LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin
1|2|3|4|5|6 Auf einer Seite lesen

1.9.2012

Globo Communicação e Participações S.A.

Umsatz 2011: BRL 11,000 Mrd. (€ 4,728 Mrd.)

Globo Communicação e Participações S.A. ist die führende Mediengruppe Lateinamerikas. Den Grundstein legte Irineu Marinho 1925 mit der Gründung der Zeitung O Globo.

Der ehemalige brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva in einer Wahlsendung bei Globo TV.Der ehemalige brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva in einer Wahlsendung bei Globo TV. (© AP)

Überblick

Globo Communicação e Participações S.A. ist mit Abstand die führende Mediengruppe Lateinamerikas. Den Grundstein der Erfolgsgeschichte legte Irineu Marinho bereits 1925 mit der Gründung der Zeitung O Globo; später kam die gleichnamige Radiostation hinzu. Unter der brasilianischen Militärdiktatur begann schließlich der Aufstieg des Imperiums, das heute Brasiliens führender Anbieter von Free- und Pay-TV-Angeboten ist und sich im Printmarkt als zweitgrößter Herausgeber von Büchern und Magazinen etabliert hat. Globo TV ist mit einer Reichweite von 99,99 % der größte Sender Brasiliens. Darüber hinaus mischt das Unternehmen kräftig im Markt für Filmproduktionen mit und hat in seinem schwer durchschaubaren Beteiligungsgeflecht ebenfalls Einfluss in der Musikindustrie. Das Konglomerat setzt sich aus mehr als 117 (Stand: 31.12.2011) verschiedenen Unternehmen zusammen. Insgesamt zählen mehr als 24.000 Menschen im In- und Ausland zu seinen Angestellten. Zuletzt konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 12,2 Prozent steigern (2011), was vor allem auf die strategische Ausrichtung auf elektronische Medien und die hohen Einnahmen aus dem Werbemarkt in der Fernsehsparte zurückzuführen ist.

Basisdaten

Hauptsitz:
Rua Lopez Quintas 303 (Verwaltung)
Jardim Botancio
Rio de Janeiro 2460-010
Brasil
Telefon +55 21 2540 2000
Internet: http://redeglobo.globo.com und www.cdn.com.br (Investor Relations)

Branche: Fernsehen: Free- und Pay-TV – Vermarktung, Produktion, Sendestationen, Satelliten- und Kabel-TV, Internationale Rechtevermarktung, Zeitungen und Zeitschriften, Buchverlag, Radio, Kabelnetzanbieter, Satellitennetzanbieter, Internetportale

Rechtsform: Personengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01.-31.12.
Gründungsjahr: Zeitung 1925, Unternehmensgruppe 1965 (feierte 2010 45-jähriges Bestehen)


Geschäftsführung

  • Roberto Irineu Marinho - Präsident
  • João Roberto Marinho - Vizepräsident
  • José Roberto Marinho - Vizepräsident
  • Paulo Tonet Camargo - Vizepräsident Holding-Geschäfte
  • Octavio Frioli Florisbal - CEO TV Globo
  • Jorge Luiz de Barros Nobrega – CEO, Direktor Mediensegmente
  • Rossana Fontenele Berto - Direktorin Planung und Kontrolle
  • Sergio Lourenço Marques - CFO
  • Brunno Cruz da Silva - Leitung Rechnungswesen
  • Ricardo Scalamandré - Direktor Internationales Geschäft
  • Guilherme Bokel - Direktor internationale Inhalteentwicklung

Geschichte und Profil

Die Erfolgsgeschichte der Organizações Globo ist unteilbar mit der Familiendynastie Marinho – vor allem mit dem Sohn des Gründers, Roberto Marinho – verwoben. 1925 gründet dessen Vater Irineu das Blatt O Globo. Nur drei Wochen nach der Gründung stirbt Irineu und die Verantwortung für die Zeitung geht für die kommenden fünf Jahre auf einen Freund der Familie über. 1931 übernimmt Irineus ältester Sohn die Geschäfte, die er bis zu seinem Tod 2003 nicht mehr aus der Hand geben wird.

Mitten im Zweiten Weltkrieg, als das Radio wegen der Kriegsberichterstattung an Bedeutung stark zugenommen hat, gründet Roberto Marinho 1944 die erste Radiostation des Konzerns, Rádio Globo, die 1957 auch die Konzession zur Ausstrahlung von Fernsehprogrammen erhält. Überreicht wird sie vom damaligen Präsidenten Juscelino Kubitschek. Böse Zungen behaupten, Kubitschek habe sich mit der Konzession für die lediglich moderate Opposition der Mediengruppe Globo während seines Wahlkampfes bedankt. Damit jedenfalls beginnt der Aufstieg des Familienunternehmens zum größten Medienkonzern Südamerikas. Zwei Dinge spielen Marinho dabei in die Karten: die Militärdiktatur und die Unterstützung der US-amerikanischen Time-Life Company.

Am 24. Juli 1962 unterschreiben Time-Life und Globo ein Joint-Venture-Abkommen. Der Vertrag verpflichtet Gobo von Sendebeginn 1965 an, 30 Prozent seines Gewinns an Time-Life abzugeben. Als Gegenleistung erhält der Sender einen Kredit über umgerechnet etwa 20 Millionen Euro sowie umfangreiche technische Unterstützung. Der Deal widerspricht der brasilianischen Verfassung, sind doch ausländische Direktinvestitionen in Medienunternehmen verboten. Doch die Regierung drückt ein Auge zu. Das Abkommen steht aber auch im Widerspruch zur Geschäftspolitik des Gründers Irineu. Er hatte scharf gegen die Beteiligung ausländischen Kapitals an brasilianischen Unternehmen gekämpft.

