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1.9.2012

Lagardère Media

Umsatz 2011: € 7,657 Mrd.

Management

Es war kein Geheimnis, dass Arnaud Lagardère zum Rüstungsgeschäft und den damit verbundenen politischen Akrobatien keine besondere Affinität hat. Seine erste Maßnahme nach dem Tod des Vaters 2003 war der Verkauf der Matra-Automobilsparte an Pininfarina. In der Folge setzte er die vom Vater begonnene Konzentration auf die Medienbranche konsequent fort. Doch auch nach der Reduzierung des Lagardère-Anteils an EADS von 14,95 auf 7,5 Prozent, und trotz der deutsch-französischen Turbulenzen und der Lieferschwierigkeiten bei Airbus (und deren negative Auswirkungen auf die Lagardère-Zahlen) will man sich kurzfristig nicht aus EADS zurückziehen. Dazu Arnaud Lagardère in einer AP-Meldung vom 13.3.2007: "Man verlässt das Schiff nicht während des Sturms".

Lagardère ist ein Medien-Mann. Einmal spielt er, wie bei der Übernahme des Europa-Pols von Vivendi Universal Publishing vor angelsächsischen Investmentfonds, den Retter der französischen Hochkultur. Gleichzeitig gibt er sich als Fan von Hollywoods Blockbuster-Business ("Gladiator" war eine Zeit lang sein Lieblingsfilm). Im Hinterkopf bleibt stets das Fernsehen - ganz der Vater. Doch während Jean-Luc Lagardère als großer Konzernlenker in die französische Wirtschaftsgeschichte eingegangen ist, haftet Arnaud nach wie vor "das Image des Luftikus" an, wie man zuletzt in der Süddeutschen Zeitung vom 28.4.2010 lesen konnte. In seinen Reden auf den Hauptversammlungen bleibe er unverbindlich und "eher im Vagen". Das harte Geschäft überlasse er seiner Nummer Zwei Dominique d´Hinnin, zuvor Lagardère-Finanzvorstand, heute Co-Geschäftsführer, für viele "der eigentliche Kopf des Konzerns".

Eine weitere Tradition des Hauses, die Nähe zu den Machthabern, setzt sich fort. Nach Nicolas Sarkozys Wahlerfolg am 6. Mai 2007 taucht Arnaud Lagardère regelmäßig als "Präsidenten-Freund" auf in Artikeln über Sarkozys enorme Medienmacht. Doch eben nur als "Freund", und nicht als "Intimus" wie Figaro-Herausgeber Serge Dassault, TF1-Chef Martin Bouyges (Sarkozys Trauzeuge) oder Bernard Arnault (reichster Franzose, ebenfalls Trauzeuge, Präsident des Luxus-Konzerns LVMH, Besitzer des Finanzblatts La Tribune). Die drei Letztgenannten waren übrigens alle unter den 55 Auserwählten, die Sarkozy am Abend seines Wahlsiegs am 6. Mai zum berühmten Dîner im Fouquet´s auf die Champs-Élysées lud. Arnaud Lagardère durfte nicht kommen. Cécilia, mittlerweile geschiedene Madame Sarkozy, wollte ihn im Fouquet´s nicht sehen, nachdem das Gesellschaftsmagazin Paris Match (Lagardère-Gruppe) im August 2005 eine Titelstory über Cécilia und ihren Liebhaber (und späteren Ehemann) gebracht hatte. Arnaud Lagardère hatte den Chefredakteur Alain Genestar gefeuert und um Vergebung gebeten – umsonst.


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