Zukunft Bildung

Wie wir lernen

Alles, was wir wissen und können, haben wir irgendwann gelernt: ob Fahrradfahren, Bruchrechnen oder ein Smartphone zu bedienen – sogar das Lernen selbst. Manches lernen wir beiläufig, anderes müssen wir uns unter Anleitung schrittweise erarbeiten. Dafür gibt es Bildungseinrichtungen wie die Schule. Nach wie vor finden sich in fast jedem Klassenzimmer Tischreihen, Lehrerpult und Tafel. Aber unsere Vorstellungen von Lehr- und Lernprozessen haben sich grundlegend gewandelt. Lange galt das Lernen als passiver Vorgang: Der Lernende nimmt das vom Lehrer vermittelte Wissen auf und speichert es in seinem Gedächtnis. Heute betont die Forschung dagegen, dass Wissen nicht einfach übertragen wird. Es muss in unserem Gehirn neu geschaffen und mit unserem Vorwissen verknüpft werden. Erst dann entsteht Wissen, das flexibel auf neue Situationen anwendbar ist. Dem veränderten Verständnis des Lernens folgt zunehmend auch ein anderes Verständnis des Lehrens: Der Frontalunterricht mit dem Lehrer als Wissensvermittler wird den individuellen Lernprozessen der Schüler nicht immer gerecht. Doch was bedeutet das für die Schule und andere Bildungseinrichtungen, in denen das Lernen für viele Schüler gleichzeitig organisiert werden muss? Was wissen wir über die Erfolgsbedingungen des Lehrens und Lernens?

Mit Wasserschlauch und Eimer spielendes Kind

Ulrich Herrmann

Lernen ohne Lehre

Ob als Kleinkind auf dem Spielplatz oder als Schüler in der Schule – das Gehirn lernt immer auf die gleiche Weise: Lernen durch Umgang und Erfahrung ist der Prototyp des Lernens. Wie unser Gehirn Informationen aufnimmt und zu sinnvollen Gedächtnisinhalten zusammenfügt, untersuchen nicht nur Neuropsychologie und Neurobiologie. Weiter...

Schüler im Russischunterricht 1956. Während der Lehrer die Lerninhalte an die Tafel schreibt, müssen die Schüler aufmerksam zuhören.

Ulrich Herrmann

Die Geschichte des Lernens mit Lehre

Die Ziele und Formen des Lernens in der Schule sind heute andere als früher. Neue Bildungsideale, innovative pädagogische Ansätze und wissenschaftliche Erkenntnisse gaben immer wieder Anlass, die gängige Lehr-Lern-Praxis zu überdenken. Über die Zeit verlor das Stoffpauken an Bedeutung, im Vordergrund steht nun der Erwerb von Kompetenzen. Weiter...

Unterricht am iPad

Ulrich Herrmann

Zwischenruf: Lernen im digitalen Zeitalter

Internet, Tablets, interaktive Whiteboards und Smartphones verändern auch die Schule: Sie revolutionieren den Zugang zu Informationen. Damit ist der Lehrer weniger als Wissensvermittler gefragt, umso mehr aber als Lernbegleiter, der seine Schüler beim kritischen und produktiven Umgang mit der Informationsflut unterstützt. Weiter...

Bildungsforscherin Prof. Dr. Elsbeth Stern (ETH Zürich) Im Gespräch mit alpha forum-Moderator Jochen Kölsch zum Thema "Intelligenz"

Interview mit Bildungsforscherin Prof. Dr. Elsbeth Stern

Was ist Intelligenz?

Wird Intelligenz vererbt? Macht Lernen intelligent? Wie funktionieren Intelligenztests? Und was ist überhaupt Intelligenz? Die Psychologin Prof. Dr. Elsbeth Stern gibt in der Sendung "alpha forum" (BR) Antworten auf diese und weitere Fragen. Weiter...

Link: Kurzfilme

Wie lernt unser Gehirn?

Wie lernen wir eigentlich? Wie kommt das, was wir sehen, riechen, schmecken, hören und fühlen in unser Gehirn und warum ist es so anstrengend, wenn wir uns konzentrieren? Ilka aus der Mark und Ismeni Walter erklären in kurzen Filmen für den WDR, was in unserem Gehirn passiert. Weiter...