Am 26. April 1965 geht der erste Globo-Sender, Canal 4, on air. Mit dem Kredit im Hintergrund kann Marinho seine Expansionsideen verwirklichen. Nur ein Jahr später weiht er TV Globo São Paulo ein, dessen Station er von einem Wettbewerber gekauft hat. In den folgenden Jahren geht die Shoppingtour weiter: 1968 Kauf und Einweihung von TV Globo Belo Horizonte, Anfang der 70er Jahre geschieht das gleiche mit TV Globo Recife und TV Globo Brasília. Auf Druck der Opposition muss Globo 1968 zwar den Vertrag mit Time-Life kündigen. Der Sender wird nationalisiert, der Joint-Venture-Partner ausbezahlt. Dennoch gelingt es Roberto innerhalb von lediglich sieben Jahren, die erste nationale Senderkette zu etablieren.

Den Ausbau der Kette ermöglicht die Militärdiktatur, die großzügig die erforderlichen Sendelizenzen vergibt, um über das Vehikel Fernsehen und mit Hilfe von Roberto Marinho ein nationales Bewusstsein für eine gemeinsame brasilianische Kultur zu schaffen. Der aufstrebende Marinho erscheint den Militärs für ihre Zwecke ideal: Er ist Inhaber der führenden Tageszeitung und des nationalen Radiosenders, er unterstützt die Militärs und er führt sein Unternehmen nach neuen ökonomischen Maßstäben.

Bis zum Ende der 60er Jahre ist für die Werbeindustrie nur die Primetime von 18 bis 22 Uhr interessant. Marinho setzt hier mit einem neuen Werbesystem an: Wer zu den besten Sendezeiten Werbung ausstrahlen will, muss auch Werbeminuten zu den ungeliebten Zeiten kaufen – die Konkurrenz hält am alten Konzept fest. Als erster Sender Brasiliens richtet sich TV Globo nach den Tagesabläufen und Gewohnheiten seiner Zuschauer. Das wird durch eine enge Bindung der Konsumenten belohnt, die sich verstanden fühlen, weil auf ihre Wünsche eingegangen wird. Ein Konzept, das bis heute bei Globo funktioniert – so zum Beispiel bei der Zeitung Extra.

1995 erschafft Marinho mit der Einweihung von Projac (Projeto Jacarepaguá) das größte TV- und Film Produktionszentrum Lateinamerikas. Auf 1,6 Millionen Quadratmetern stehen zehn Studios, sieben Produktionseinheiten und die neueste Digitaltechnik zur Verfügung. Gedacht dazu, das schlechte Image aus den Jahren der Militärdiktatur aufzupolieren, geschieht genau das Gegenteil. Vorwürfe werden laut, der Bau sei illegal gewesen, da er mit Subventionen der Regierung unterstützt wurde.

In den letzten Jahren vor seinem Tod lebt Roberto Marinho mehr und mehr in der Vergangenheit. Offiziell ist er weiterhin Präsident des Globo-Imperiums, in Interviews und Gesprächen spricht er allerdings immer häufiger ausschließlich von O Globo, der Zeitung, die sein Vater einst gründete. Als der Firmenpatriarch 2003 stirbt, übernimmt sein Sohn Roberto Irineu die Zügel. Er forciert die Ausrichtung des Unternehmens auf digitale Geschäftsfelder. Bei der Bilanzpressekonferenz 2009 verkündete der Enkel des Gründers stolz, dass das Unternehmen den digitalen Markt nicht nur zur Entwicklung neuer Technologien nutze, sondern auch neue Formate erfinde, um dem Leser zu jeder Zeit einen besseren Zugang zu seiner Tageszeitung und der Öffentlichkeit eine fundierte Meinungsbildung zu ermöglichen. „Wir sind heute die erste Wahl im Internet für alle, die in Brasilien nach journalistischen Inhalten suchen.“

Dies alles kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass den Organizações Globo aus Sicht der Konsumenten immer noch der Makel anhaftet, mit der Militärdiktatur paktiert und tendenziösen Journalismus betrieben zu haben. Auch ist den Menschen noch gut im Gedächtnis, dass sich die Globo-Gruppe Anfang der 80er Jahre, als der Prozess der Re-Demokratisierung Brasiliens sich zusehends beschleunigte, nicht von ihrer politischen Linie abbringen ließ und weiterhin die Diktatur unterstützte. Slogans wie „Das Volk ist nicht dumm, nieder mit dem Rede Globo“ (O povo não é bobo, abaixo a Rede Globo) haben ihren Weg aus den 80er Jahren ins neue Jahrtausend gefunden. Eine Studie aus dem Jahr 2009 belegt: Die Brasilianer stehen Globo nach wie vor kritisch gegenüber. Sowohl die Affäre um den Time-Life-Deal als auch die klare Bevorzugung Globos zu Zeiten der Militärdiktatur lassen die Konsumenten vermuten, dass die Erzeugnisse von Globo ihr Fähnchen nach dem politischen Wind drehen, wenn es gerade günstig erscheint. Belege für diese These liefert ihnen gegenwärtig auch die Tageszeitung O Globo. So hatte sich das Blatt entschieden gegen den damaligen Präsidentschaftskandidaten Inacio Lula da Silva bei dessen erster Kandidatur 1989 ausgesprochen und stattdessen den Gegenkandidaten Fernando Collor unterstützt. Die Führungsetage bei Globo sah Lula als „zu sehr limitiert, um wichtige Exekutivfunktionen zu erfüllen.“ Collor gewann. Erst 2002 schafft Lula den Wahlsieg. Nach zwei Legislaturperioden scheidet Lula nun im Herbst 2010 aus dem Amt. Er und Globo sind über die Zeit zu - vorgeblich - dicken Freunden geworden.

Ähnlich kompliziert lässt sich nun auch das Verhältnis zwischen Globo und der neuen Präsidentin Dilma Rousseff an. Während der Wahlkampagne stellten sich die Medien der Globo-Gruppe klar auf die Seite von Rousseff's schärfstem Konkurrenten, dem ehemaligen Bürgermeister von São Paulo, José Serra. Mit großer Beharrlichkeit wurden auch kleinste Skandale immer wieder aufs Tapet gebracht. Als bestes Beispiel lässt sich wohl die Lobby-Affäre um Dilmas Nachfolgerin als Stabschefin, Erenice Guerra nennen. Globo ließ in der Berichterstattung so lange keine Ruhe, bis Guerra zurücktrat. Gebracht hat es jedoch nur wenig: Durch die große Unterstützung des ehemaligen Präsidenten Lula war die Wahl Dilmas zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich das gespannte Verhältnis weiter entwickelt und ob es auch Dilma gelingt, einen vordergündigen Waffenstillstand mit der Globo-Gruppe zu schließen.

