LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Liberty Media Corp.

Umsatz 2011: $ 12,640 Mrd. (€ 9,080 Mrd.)

Engagement in Deutschland/Europa

Homeshopping-TV / Internet:
Liberty Media ist auch in Deutschland aktiv. Der Teleshopping-Sender QVC ist auf dem deutschen Markt mit mehr als 3.500 Mitarbeitern vertreten und hat im Jahr 2008 eine Umsatzsteigerung von 870 Millionen auf 954 Millionen USD (9,7%) erreicht. Die Bestellhotline des Verkaufssenders wird täglich im Schnitt von 72.800 Anrufern genutzt, allein 2007 versendete QVC in Deutschland 14 Millionen Pakete. In England ist QVC seit 1993 vertreten und erreicht mit seinem Angebot via Satellit und Kabel 16 Mio. Haushalte. Weiterhin besitzt Liberty Media 20% Anteile an dem auch in Deutschland heftig beworbenen Internet-Reiseanbieter Expedia. Dieser wurde 2005 als Spinn-Off von IAC ausgegründet, an der Liberty Media ebenfalls 22% der Anteile hält.

Programminhalte/Programmvertrieb:
Weitere Verbindungen zu Deutschland hat John Malone als Direktor und Anteilseigner der Discovery Communications. Der Discovery Channel ist mit einem 24-Stunden-Programm seit Juli 1996 über Premiere zu empfangen. Bis zur Insolvenz der Kirch Media bzw. Kirch PayTV im Frühjahr 2002 war der Discovery Channel ein Gemeinschaftsunternehmen von Discovery Communications und der Kirch PayTV. Beide Unternehmen hielten 50% der Anteile am deutschsprachigen Discovery Network. Seit 2003 ist der Discovery Channel wieder im vollständigen Besitz der Discovery Communications.

Kabelnetze:
Liberty Media hatte sich Anfang September 2001 mit der Deutschen Telekom bereits über die Übernahme von sechs regionalen Kabelnetzen in Deutschland geeinigt. Das US-Medienunternehmen hätte damit zu einem Kaufpreis von 5,5 Milliarden Euro Zugriff auf mehr als zehn Millionen angeschlossene Haushalte, also ca. 40% des deutschen Kabelmarktes erhalten. Ende Februar 2002 hat das deutsche Kartellamt den Verkauf nach monatelangen Verhandlungen jedoch untersagt. Dennoch investierte John Malone weiter in den europäischen Markt und besitzt heute Kabelnetze in elf europäischen Ländern (siehe Geschäftsfelder/Internationale Kabelnetze).

Im November 2010 konnte die Schwesterfirma Liberty Global den zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia für 3,65 Milliarden Euro von den britischen Investoren BC Partners und Apollo Management übernehmen. Die Briten hatten ursprünglich einen Börsengang geplant, der damit beendet wurde Unitymedia ist Marktführer in Nordrhein-Westfalen und Hessen mit 6,4 Millionen Haushalten (Stand 09/2010) und war 2005 aus der Fusion von Tele Columbus, Iesy und Ish hervorgegangen.

Im März 2011 wiederholte sich das Szenario mit Deutschlands drittgrößtem Kabelnetzbetreiber Kabel BW, den Malone für 3,2 Mrd Euro von der Investorengruppe EQT übernahm. Insgesamt versorgt Liberty nun 7 Mio Haushalte in Deutschland und ist zweitstärkste Kraft nach Marktführer Kabel Deutschland. Den Kauf finanzierte Liberty mit neuen Schulden von 2,25 Mrd Euro, die ein Bankenkonsortium um Credit Suisse finanzierte. Die Zustimmung des deutschen Kartellamts steht noch aus. Sollten die Behörden nicht zustimmen, wird die Investmentbank JP Morgan Kabel BW übernehmen und weiterverkaufen.


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