Eine Lehrerin spricht mit ihrer Schülerin. Reden gehört auch dazu: Eine gute Lehrkraft muss vieles beachten.

Olaf Köller, Hilbert Meyer

Vom guten Unterricht zur guten Lehrperson

Gibt es ein Patentrezept für guten Unterricht? Diese Frage beschäftigt die Bildungsforschung nicht erst seit der Hattie-Studie. Wie gut das Lernen in der Schule gelingt, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Doch kaum etwas ist wichtiger als das Handeln der Lehrperson. Weiter...

TED-Talk von Sugata Mitra: Selbstgesteuertes Lernen



Der Erziehungswissenschaftler Sugata Mitra widmet sich einem der großen Probleme im Bildungsbereich: die besten Lehrerinnen und Schulen sind nicht dort, wo sie am meisten gebraucht werden. In einer Reihe von Vor-Ort Experimenten, von Neu Delhi bis Südafrika, ermöglichte er Kindern selbstbestimmten Zugriff auf das Internet, und kam zu Ergebnissen, die unsere Auffassung vom Unterrichten revolutionieren könnten.

Copyright: Creative Commons BY-NC-ND, www.ted.com Weiter...

Titel: Rechenunterricht bei den Zweitklässlern
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Fotograf Bernd Weissbrod

Beate Wischer, Matthias Trautmann

Individuelle Förderung:
Ideen, Hintergründe und Fallstricke

Lernende unterscheiden sich in ihren Voraussetzungen und Bedürfnissen. Daher scheint es folgerichtig, Lernprozesse individuell zu gestalten. Pädagogen und Bildungspolitiker fordern sie schon länger, die "Individuelle Förderung", und auch Schulen werben vermehrt mit ihr. Aber was ist das genau? Und warum lässt sie sich so schwer umsetzen? Weiter...

Titel: 700 Wörter für Viertklässler werden zur Pflicht
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Fotograf: Patrick Pleul
Notiz zur Verwendung: (c) dpa
Caption: ARCHIV - Ein Schüler in Frankfurt (Oder) meldet sich im Unterricht,
aufgenommen am 14.01.2009. Die Lese- und Schreibkenntnisse vieler
Schüler in Brandenburg lassen zu wünschen übrig. Bildungsministerin Münch
(SPD) zieht die Zügel an

Beate Wischer, Matthias Trautmann

Individuelle Förderung:
Gestaltungsmöglichkeiten

Wie lässt sich der Anspruch auf Individuelle Förderung einlösen? Welche Ziele, Strategien und Maßnahmen gibt es? Welche Schwierigkeiten treten bei der Umsetzung auf und was kann man daraus für die Gestaltung der Individuellen Förderung an Schulen lernen? Weiter...

Schüler sitzt niedergeschlagen auf der Treppe. Schlechte Noten bedeuten für viele Schülerinnen und Schüler am Ende des Schuljahres: "Sitzen geblieben".

Klaus Klemm

Klassenwiederholung

Etwa 160.000 Schüler sind im Schuljahr 2011/12 in Deutschland sitzen geblieben. Für die öffentlichen Haushalte bedeutet das vor allem: Kosten in Millionenhöhe. Und bei den Schülern führt das oft zu noch schlechteren Leistungen. Angesichts dieser Sachlage sollten Ansätze, die auf Prävention statt auf Reparatur setzen, stärker beachtet werden. Weiter...

Interaktive Grafik

Das deutsche Bildungssystem:
Bildungseinrichtungen, Übergänge und Abschlüsse

Interaktive Grafik: Das deutsche Bildungssystem. Grafik: Benjamin ErfurthInteraktive Grafik: Das deutsche Bildungssystem. Grafik: Benjamin Erfurth, 23.7.2013 (© bpb)

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Wo findet Bildung statt?

Kurz-Interviews

Eine Frage - viele Antworten:
Wo findet Bildung statt?

Ist doch klar, Bildung findet in der Schule statt. Oder ist es nicht ganz so einfach und wir müssen unseren Blick weiten? Wir haben Schülerinnen und Schüler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrende und Erziehende gefragt und zehn ganz unterschiedliche Antworten erhalten. Weiter...

