LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Liberty Media Corp.

Umsatz 2011: $ 12,640 Mrd. (€ 9,080 Mrd.)

Geschäftsfelder

Die Hauptaktivitäten von Liberty Media lassen sich in die drei Geschäftsfelder Shopping-Sender und Verkaufsaktiväten über das Internet, Kabelnetze und Programmangebote zusammenfassen.

Homeshopping-TV / Internet: Das Herzstück von Liberty Media ist das Homeshopping-TV. An den Gewinnen der Liberty Media Interactive hat der Sender QVC einen Anteil von über 90 Prozent. Aufgrund der zweistelligen Umsatzzuwächse konnte Liberty Media bereits 2002 die 1,1 Milliarden US-Dollar-Schulden der QVC-Übernahme aus dem Jahr 1995 tilgen. QVC, inzwischen hundertprozentige Tochter der Liberty Media (2003 kaufte Liberty die übrigen 56% für 7,9 Milliarden USD von Comcast),erreichte 2006 einen Rekordumsatz von 7,1 Milliarden US-Dollar, was einer Umsatzsteigerung von 9,2% gegenüber dem Vorjahr entsprach. Zwar hat sich der Umsatz 2008 in den USA und Großbritannien leicht rückläufig entwickelt, in Deutschland und Japan konnten die Umsätze aber um 10 beziehungsweise 25 Prozent zulegen. Es ist allerdings zu erwarten, dass die Wirtschaftskrise, die zunächst vor allem auf die Umsätze in den USA und Großbritannien durchgeschlagen ist, auch in Deutschland und Japan zumindest das Wachstum verlangsamen wird. QVC ist eines der größten Multimedia-Versandhandelsunternehmen der Welt. Seine Sender werden von über 160 Millionen Haushalten weltweit empfangen. Die Website des Unternehmens, wird von Branchenexperten als einer der besten Internetauftritte für den Versandhandel eingestuft. Das Unternehmen ist in Großbritannien, Deutschland und Japan vertreten und hat in seiner 20-Jährigen Geschichte inzwischen fast eine Milliarde Pakete an seine Kunden verschickt. Das Homeshopping spielt strategisch eine wichtige Rolle, denn es soll mit seiner direkten Kundenansprache und der konzerneigenen Möglichkeit des Vertriebs, sowie der Crosspromotion über das Internet, längerfristig die drohenden Verluste aus dem regulären Werbemarkt ersetzen. Die enormen Gewinne, die mittlerweile auch die Spötter des "Primitiv-TVs" verstummen lassen, machen QVC nicht nur zu einer der größten und rentabelsten Medienmarke weltweit, sondern ermöglichen auch im größeren Maßstab Schuldenabbau, Übernahmeaktivitäten und Aktienrückkaufe der gesamten Liberty Media Corp.

Programminhalte/Programmvertrieb: Die Starz Entertainment Group LLC (SEG) ist einer der führenden Anbieter von Premium-Programmen, die über Kabel- und Satelliten-Plattformen in den USA vertrieben werden. Allein ihre "Flaggschiff-Marken" Starz und Encore zählen insgesamt 42,8 Millionen Abonnenten (15,5 Mio. Starz; 27,3 Mio. Encore). Die SEG sendet jeden Monat mehr als 1000 Filme auf insgesamt 16 thematisch spezialisierten Pay-TV-Kanälen. Stetig steigende Abonnentenzahlen sorgten 2006 für einen Umsatz von über 1 Milliarde US-Dollar, ein Umsatzwachstum von mehr als vier Prozent gegenüber 2004. Dienlich sind dem Konzernstrategen John Malone bei seinem Programmangebot insbesondere die Kooperationen mit starken Inhalte-Partnern wie zum Beispiel Disney. Im Jahr 2003 wurde Starz Entertainment der exklusive Pay-TV Anbieter von Walt Disney Pictures. 2007 verklagte Liberty Media, exklusiver Lizenznehmer von Disney-Programmen im Pay-TV, den Mäusekonzern, weil Disney Inhalte auf anderen digitalen Plattformen wie iTunes angeboten hatte. Bei dem Prozess ging es um mehr, als nur eine mögliche Verletzung des Lizenzvertrages. Es ging um die frühe Eroberung möglicherweise lukrativer Internet-Entertainment-Claims. Denn auch Liberty Media versucht die Erlöse aus den "klassischen" Pay TV Abonnements mit Video-on-demand-Services wie Starz HDTV und StarzOnDemand weiter auszubauen. Dem erfolgreichen Apple Music- und neuerdings auch Filmstore iTunes wollte Starz mit seinem Videoangebot Vongo Konkurrenz machen. Allerdings bediente Vongo nur Windows-Geräte. Im September wurde Vongo eingestellt und durch den On-Demand-Service Starz Play ersetzt. Starz Play bietet Filme und Serien für eine monatliche Flatrate zum Download an.

