ist der beliebte Sportpalastwalzer die Erkennungsmelodie des jährlich im Berliner Sportpalast stattfindenden Sechstagerennens. Der Refrain wird mitgeklatscht und mitgepfiffen. Das Lied steht für die enge Verbindung, die Zuschauer, Sport und Vergnügungskultur im 20. Jahrhundert eingegangen sind. Weiter...

Um 1948: Werbefunk im Haus des Rundfunks, Berlin. V.l.n.r.: o.A., Karl Haas, Toblina Gondy, Werner Fink, Hildegard Müller und Georgia Holl im Studio.

Hans-Ulrich Wagner

Achtung, Aufnahme!

Das Mikrofon sei "ein grausames kleines Ding", das jeden Fehler des stimmlichen Ausdrucks noch verstärke, schrieb 1952 der ehemalige Berliner Intendant Carl Hagemann. Rundfunkmacher erkannten schnell die Bedeutung des neuen Instruments, das Schallwellen in elektrische Schwingungen umwandelt, und waren fasziniert von den neuen Möglichkeiten. Weiter...

Paar beim Radiohören - Foto auf der Rueckseite handschriftl. datiert 4.11.1928, digital koloriert.

Hans-Ulrich Wagner

Hallo! Hallo! Hier Radio!

Rundfunkschlager, Pausenzeichen, Hymnen und Jingles – diese klingenden und tönenden Visitenkarten sind untrennbar mit der Geschichte des Rundfunks verbunden. Durch ihren ständigen Einsatz, ihre leichte Erkennbarkeit und ihre Eingängigkeit übernehmen sie nach wie vor eine identitätsstiftende Rolle. Weiter...


Galerie: Werbung für den Rundfunk

Premiere des Films The Jazz Singer - eines der ersten erfolgreichen Tonfilme der Filmgeschichte

Claudia Bullerjahn

The Jazz Singer

Das Erscheinen des Films The Jazz Singer kam einer Revolution gleich. Relativ schnell brach die Stummfilmproduktion ein und Kinotheater wurden auf Tonfilmtechnik umgerüstet. So trug der FIlm dazu bei, das eigentlich gar nicht so neue Medium Tonfilm auf dem Markt zu etablieren. Weiter...

Gertrud van Eyseren; die erste weibliche Rundfunk-Ansagerin in Berlin. Um 1932.

Claudia Schmölders

Frauen sprechen hören

Bis zur Jahrhundertmitte sind die weiblichen Stimmen fast immer unterrepräsentiert, gemessen an der Rolle, welche Frauen in Kunst, Kultur und Politik spielten. Die Ausblendung der weiblichen Sprechstimme in den akustischen Medien spiegelt sich auch in der wissenschaftlichen Forschung. Woran liegt das? Weiter...

Standbild aus dem Film "Metropolis" von Fritz Lang (1927)

Ralph Schock

Rumm rumm haut die Dampframme

Schriftsteller gelten (wie Musiker) als besonders lärmempfindlich. Allerdings lässt sich in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts etwas Neues konstatieren: Autoren, Musiker und bildende Künstler begrüßten Lärm als Indikator der Moderne. Akustische Ereignisse traten als eigenständige Erzählung in einen literarischen Text ein. Weiter...

Joséphine Baker im berühmten "Bananenröckchen" in der Pariser Revue "La Folie Du Jour", Folies-Bergère, 1926.

Carolin Stahrenberg

Roaring Twenties

Wie klang die populäre Musik der 1920er Jahre? Tanzmusik und Schlager bahnten sich ihren Weg in Tanzpaläste, Bars und Caféhäuser. Revuen und Cabarets etablierten sich. Daheim kratzte die Nadel auf der Schallplatte und der Radioapparat rauschte. Tango, Boston und Onestep, Foxtrott, Shimmy und Charleston brachten die Menschen in Bewegung. Weiter...


Galerie: Frauen sprechen hören

Die Operndiva Maria Callas probt am 15. Juni 1959 am Londoner Royal Opera House für die Titelrolle der "Medea".

Jürgen Kesting

In Klängen denken

Maria Callas, Enrico Caruso und Fjodor Schaljapin. Dietrich Fischer-Dieskau, Alfred Deller, Rosa Ponselle oder Titta Ruffo. Gesangsstimmen gehen uns nah, sie berühren uns. In ihnen klingen ästhetische Vorstellungen und moralische Normen, soziale und symbolische Ausdrucksformen. Weiter...

Fotomontage aus "Berlin, die Sinfonie der Großstadt" (Walter Ruttmann, 1927)

Daniel Morat

Die Sinfonie der Großstadt

Die berühmteste Darstellung der vielstimmigen Geräuschwelt Berlins in den 1920er Jahren war ein Stummfilm: Walter Ruttmanns Berlin – Die Sinfonie der Großstadt von 1927. Besonders der Lärm des Verkehrs und des öffentlichen Lebens war auch in anderen industrialisierten Großstädten der Welt ein viel diskutiertes Thema. Weiter...

Filmplakat zum Film "Der blaue Engel" - 1930

Volker Kühn

Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt

Marlene Dietrichs kess vorgetragener Song Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt aus dem Film Der blaue Engel geht um den Globus und wird zum Evergreen. Ein unüberhörbar erotischer Akzent in der Klangwelt des letzten Jahrhunderts. Weiter...

Nationalpolitische Lehranstalt (NapoLa) Potsdam - Spielmannszug, 1941.

Hanns-Werner Heister

Politische Kampflieder

Lieder, die direkt zum Kampf gegen oder für etwas aufrufen. Lieder der Klage, der Anklage und Trauer. Sie alle sind jeweils spezifischen Strömungen, Institutionen oder Kollektiven zugeordnet. Sie wirken als Ausdruck und zur Bekräftigung von Gruppenidentitäten und dienen der Propaganda und Agitation zwischen Überwältigen, Überreden und Überzeugen. Weiter...