Management

Der Gründer: Irineu Marinho Coelho de Barros (*19.07.1876 - 21.08.1925)
Schon während der Schulzeit ist Irineu, der aus wohlsituierten Verhältnissen stammt, als Journalist, Publizist und Herausgeber aktiv. So gründet er bereits 1891 die beiden Schulzeitschriften A Pena und O Ensaio und arbeitet regelmäßig als Autor für die Zeitschrift O Fluminense. Nach seinem Umzug vom Rio-Vorort Nitéroi in die Stadt lernt er beim populären Diário de Notícias das Zeitungsgeschäft von der Pike auf. Er beginnt dort als Reporter, arbeitet sich bis zum Chefredakteur empor. Mit seiner Frau Francisca, die er 1903 heiratet, setzt er sechs Kinder in die Welt. Irineu arbeitet bei der angesehen Tagesszeitung A Notícia und wird 1911 Teilhaber der neu gegründeten ersten Abendzeitung Rios, der A Noite.

Mehr und mehr macht Irineu als Verteidiger nationaler Interessen auf sich aufmerksam und wird zum starken Kritiker des Kolonialismus und des Imperialismus. Er schießt sich vor allem auf die in Brasilien agierenden internationalen Großkonzerne ein. So ist ihm beispielsweise die Brasil Railway Co., die mehrheitlich in der Hand eines amerikanischen Investors ist, ein Dorn im Auge. Die ständigen Attacken gegen das Unternehmen und die ablehnende Haltung gegenüber ausländischen Investitionen führt letztendlich dazu, dass er 1924 während einer Europareise durch einen Finanztrick von seinem Gegner und Mitinhaber Geraldo Rocha als Minderheitsaktionär aus A Noite herausgedrängt wird – Rocha sympathisiert mit der Brasil Railway Company. 1925 gründet Irineu daraufhin seine eigene Zeitung, O Globo, dessen erste Ausgabe am 29. Juli mit einer Auflage von zunächst knapp 33.500 Exemplaren erscheint. Damit legt er den Grundstein für das heutige Globo-Imperium. Nur drei Wochen nach der Gründung der Zeitung erleidet Irineu einen tödlichen Herzinfarkt. Bis sein ältester Sohn Roberto in seine Fußstapfen treten kann, übernimmt auf Anraten der Mutter Francisca der Journalist Euricles de Matos den Posten des Chefredakteurs.

Jahre des Aufbaus:
Roberto Pisani Marinho (*3. Dezember 1904 - 06.08.2003)

Der Sohn Irineus hat die Gründungsphase von O Globo miterlebt, fühlt sich mit 21 Jahren zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters den Aufgaben eines Chefredakteurs jedoch noch nicht gewachsen. Vielmehr entscheidet er sich – auch auf Anraten der Mutter Francisca –, als rechte Hand des Interimsgeschäftsführers und Chefredakteurs Euricles de Matos zu fungieren. In dieser Position lernt er alle Facetten des Zeitungsgeschäfts kennen und übernimmt 1931, fünf Jahre nach dem Tode de Matos die Leitung des Blattes. Die Brüder Ricardo und Rogério werden ebenfalls im Unternehmen eingesetzt, jedoch ist in der Familie klar geregelt, dass die Erbrangfolge den Ältesten begünstigt.

Und Roberto nutzt diese Chance. Kein anderer Brasilianer hat im 20. Jahrhundert wohl so viel Macht ausgeübt wie der Journalist und Unternehmer Roberto Marinho. Er führt und entwickelt das Unternehmen zum größten Medien- und Unterhaltungskonglomerat des Landes. In sieben Jahrzehnten häuft er ein privates Vermögen von rund einer Milliarde US-Dollar an, Forbes führt ihn als einen der reichsten Männer der Welt. Der Chef des Globo-Konzerns wird zu einer wichtigen Person des öffentlichen Lebens, er positioniert sich als Gönner von Kunstprojekten und gilt als frenetischer Sportfan. Bis ins hohe Alter nimmt er an Reitturnieren teil und ist mit der Harpune unter Wasser auf Großfischjagd. Zahlreiche Preise werden ihm verliehen (unter anderem der Emmy 1983), genauso wie die Ehrendoktorwürde verschiedener Universitäten. 1993 wird er in die brasilianische Academia de Letras gewählt, der Hüterin der brasilianischen Sprache und Kultur. 1977 gründet er die Stiftung Roberto Marinho, die keine monetären Ziele verfolgt, sondern sich für den Erhalt der Kultur und Umwelt in Brasilien einsetzt. Die Stiftung finanziert unter anderem die Restaurierung der Jesusstatue (Cristo Redentor) und der Nationalbibliothek, die Renaturierung des Botanischen Gartens in Rio und des Ibirapuera-Parks in Sao Paulo.

1946 heiratete Roberto Sellat Goulart, mit der er vier Söhne zeugt. Der älteste von ihnen, Roberto Irineu, führt heute das Familienimperium. Roberto senior heiratete noch zwei weitere Male und hinterlässt bei seinem Tod, knapp hundert Jahre alt, zwölf Enkel und sechs Urenkel.