Titel: Father and son planting in rows
Bildrechte: Bitte Einschränkungen der Handelsrechte beachten!/Keine
Weitergabe an Drittverwerter./Modelfreigabe vorhanden./Royalty free: Bei
werblicher Verwendung Preis auf Anfrage/Verwendung weltweit
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Fotograf: Hybrid Images
Notiz zur Verwendung: picture alliance/Cultura RF
Caption: Father and son planting in rows

Thomas Rauschenbach

Bildungsorte - Lernwelten

Die Schule ist ein zentraler, aber längst nicht der einzige Ort für Bildungsprozesse. Hier werden vor allem Faktenwissen, Schriftsprache und elementare Grundbildung vermittelt, doch die Bildung der Persönlichkeit, das praktische wie auch das soziale Lernen eher wenig gefördert. In dieser Perspektive gewinnt die Alltagsbildung an Bedeutung - besonders weil diese die Entstehung von sozialer Ungleichheit beeinflusst. Weiter...

  • Was ist Bildung?

    "Bildung ist ein menschliches Grundrecht. Sie ist der Schlüssel zu nachhaltiger inner- und zwischenstaatlicher Entwicklung, Frieden und Stabilität und somit unverzichtbares Mittel für eine erfolgreiche Beteiligung an den Gesellschaften und Ökonomien des 21. Jahrhunderts (...)."

    Erklärung des Weltbildungsforums Dakar, Senegal, 26. - 28. April 2000
  • Was ist Bildung?
    Marie Curie.

    "Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr."

    Marie Curie (1867-1934) polnisch-französische Physikerin, Nobelpreis für Physik 1903, Nobelpreis für Chemie 1911
  • Was ist Bildung?
    Aristoteles, griechischer Philosoph (384 - 322 v. Chr.)

    "Die Wurzeln der Bildung sind bitter, ihre Früchte aber sind süß."

    Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) griechischer Philosoph
  • Was ist Bildung?
    Ein Portrait der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren (1907 - 2002).

    "Alles, was an Großem in der Welt geschah, vollzog sich zuerst in der Phantasie eines Menschen, und wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen. Deshalb brauchen Kinder Bücher, an denen ihre Phantasie wachsen kann."

    Astrid Lindgren (1907-2002) schwedische Schriftstellerin
  • Was ist Bildung?
    Epiktet, griechischer Philosoph (50 - ca. 138 n. Chr.)

    "Sich zu bilden heißt, lernen zu wollen, wie alles geschieht."

    Epiktet (50 - ca. 138 n. Chr.) griechischer Philosoph
  • Was ist Bildung?
    Rosa Luxemburg

    "Man lernt am schnellsten und besten, indem man andere lehrt."

    Rosa Luxemburg (1871-1919) politische Aktivistin und Autorin
  • Was ist Bildung?
    Galileo Galilei, italienischer Naturwissenschaftler, Mathematiker und Philosoph (1564-1642)

    "Ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der so unwissend war, dass ich nichts von ihm lernen konnte."

    Galileo Galilei (1564 - 1642) italienischer Naturwissenschaftler, Mathematiker und Philosoph
  • Was ist Bildung?
    Indira Ghandi

    "Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den unaufmerksamsten Schülern."

    Indira Gandhi (1917-1984) Politikerin und Premierministerin Indiens (1966-1977 und 1980-1984)
  • Was ist Bildung?
    Howard Florey, britischer Pathologe und Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie (1898 - 1968)

    "Niemand, der hier am Tisch sitzt, wäre fähig, eine Frittenbude zu führen."

    Howard Florey (1898 - 1968) zum leitenden Lehrkörper des Queen’s College in Oxford, dem er als Dekan angehörte; britischer Pathologe und Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie
  • Was ist Bildung?
    Eleanor Roosevelt 1947 bei den Vereinten Nationen.

    "Niemand kann alles lernen, was er wissen muss. Bildung gibt uns das notwendige Handwerkszeug, um das Lernen zu erlernen. Ziel aller Bildung (...) ist es, dass wir uns jederzeit das Wissen aneignen können, das wir brauchen."