John Malones Beteiligung an der erfolgreichen Doku-Marke Discovery sind in der Discovery Holding Company (DHC) gebündelt. Im März 2005 wurde die Discovery Holding durch einen Spin-Off von ihrem Mutterunternehmen Liberty Media getrennt und als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht.John Malone hielt 29% der stimmberechtigten Anteile und war Chairman und CEO der Discovery Holding. 2008 wurde die Holding in die Aktiengesellschaft Discovery Communications eingebracht, die Aktionärsstruktur blieb aber im Wesentlichen unverändert. Die Unternehmensstrategie der Discovery Holding Company liegt in der eindeutigen Fokussierung auf das umsatzstarke non-fiktionale Fernsehen der Marke Discovery, die derzeit in 170 Ländern vertreten ist und fast 1,4 Milliarden Abonnenten erreicht. Außerdem hält Liberty Media Beteiligungen an mehreren Produktionsfirmen. Das sind neben 11% am Branchenriesen Hallmark Entertainment auch kleinere Beteiligungen wie zum Beispiel eine 67% Anteil an dem Doku- und Newsproduzenten Mac Neil/Lehrer Productions.

Internationale Kabelnetze: Liberty Media, einst aus TCI hervorgegangen, ist noch immer ein gigantischer Kabelnetzbetreiber. Allerdings spielt sich das Kabelgeschäft inzwischen außerhalb der USA ab. 2004 lagerte Liberty Media die Auslandsgeschäfte in die Liberty Media International aus, die ein Jahr später mit dem Kabelriesen UnitedGlobalCom (UGC) zu Liberty Global fusionierte. Liberty Global ist nach der Fusion einer der größten Breitbanddienst-Betreiber außerhalb der USA. Malone ist Chairman der Liberty Global und hält einen Großteil der stimmberechtigten Aktien. Das Unternehmen ist in West- und Osteuropa mit den Firmen UPC (Kabelnetze) und Chellomedia (Spartensender) aktiv. Liberty Media betreibt unter anderem Kabelnetze und -Sender in Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Ungarn, den Niederlanden und der Schweiz. Außerdem ist Liberty Global in Lateinamerika und Japan präsent. Insgesamt versorgt Liberty etwa 13 Millionen Haushalte mit Kabeldiensten. Unter anderem hält Liberty Global 37% der Anteile an der Jupiter Telecommunications Company, J-Com, mit 1,93 Milliarden Dollar Umsatz 2006 der größte Kabelnetzbetreiber Japans. J-Com erreicht mit seinem "Triple-Play"-Angebot, das Video, Sprache (Telefonie) und Datentransfer (wie etwa On-Demand-Dienste) aus einer Hand anbietet, in Japan ca. 8,1 Millionen Haushalte.

Games: 2005 stieg Liberty Media beim Spielentwickler und -anbieter FUN ein und erweiterte sein Portfolio im Hinblick auf den schnell wachsenden Markt für Computerspiele und interaktive Unterhaltung. FUN liefert Spielsysteme und Dienstleistungen an Unternehmen wie AOL, MSN und Virgin.


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