Übergang ins moderne Zeitalter
Roberto Irineu Marinho (*13. Oktober 1947)

Wie schon sein Vater und auch sein Großvater lernt auch der neue Chef des Imperiums das Handwerk mit Fleiß, Ausdauer und von allen seinen Seiten kennen. Er beginnt 1963 im Konzern als Setzerlehrling, wird später Reporter und erhält, als sein Vater die Zeit für reif befindet, 1971 einen Direktorenposten. Im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern studiert er jedoch vor Antritt des Familienerbes BWL an der renommierten Fundação Getúlio Vargas. Es folgt ein Posten als Vizepräsident von Globo TV, dann wird er Vizepräsident der ganzen Organisation. Seit 1998 sitzt er in der Geschäftsführung und hält wohl in den letzten Jahren des Lebens seines Vaters mehr und mehr die Zügel in der Hand. Den Posten des Präsidenten übernimmt er jedoch erst offiziell, nachdem sein Vater 2003 gestorben ist. In der Pressemitteilung zur Übernahme nimmt sich der neue Präsident, der von seinen beiden Brüdern an der Spitze unterstützt wird, einiges vor: "Unsere Verpflichtung ist es, das Werk Robert Marinhos zu erweitern und das brasilianische Volk zu informieren, zu unterhalten und zu bilden. Wir tun dies, weil es wichtig ist für unsere gesamte Gesellschaft aber auch, weil wir ihn auf diesem Wege lebendig halten." Gleichzeitig mit der Übernahme durch Roberto Irineu wird auch bestätigt, dass seine beiden Brüder João Roberto (für Internationale Beziehungen) und José Robert (für Soziales und die Stiftung Roberto Marinho) dauerhaft zuständig sind. Der dritte Marinho an der Spitze des Unternehmens hat drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn.

Geschäftsfelder

Fernsehen
Öffentliches Fernsehen

Das öffentliche TV-Netz der Organizações Globo firmiert unter dem Namen Rede Globo und ist, nach eigenen Angaben, sowohl die größte Station Lateinamerikas als auch die viertgrößte Sendergruppe der Welt. Gegründet 1964, on air seit 1965, feierte die Gruppe 2010 mit viel Pomp und Getöse ihr 45-jähriges Bestehen und verweist nicht ohne Stolz darauf, dass täglich 120 Millionen Zuschauer die Programme von Rede Globo verfolgen. Das Netzwerk verfügt über 122 eigene oder verbundene Sender in ganz Brasilien, die portugiesisch-sprechende Gemeinde im Ausland wird über die Programme von TV Globo Internacional versorgt. 2011 konnte die Auslandsgruppe ihre Distribution auch in den USA ausweiten. Das Signal des portugiesischsprachigen Senders wird nun in sieben Städten bzw. Bundesstaaten empfangen, darunter Washington, Kalifornien, New Jersey und Florida.

„Im Jahr 2009 haben wir etwa 11.000 Stunden Inhalt für unsere nationalen Sender produziert. Wir beschäftigen um die 12.000 Mitarbeiter bei Rede Globo und arbeiten mit 130 freien Produzenten in Brasilien zusammen. Wir glauben, dass nur finanziell gesunde Unternehmen Innovationen treiben, Qualitätsprodukte produzieren und die journalistische Unabhängigkeit garantieren können. Wir wissen, dass Länder, die nicht über starke Kommunikationsunternehmen verfügen, das Risiko eingehen müssen, zu passiven Konsumenten von im Ausland produzierten Inhalten zu werden“, sagt Inhaber Marinho bei der Vorstellung der Bilanz 2010 und weist damit darauf hin, dass auch Globo selbst auf kräftigem Expansionskurs ist. (siehe TV Globo Internacional).

Das Geschäft von Rede Globo wird hauptsächlich von drei Sparten bestimmt: Nachrichten, Telenovelas und Sport. Das abendliche Jornal Nacional ist in Brasilien so etwas wie das deutsche Heute-Journal, nur deutlich reißerischer. Es wurde als erste nationale Nachrichtensendung am 1. September 1969 ins Leben gerufen und informiert die Zuschauer zwischen 30 und 45 Minuten lang über aktuelle Ereignisse, wobei häufig Verkehrsunfälle, Morde oder Nachrichten über Stars und Sternchen das meiste Gewicht bekommen. In der Wahlperiode wird die Dauer von 30 Minuten strikt eingehalten, damit in der Folge das politische Programm nicht zu kurz kommt. 2011 gewinnt das Programm nach sieben Nominierungen den Emmy Award (siehe aktuelle Entwicklungen).

Brasilianer sind nicht nur sportbegeistert, sie sind sportfanatisch, speziell, wenn es um die Übertragung von Spielen der Seleccão (der brasilianischen Fußballnationalmannschaft) oder der großen Clubs (Flamenco oder Fluminense) geht. Während der Spielzeiten der 1. Liga mittwochs und samstags sind die Straßen meist leergefegt. Seit etwa 20 Jahren hat Rede Globo ein Abonnement auf die Übertragungsrechte der meisten brasilianischen Fußball-Großereignisse. Seit der Saison 09/10 hat sich das Netzwerk auch die Rechte an der UEFA Champions League sowie an den Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika und natürlich auch an der Heim-WM 2014 gesichert. Auch bei der Formel 1 und den Olympischen Spielen lässt Globo seinen Mitbewerbern kaum Spielraum. Für die heimischen Spiele 2016 ist vor allem bei den Übertragungsrechten in die USA der Sender NBC privilegierter Partner von Globo. "Wir werden sehr eng miteinander arbeiten, um eine außergewöhnliche Berichterstattung der Spiele für unsere Zuschauer in den Staaten zu generieren. Wir wollen für alle drei Plattformen - Fernsehen, Internet und Mobil - besondere Inhalte schaffen", sagte Jeff Shell, President der NBC. Immerhin hat das amerikanische Netzwerk vier Milliarden Dollar für die Übertragungsrechte der kommenden fünf Olympischen Spiele ausgegeben.

Besonders wichtig sind zudem die überaus beliebten Telenovelas. Mit viel Herzschmerz, Drama und Romantik werden allabendlich vor einer traumhaften – meist lokalen – Kulisse die Zuschauer gefesselt. Das geht bisweilen so weit, dass sogar der Beginn von Fußballspielen verlegt werden muss, wenn es in der Telenovela gerade heiß hergeht. Mehr als 70 Novelas hat Rede Globo an seinen Produktionsstandorten Rio de Janeiro und Sao Paulo bereits produziert. Der letzte Exportschlager heißt Caminho das Índias und wurde in zahlreiche Länder verkauft (siehe Aktuelle Entwicklungen). Mittlerweile arbeitet Rede Globo für die Produktion seiner Telenovelas auch mit Marketinginstituten zusammen, löst doch beispielsweise die Strumpfhose oder Handtasche einer der Hauptdarstellerinnen bisweilen eine regelrechte Kaufhysterie aus. Der massive Erfolg der Novelas liegt wohl auch darin begründet, dass sich viele der brasilianischen Zuschauer – trotz der großen kulturellen Unterschiede in dem riesigen Land – sehr gut mit den Hauptdarstellern und dem Lieben, Leiden, Hassen und Versöhnen der Figuren identifizieren können.

