LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Charter Comm. Inc.

Umsatz 2011: $ 7,204 Mrd. (€ 5,175 Mrd.)

Geschäftsfelder

Charter Communications ist mit seinem Informations- und Serviceangebot im gesamten Telekommunikationsmarkt präsent. Der Kabel- und TV Systembetreiber bediente zum Jahresende 2010 12,8 Millionen Abonnenten in 40 US Staaten, was ihn zum viertgrößten Kabelnetzbetreiber nach Comcast, Time Warner Cable und Cox Communications, macht. Charters Telekommunikationssparte beinhaltet Kabel- und Satellitenangebote, insbesondere analoge und digitale Videoservices sowie Datenservices. Außerdem tritt CC als Internet und Online-Dienstleister sowie als Festnetzanbieter auf. Knapp 5 Mio Kunden abonnierten im Jahr 2010 das Gesamtpaket "Triple Play", das TV-Kabel, Telefonie und Breitbandinternet bündelt. Im US amerikanischen Markt gliedert sich das Verbreitungsgebiet in drei Bereiche, die West Division mit den wesentlichen Märkten in Südkalifornien, North Central CA/NV, Nordwest-US und Texas, die Central Division in den Staaten Wisconsin, Minnesota/Nebraska, Michigan und den Zentralstaaten, der dritte Bereich liegt an der gesamten Ostküste mit den Staaten Alabama, Georgia, Louisiana, New England, South Carolina und Tennessee. Charter kann laut Angaben vom Juni 2007 in diesen Verbreitungsgebieten in seinem Kernmarkt der analogen Videodienstleistungen auf knapp 5,4 Millionen Kunden verweisen. CC konzentriert gegenwärtig seine Kräfte vor allem auf den Ausbau neuer Serviceleistungen, das ist, gemessen an den Konzernverlusten, auch dringend notwendig. Ein Systemupgrade, der mit einem Finanzvolumen von 3.5 Billionen US $ zu Buche schlägt, soll dem Unternehmen in der kommenden Zeit neue Einnahmen im Bereich Breitband-Dienstleistungen einbringen. Neuere Produktbereiche sind die der modernen HDTV-Technik und digitalen Telefonservices (CC versorgt über eine halbe Million Telefonkunden). Charter unterhält Partnerschaften mit Digeo und OpenTV, um interaktive TV-Dienstleistungen anbieten zu können.

Fernsehen
2009 trugen die Fernseh- bzw. Videoangebote zu 61% des Gesamterlöses bei. 2010 blieb das Segment mit Umsätzen von 3,698 Mrd. $ der stärkste Firmensektor (2009: 3,468 Mrd. $).

Um den gestiegenen Anforderungen auf Nutzerseite zu begegnen, bietet Charter in unterschiedliche Programmangebote wie Pay per View, Video On Demand, Abonnementsysteme und spezialisierte Angebote wie digitale Videoaufzeichnung und High Definition Fernsehen an. Ähnlich wie seine Konkurrenten reagiert Charter also auf den sich verstärkenden Wettbewerb um Kunden. TV-Paketleistungen werden geboten, die Regionalprogramme ebenso enthalten können wie nicht Rundfunk gestützte Kanäle, zu denen Teleshopping, religiöse Sendern und Wetterberichterstattung zählen. Ein Paket bietet je Angebot zwischen 9 und 30 Kanälen. Ausgeweitete Fernsehangebote umfassen zwischen 20 und 60 Kanäle. Zwischen 3 und 45 Fernsehkanäle werden außerdem digital angeboten. Um besondere Kundenbedürfnisse zu bedienen, bietet die Digitalsparte Premium Kanäle (z. B. HBO Family und HBO Comedy), Sport-Programme, ethnische Sender oder Filme. Premiumkanäle bedienen spezielle Gruppen- und Einzelinteressen mit Sportprogrammen, Film- oder Familienthemen.

Zunehmend führt auch Charter hochauflösende Programme in HD-Qualität ein, was de Kostenseite weiter belastet. Doch sind die HD-Pakete zunehmend attraktiv, da die Kunden sie für immer größer werdende Flachbildfernseher brauchen, auf denen Standardqualität unattraktiv aussieht.

Telefondienste
Bisher findet die Datenübertragung hauptsächlich über Internet-VOIP statt. Die Telefonsparte erwirtschaftete 2006 mit 2% einen vergleichsweise geringen Umsatz. 2007 versuchte Charter deshalb, seine Erreichbarkeit bei bisher immerhin 6,8 Millionen Haushalten zu erweitern und sich durch neue Serviceangebote attraktiver zu machen. Nach vorläufigen Zahlen für 2007 konnte so der Umsatz auf 343 Mio. $ mehr als verdoppelt werden (2006: 135 Mio. $). Zwischen 2008 und 2010 wuchsen die Umsätze in diesem durch das Aufkommen der Mobiltelefonie schwieriger werdenden Markt von 555 auf 823 Mio Dollar.

Internet
Im Zuge seiner Konsolidierungsbemühungen ist der Internetmarkt das Segment, in dem es dem Konzern am schwersten fallen wird, mehr Nutzen aus seinen Investitionen zu ziehen. Mit seinen Internetdienstleistungen konnte Charter 2006 mit 1,05 Mrd. $ 19 % seines Umsatzes erwirtschaften, 2007 waren es schon 1,23, im Jahr 2010 1,6 Mrd Dollar. Hier kämpft Charter mit den Wettbewerbern und hat Mühe, mit den rasanten Entwicklungen am Markt Schritt zu halten.

Werbung
Charter vermarktet Werbezeiten vor allem für Satelliten-Sender, zu den Kunden zählen u.a. MTV, CNN und ESPN. 2006 steuerte der Verkauf von Werbung 6% zum Unternehmensumsatz bei, wobei auch das Vertriebsinstrument des Cross-Channel-Advertising genutzt wird. 2009 konnte hier der Umsatz auf 346 Mio, im Jahr 2010 auf 494 Mio Dollar gesteigert werden.


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