    Eleanor Roosevelt (1884-1962) Menschenrechtsaktivistin, Diplomatin und First Lady der USA von 1933 bis 1945
  • Was ist Bildung?
    Herbert Spencer, britischer Philosoph und Soziologe (1820 - 1903)

    "Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen sondern Handeln."

    Herbert Spencer (1820 - 1903) britischer Philosoph und Soziologe
  • Was ist Bildung?

    "Bildung bedeutet im Grunde, den Anteil des Bewussten gegenüber dem Unbewussten zu steigern."

    Sylvia Ashton-Warner (1908-1984) neuseeländische Autorin, Malerin und Lehrerin
  • Was ist Bildung?
    Leonardo da Vinci, italienischer Universalgelehrter (Maler, Bildhauer, Architekt, Naturwissenschaftler) (1452 - 1519)

    "So wie das Essen ohne Lust der Gesundheit schädlich wird, so verdirbt das Lernen ohne Wissbegier das Gedächtnis und behält nichts von dem, was es auffängt."

    Leonardo da Vinci (1452 - 1519) italienischer Universalgelehrter (Maler, Bildhauer, Architekt, Naturwissenschaftler)
  • Was ist Bildung?
    Helen Keller

    "Das höchste Ziel von Bildung ist Toleranz."

    Helen Keller (1880-1968) US-amerikanische taubblinde Schriftstellerin
  • Was ist Bildung?
    Karl Popper, österreichisch-britischer Wissenschaftstheoretiker (1902 - 1994)

    "Durch unser Wissen unterscheiden wir uns wenig, in unserer grenzenlosen Unwissenheit aber sind wir alle gleich."

    Karl Popper (1902 - 1994) österreichisch-britischer Wissenschaftstheoretiker
  • Was ist Bildung?
    Natalia Ginzburg

    "Nicht zu früh und nicht zu spät; das Geheimnis von Bildung liegt darin, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, die Dinge zu tun."

    Natalia Ginzburg (1916-1991) italienische Autorin, Bühnenschriftstellerin und Politikerin
  • Was ist Bildung?
    Yehudi Menuhin, US-amerikanischer Violonist und Dirigent

    "Es ist letzten Endes unser Nichtwissen, das unser Handeln bestimmt, und nicht unser Wissen."

    Yehudi Menuhin (1916 - 1999) US-amerikanischer Violonist und Dirigent
  • Was ist Bildung?
    Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller und Apotheker (1819 - 1898)

    "Wissen ist gut, als Unterstützung, Förderung und Aufklärung im Praktischen; wenn es aber die Praxis ersetzen soll, ist es keinen Schuss Pulver wert."

    Theodor Fontane (1819 - 1898) deutscher Schriftsteller und Apotheker
  • Was ist Bildung?
    Peter Ustinov, britischer Schauspieler, Regisseur und Autor, Sonderbotschafter der UNICEF (1921 - 1951)

    "Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen. Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, dass die Zelle anständig möbliert ist."



    Peter Ustinov (1921 - 2004)
    britischer Schauspieler, Regisseur und Autor, Sonderbotschafter der UNICEF
  • Was ist Bildung?
    Ein Schwarz-Weiß-Foto des Schriftstellers Kurt Tucholsky 1928 in Paris.

    "Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre lang schlecht machen."

    Kurt Tucholsky (1890 - 1935) deutscher Journalist und Schriftsteller
  • Was ist Bildung?
    Edward Wood Lord Halifax, britischer Staatsmann (1881 - 1951)

    "Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn wir vergessen haben, was wir gelernt haben."

    Edward Wood Lord Halifax (1881 - 1951) britischer Staatsmann
  • Was ist Bildung?
    Oscar Wilde, irischer Schriftsteller (1854 - 1900)

    "Bildung ist etwas Wunderbares. Doch man sollte sich von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass wirklich Wissenswertes nicht gelernt werden kann."

    Oscar Wilde (1854 - 1900) irischer Schriftsteller
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Das Dossier "Zukunft Bildung" soll wachsen. Im Laufe der nächsten Wochen und Monate finden Sie hier weitere Texte, Videos und Grafiken rund um das Thema Bildung.