TV Globo Internacional (TVGI) richtet sich an Exilbrasilianer und das portugiesisch-sprachige Publikum außerhalb Brasiliens. Bislang sind etwa 10 Prozent der 5,5 Millionen Menschen umfassenden Zielgruppe feste Abonnenten (u.a. Angola 175.000, USA 100.000, Portugal 30.000, Japan 25.000). 2010 feierte der Kanal sein zehnjähriges Bestehen, mit einer eindrücklichen Bilanz: 53 Kabelanbieter in 115 Ländern bieten die Sendungen aus Brasilien an. Außerdem wird in Afrika und Europa expandiert. Bislang werden Zuschauer in Moçambique oder Angola mit den gleichen Inhalten versorgt wie die Zuschauer in Portugal. Nicht zuletzt wegen des großen Einflusses der Werbeeinahmen – das Auslandsnetzwerk erzielt 20 % seiner Einkünfte in diesem Segment – soll sich das in Zukunft ändern. Afrika bekommt ein – vor allem auf Angolas Bedürfnisse zugeschnittenes – Programm mit eigens dafür produzierten Inhalten und dem neuen Format A Revista África. Im Oktober 2011 eröffnete Globo seinen Ableger in Lissabon. Dort werden vor allem internationale Koproduktionen abgewickelt. Außerdem wird Portugal damit zu Globos Produktionszentrale für Europa und Afrika heraufgestuft.

Kabelfernsehen und Pay-TV
Der Globo-eigene Anbieter NET ist der größte Lieferant von Breitbandanschlüssen des Lan-des. Über ein einziges Kabel versorgt er Abonnenten mit Kabelfernsehen, Breitbandinternetanschluss und Telefon. Mit etwa vier Millionen Kabelfernseh-Abonnenten hat NET einen Marktanteil von etwa 50 Prozent; beim Breitbandinternet liegt der Anteil bei knapp 40 Pro-zent.

Der populärste und größte Pay-TV-Kanal Lateinamerikas ist eine 100-prozentige Tochter der Organisações Globo. Gegründet im Jahr 1991, begann Globosat seinen Siegeszug zunächst im brasilianischen, später im ganzen lateinamerikanischen Markt. Heute besteht der Sender aus 27 Kanälen auf denen Shows wie Big Brother, playboy TV oder Sportsendungen gezeigt werden. Der neueste Schlager soll ein Kanal speziell für die Frau werden, Viva. In einer Umfrage unter Werbetreibenden landeten auf den ersten vier Plätzen der beliebtesten Kanäle vier Sender von Globosat.

Radio
Generell ist Radio in Lateinamerika weit weniger wichtig als Fernsehen oder Zeitungen und Zeitschriften. Unter der Firmierung Sistema Globo de Rádio (SGR) verfügen die Organi-sações Globo gleichwohl über acht eigene Radiostationen und zahlreiche weitere, landesweite Beteiligungen. Als wichtigste Sendestationen sind der Gründungssender Rádio Globo mit Sitz in Rio de Janeiro und CBN mit Sitz in Sao Paulo zu nennen. Beide Sender werden in mehr als 30 Städten des Landes empfangen. Mit dem Slogan von CBN will die Gruppe ganz klare Prioritäten im Nachrichtengeschäft setzen: "Das Radio, das Nachrichten spielt". Rádio Globo hingegen legt seinen Schwerpunkt auf leichte Unterhaltung: "Viel Liebe hineingesteckt!" lautet hier der Slogan, die Inhalte sind geprägt von populären Themen, Lokalnews, Kochrezepten, Horoskopen oder Star-und-Sternchen-Nachrichten. Auch im Web ist SGR mit Globo FM SporTV, GNT und weiteren 40 Themensendern vertreten. Sie alle finden sich auf dem Portal Globoradio.com wieder und können sowohl über online Livestreams als auch auf dem nationalen Territorium über das Handy gehört werden.

Zeitungen
Unter Infoglobo subsumiert der Konzern seine Aktivitäten im brasilianischen Zeitungsmarkt. Obwohl von vielen Quellen als das erste Produkt des Konzerns genannt, gehörte die Abendzeitung A Noite nie zum Besitz des Konzerns. Vielmehr war Gründungsvater Irineu Marinho kurze Zeit an dem Blatt beteiligt, bevor er 1925 mit O Globo das Print-Flagschiff des Kon-zerns ins Leben rief.

O Globo
Zunächst ebenfalls als Abendzeitung konzipiert, wurde O Globo im Jahr 1962 zur Tageszeitung. Das Blatt, mit einer durchschnittlichen täglichen Auflage von 260.000 Exemplaren, ist zusammen mit der Folha de Sao Paulo (2009: durchschnittlich 296.000 Exemplare täglich) das auflagenstärkste überregionale Brasiliens. Ein ständiger Wettkampf besteht zwischen den beiden Blättern um die Sonntagsedition, wobei genaue Zahlen nicht veröffentlicht wer-den. Die Blattlinie, offiziell als liberal ausgegeben, ist eher rechts der Mitte anzusiedeln. Ein großer Schwerpunkt der Berichterstattung liegt auf den Lokalthemen, was bei einer Millionenmetropole wie Rio de Janeiro – Sitz des Blattes – auch nicht verwundert. Wie in allen brasilianischen Medien kommt die Auslandsberichterstattung sehr kurz daher. Die Sprache von O Globo ist volksnah und eher einfach gehalten (im Gegensatz zur Folha, die wohl am ehesten mit der Frankfurter Allgemeinen vergleichbar ist). Nach eigenen Angaben ist O Globo marktführend in den sozialen Klassen A und B (höchstes Bildungs- und Einkommensniveau, repräsentiert weniger als 10 Prozent der brasilianischen Bevölkerung. Die Sozialstrukturen aller Länder Lateinamerikas sind in dieses Klassensystem A-E unterteilt, vgl. mit dem deutschen System Oberschicht, Mittelschicht, Unterschicht.) und hat sich neben der Informationspflicht auch die Unterstützung von Kultur- und Bildungsprojekten auf die Fahne geschrieben. Das Blatt war das erste in Lateinamerika, dass seine Inhalte über das E-Book von Kindle zur Verfügung stellte. Damit wurde es dem eigenen Anspruch gerecht, nicht nur auf Papier zu informieren, sondern eine multiple Plattform für Nachrichten und Informationen zu schaffen, die mobil und interaktiv abgerufen werden können.

