LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Lagardère Media

Umsatz 2011: € 7,657 Mrd.

Aktuelle Entwicklung

„Ich will, dass Lagardère in zehn bis 15 Jahren einer der drei größten Medienkonzerne weltweit ist“, so Arnaud Lagardère im Jahr 2004. Davon ist er heute, sieben Jahre später, natürlich noch ein ziemliches Stück entfernt. Zugleich scheint es, als habe er am Medienbusiness das Interesse verloren und längst sozusagen die Pferde gewechselt, als habe er im „Sport“ seine wahre Bestimmung gefunden. Jetzt sagt er: Ich will als Sportvermarkter bis 2015 weltweit die Nummer eins werden. Doch bislang läuft es alles andere als rund.

Schon die enttäuschenden Halbjahreszahlen Mitte 2011 waren nicht zuletzt begründet in den schlechten Ergebnissen der Sportsparte (ausgelöst beispielsweise durch Streitigkeiten mit der indischen Cricket-Liga). Auch das enttäuschende Gesamtergebnis 2011 (mit einem konsolidierten Verlust von 689 Mio. Euro) wird im wesentlichen auf das Missmanagement bei Lagardère Unlimited zurückgeführt. Genau in dem Feld also, in dem Arnaud Lagardère um jeden Preis reüssieren wollte. Mehr als 1,1 Milliarden Euro hat er seit 2006 in diesen Geschäftsbereich investiert, der heute, so die übereinstimmende Analystenmeinung, noch gerade zwischen 200 und 400 Mio. Euro wert sei.

Für 2012, für das Jahr nach dem „sehr enttäuschenden 2011“, hat Lagardère sich eine doppelte Priorität gesetzt: die Wende mit der defizitären Sportbranche und der Verkauf der 20%-Beteiligung an Canal+ France.

Zwei weitere aktuelle Entwicklungen wären noch zu vermerken: Zum einen die Tatsache, dass die staatliche Qatar Holding mittlerweile mit 12,83% größter Lagardère-Aktionär ist. Was die Frage nach den weiteren Absichten von Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani aufwirft, Emir von Katar, Verwalter von Erdölmilliarden. Auch angesichts weiterer massiver Investitionen der Katarer in ganz Frankreich: In Bau- und Umweltkonzerne, in den Ölkonzern Total und in Immobilien von allerhöchstem Prestige (z.B. das Hotel Carlton in Cannes, das Hotel Royal Monceau in Paris). Den meisten Medienwirbel gab es natürlich nach dem Kauf des Fußballklubs Paris Saint-Germain. Lagardère zumindest wird der Scheich nicht komplett übernehmen können. Denn ein Gesetz verhindert, dass ein nicht-europäischer Investor mehr als 20% an einem französischen Unternehmen erwirbt, das einen landesweiten TV-Sender betreibt.

Zweitens: Zur Einleitung eines kartellrechtlichen Prüfverfahrens für den Verkauf von E-Büchern durch die Europäische Kommission u.a. gegen Lagardère Publishing siehe die Zusammenfassung der Redaktion von mediadb.eu: "Geheime Absprachen von Apple mit Lagardère".

Zum Schluss ein wenig gossip: In gelbem Partnerlook werden Arnaud Lagardère und seine mittlerweile schwangere Freundin am 12.4.2012 am Strand von Miami gesichtet. Arnaud trägt das Haar trendy kurzgeschoren und Tätowierungen an Hand- und Fußgelenk. Nachzulesen bzw. zu sehen auf celebritybabyscoop.com.


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