Extra
Die Zeitung Extra begann ihre Geschichte 1998 mit einer Promotion-Aktion: Die Bevölkerung Rios wurde dazu aufgerufen, einen neuen Namen für eine Zeitung zu finden. Damit bewies Infoglobo, wie wichtig die frühzeitige Einbindung von Lesern für eine stabile Leser-Blatt-Bindung ist. Bis heute ist dies das Konzept von Extra geblieben: Die Meinungen, Vorschläge und Anmerkungen der Leser sind mehr als willkommen und werden ernst genommen. Extra gibt dem Leser ein gedrucktes Forum. Um auch die niedrigeren sozialen Klassen zu erreichen, ist Extra preislich mit 0,50 Reais im Billigsegment positioniert, bedient sich einer sehr einfachen Sprache und fokussiert sich auf regionale Nachrichten und die alltäglichen Prob-leme seiner Leser. Die Verkaufszahlen geben dem Konzept recht: Innerhalb kurzer Zeit wurde Extra zum meistverkauften Titel an den Zeitungskiosken. 2009 lag die tägliche Auflage bei 262.000 Exemplaren.

Expresso
Mit einer sehr einfachen, leicht zu verstehenden und schnellen Sprache wirbt der Expresso seit 2006 an den Kiosken um die Gunst der Leser aus den sozialen Klassen C und D. Die Zeitung wird im Tabloid-Format herausgegeben und ist eher reißerisch. Sie wurde von Info-globo als Konkurrenzprodukt zur Meia Hora der O-Dia-Gruppe positioniert und zirkuliert lediglich im Großraum Rio de Janeiro. Da sie vor allem an die Zielgruppe der Pendler gerichtet ist, die täglich eingepfercht in den öffentlichen Verkehrsmitteln von Rio die mehrstündige Anreise zu ihren Arbeitsstellen antreten muss, erscheint sie nicht am Wochenende. Die tägliche Auflage lässt jedoch mit 63.000 Exemplaren (2009) noch zu wünschen übrig.

Valor Econômico
Als Joint-Venture zwischen den Verlagshäusern Globo und Folha de Sao Paulo im Mai 2000 gegründet, entwickelte sich der Valor Econômico schnell zu einem der bedeutendsten Wirtschaftsblätter Brasiliens. Obwohl das Blatt mehrere internationale Preise für Design und Sprache gewann, musste auch hier während der Krise der Gürtel enger geschnallt werden.

Agência O Globo
Die hauseigene Nachrichtenagentur produziert, formatiert und distribuiert Informationen für brasilianische Journalisten und internationale Nachrichtenagenturen. Gemeinsam mit dem Service von "Tempo Real" und der Internetseite von O Globo verteilt die Agentur etwa 500 verschiedene Texte und einige Hundert Bilder täglich. In der eigenen Bilderdatenbank wird die Geschichte von mehr als 80 Jahren Globo aufbewahrt.

Zeitschriften und Bücher
Unter dem Namen Livraria do Globo entstand 1883 in Porto Alegre zunächst ein kleiner Buchhandel, der von den beiden Teilhabern Laudelino de Barcellos und Saturnino Pinto geführt wurde. Mit den Jahren entwickelte sich aus dem kleine Geschäft ein Treffpunkt für Intellektuelle, der Almanach do Globo erlangte landesweite Aufmerksamkeit. Wegen Erbfolgestreitigkeiten und fehlenden Kapitals wurde das Unternehmen 1986 an Rio Gráfica Editora verkauft, dessen Besitzer Roberto Marinho war. Seither existiert das Unernehmen nur noch unter dem Namen Editoria Globo. Unter dieser Firmierung laufen seither alle Zeitschriftentitel des Unternehmens: Auto Esporte, Casa e Jardim, Crescer, Criativa, Época, Época Negócios, Galileu, Globo Rural, Marie Claire, Pequenas Empresas e Grandes Negócios, Quem, Casa e Comida, Revista do Globo, Monet. Innerhalb der Editoria Globo kümmert sich das Unternehmen unter dem Titel Globo Livros um das Buchgeschäft. Da in Brasilien generell wenig gelesen wird und Bücher verhältnismäßig teuer sind, ist das Buchgeschäft für Globo lediglich ein Teilbereich, in dem man als großes Medienunternehmen präsent zu sein hat. Die Überlegungen sind nicht umsatz- sondern eher taktikgetrieben. Eine Studie aus dem Jahr 2004 stellt fest, dass es in ganz Brasilien lediglich 1.500 Buchläden gibt. Im Jahr 2002 verkauften sich in dem Land mit ca. 180 Millionen Einwohnern lediglich 345 Millionen Bücher. Zum Vergleich: 120 Millionen Japaner kauften im gleichen Zeitraum 1,4 Milliarden Bücher.

Internet
Im August 2009 veröffentlichte das Ibope Nielsen Institut erstmals für Brasilien ein Ranking der beliebtesten Internetportale. Demnach nutzen in jenem Sommer 65,8 Millionen Brasilianer über 16 Jahren das Internet (zu Hause, bei der Arbeit, in öffentlichen Einrichtungen). 46,7 Millionen Menschen nutzen das Netz von einem eigenen Computer zu Hause oder bei der Arbeit. Im Nielsen Ranking (bezogen auf Nutzer mit eigenem oder Arbeitsplatzcomputer und exklusive Heavy User) landete Globo mit 22,918 Unique Page Impressions auf Platz 6. Die Liste wurde angeführt von Google mit 34,137 UPIs und dem in Brasilien für die Jugendlichen quasi lebensnotwendigen sozialen Netzwerk Orkut mit 27,893 UPIs. Globo konnte sich damit noch vor Youtube (22,434 UPIs), Yahoo (21,781 UPIs) und Blogger (19,134 UPIs) positionieren.

Die Globo-Gruppe entschied sich im Jahr 2000, ihr Portal Globo.com online zu bringen. Dort wird die Integration aller Mediensparten vorangetrieben, das Portal dient als Tür in die bunte und vor allem riesige Welt des Globo-Konzerns. Jedes eigene Produkt ist hier repräsentiert, durch einen Klick kann der Besucher sofort zur korrespondierenden Website verbunden werden und findet sich auf den Seiten des Auftritts des jeweiligen Mediums wieder.

Der Aufbau der globo.com Seite beruht auf den vier Pfeilern Nachrichten, Sport, Unterhaltung und Videos. Im Nachrichtenbereich hat Globo durch die Gründung des Portals G1 eine Seite geschaffen, die inhaltlich 24 Stunden am Tag mit News gefüttert wird. Bei G1 wird viel Wert auf Aktualität und Schnelligkeit gelegt, es ist das Aushängeschild des Konzerns für den seriösen und vor allem schnellen Nachrichtenjournalismus. Die Seite lebt neben ihrer Schnelligkeit auch von ihren multimedialen Inhalten. Unter der Rubrik Videos sind zu zahlreichen Nachrichtenthemen in kurzer Zeit bewegte Bilder zu finden.

Außerdem findet sich auf globo.com auch der Link zum Online-Portal der Zeitung O Globo. Im Vergleich zu G1 kommt der Onlineauftritt des Printproduktes optisch etwas altbacken da-her, obwohl zum zehnjährigen Bestehen 2006 ein kompletter Seitenrelaunch vorgenommen wurde. Auch hier wurde dem Leser mehr Platz eingeräumt, die Idee des partizipativen Journalismus drängt sich auch ins seriöser gehalten Blatt O Globo. Die Seite zählt 2,5 Millionen registrierte Benutzer, im täglichen Durchschnitt wird sie von 350.000 Lesern besucht. Der Konzern drängt mit allen Mitteln darauf, auch online Geld zu verdienen und trifft seine Vorbereitungen. Viele der älteren Nachrichtentexte und Reportagen können nur als Teaser gelesen werden, danach ist eine – bislang noch kostenfreie – Registrierung notwendig.

Eine der erfolgreichsten Einzelproduktseiten ist der Online-Auftritt der populären Zeitung Extra. Unter www.extra.globo.com finden sich täglich laut GoogleAnalytics (Stand: September 2009) 5,7 Millionen Leser ein. Mit 21,4 Millionen täglichen Page Impressions liegt Extra damit unter den drei meistbesuchten Onlinezeitungsseiten des Landes. Neben dem reinen Nachrichten und Unterhaltungsgeschäft, versucht der Konzern seit dem Jahr 2000, seine breite Merchandise- und Markenpalette an den Konsumenten zu bringen. Auf der Seite globomarcas.com.br stehen DVD- und CD-Kollektionen genauso bereit wie Bücher zur Serie oder Modeschmuck und Schuhe. Nach eigenen Auskünften hält die Seite 1700 Produkte zur Auswahl bereit. Seit 2003 expandiert Globomarcas auch ins Ausland, damit "nicht nur der Fernsehzuschauer in Brasilien dem Universum von Rede Globo näher sein kann".

Tonstudios
Die Studios von Som Livre wurden 1969 mit dem Ziel gegründet, die Titelmelodien der Telenovelas zu entwickeln, aufzunehmen und zu vermarkten. Doch selbst bei der strammen Produktionsgeschwindigkeit der Seifenopern waren die Studios mit dieser Aufgabe nicht ausgelastet. So wurden nach und nach Aufnahmen und ganze Kollektionen vor allem nationaler Künstler, später auch internationaler Bands und Sänger auf den Markt gebracht. Derzeit sind die Studios von Som Livre eine 100-prozentige Tochter von TV Globo und dienen, auch im Internet, als Kanal für die Vermarktung von DVDs und CDs, genauso wie dem elektronischen Vertrieb von Musik und Handyklingeltönen. Mit einer Produktionskapazität von 80 Neuerscheinungen jährlich arbeitet das Studio exklusiv für den Globo-Konzern.

Filmproduktion
Seit 1998 ist der Globo-Konzern mit seiner Tochterfirma Globo Filmes auch im Markt für Filmproduktion tätig. Hauptunternehmenszweck ist "die Produktion von qualitativ hochwertigen, künstlerisch anspruchsvollen Filmen", die die "nationale Kultur fördern, die audiovisuelle Industrie Brasiliens stärken, neue Talente anziehen und die Synergien zwischen Kino und Fernsehen erhöhen." Bislang hat Globo Filmes mehr als 90 Filme produziert, die 90 Millionen Besucher in die Kinosäle zogen. Dieser Unternehmenszweig der Globo-Gruppe hat sich ausdrücklich nicht dem Profit, sondern der Kulturförderung verschrieben. Mit relativ großem Erfolg: Lag der Anteil der Zuschauer, die sich im Kino brasilianische Filme anschauten, im Jahr 1993 noch bei 0,1 Prozent (45.500 Zuschauer), sahen sich zehn Jahre später mehr als 22 Millionen Menschen (21 Prozent) brasilianische Produktionen an. Große Erfolge feierten die Filme "Se Eu Fosse Você – Wenn ich du wäre" und der Favelafilm "Cidade de Deus – Stadt der Götter", der vier Nominierungen für den Oscar bekam.

Werbung
Im Jahr 2010 hat die Globo-Gruppe rund 72 Prozent ihrer Einnahmen mit dem Verkauf von Werbung erzielt. Die ausgewiesenen 7,5 Milliarden Reais stammen dabei hauptsächlich aus dem Verkauf von Werbeplätzen im Free- und Pay-TV und dem in Brasilien sehr verbreiteten Product Placement und Merchandising. Die Platzierung von Produkten sowie die Möglichkeit, die "Lieblingsprodukte" der Stars in Globo-angegliederten Shops zu kaufen, spricht vor allem die vielen Zuschauer der Telenovelas an. Weitere Einnahmequellen sind der klassische Anzeigenverkauf in den Printprodukten und auf den Onlineseiten der Gruppe.

Ein weiteres lukratives Geschäftsfeld ist das Sportsponsoring. Die Ausrichter kaufen bei Globo großzügig Werbeplatz für das jeweilige Großevent ein. Es ist zu erwarten, dass Globo mit der anstehenden Fußballweltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2016 seinen Umsatz in schwindelerregende Höhen treiben wird.

Aktuelle Entwicklungen

Prozesse

Ein so großer Medienkonzern wie Globo ist unweigerlich in verschiedene juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Im Juni 2012 jedoch ist bemerkenswerterweise bekannt geworden, dass der brasilianische Staat einen Zivilprozess gegen das Unternehmen angestrengt hat. Ursache ist ein Vorfall im Big-Brother-Container. Im Januar 2012 (12. Staffel) war dort vor laufenden Kameras ein vermeintlicher Lustmord gezeigt worden. Nach Angaben des zuständigen brasilianischen Ministeriums wird Globo aufgefordert zu verhindern, dass "egal, ob im Free- oder Pay-TV, Szenen gezeigt werden, die in irgendeiner Weise tatsächlich kriminelles Handeln zeigen oder die Vermutung aufkommen lassen, dass kriminelle Handlungen begangen werden." Das Ministerium wünscht sich eine Verurteilung des Unternehmens zu Sozialbeiträgen, in denen die Rechte der Frauen dargestellt werden und animierte die Fiskalbehörden, das Big-Brother-Format stärker zu besteuern.

Markt

Internationale Auszeichnungen: Das Nachrichtenformat "Jornal Nacional" gewinnt bei den Emmy Awards 2011 in New York in der Kategorie Nachrichten den ersten Preis. Sieben Mal war die Sendung bereits nominiert, bevor es im Oktober 2011 klappte. Die Auszeichnung ging wegen seiner Berichterstattung über den Einmarsch öffentlicher Ordnungskräfte in eine der größten Favelas (Complexo Alemao) an das Format. Schon im Frühjahr hatte Globonews den in den USA vergebenen International Design Excellence Award gewonnen. Für den visuellen Relaunch der Sendung räumen die Macher der Abteilung Kunst im Journalismus von TV Globo in der Kategorie Designstrategie ab. Für seine Berichterstattung über den "versehentlichen Mord" am brasilianischen Elektrotechniker Jean Charles de Menezes, der 2005 in der Londoner U-Bahn von der Polizei fälschlicherweise für einen Terroristen gehalten wurde, landet Globonews im Wettbewerb PromaxBDA Promotion auf dem dritten Platz. Ein weiterer Relaunch ereilte die populären Nachrichtensendungen "Bom dia Rio" und "RJTV". Seit Mitte April wird aus einem neuen Studio im Jardim Botânico aus Rio gesendet. Das Highlight: 180° Perspektive durch großzügige Glasfenster ermöglicht den Blick auf Rios Top-Sehenswürdigkeiten: Zuckerhut, Lagoa, Jockey-Club, die Strände von Ipanema und Leblon und den Christo Redentor.

Die Fernsehsparte des Konzerns macht der Geschäftsführung ohnehin viel Freude. Octávio Florisbal, CEO Rede Globo, feiert auf einem Medienkongress in Sao Paulo Anfang Oktober 2011 sogar die "Wiedergeburt des Fernsehens". Durch neue Technologien wie HD, Smart TV oder Video on Demand (VoD) sei Nachfrage nach neuen Produkten und Inhalten entstanden, die Globo gerne bedienen wird. Das Augenmerk der Sendergruppe, so betonte Florisbal, wird in der kommenden Zeit vor allem auf die soziale Klasse "C" (Mittelschicht) gerichtet, die gesellschaftlich immer mehr an Einfluss gewinnt. "Wir wollen umfassender werden und mehr Inhalte auch für diese Zielgruppe schaffen, ohne an Qualität zu verlieren", sagte Florisbal. Dies Aufgabe, für alle sozialen Schichten gleichermaßen hochwertige mediale Angebote zu mache, würde immer komplexer, sagte er CEO. Dies mache es der Konkurrenz leichter, im Markt mitzumischen. Für die Rechte an den brasilianischen Fußballmeisterschaften 2012 bis 2015 musste Globo dementsprechend das Doppelte ausgeben. "Die Bieter haben teilweise sehr aggressive Angebote gemacht. Wir haben den Zuschlag bekommen und denken, dass wir die Investition in den vier Jahren auch wieder einspielen", sagte Florisbal. Die Sicherung der Fußballübertragung war nach dem herben Verlust der Rechte an den Olympischen Spielen 2012 in London (sie gingen an Record) ein absolutes Muss für den Konzern. Im Februar 2012 konnte Florisbal dann auch Erfolg bei den Bieterverfahren für die Fußballweltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Quatar vermelden. Die erworbenen Übertragungsrechte schließen neben dem öffentlichen Fernsehen auch Pay-TV, Smartphones und Internet mit ein.

Mit Besorgnis registriert Florisbal die Aktivitäten der ausländischen Medienkonkurrenz. In Zeiten, wo es für sie nur wenige Chancen gebe, im heimischen Markt zu wachsen, würde Brasilien immer interessanter. "Es ist wichtig, dass wir den Markteintritt dieser Player regulieren." Die Unternehmensberatung Ernst&Young hatte bereits vor einigen Jahren diese Entwicklung vorhergesehen. In einer Studie über die Emerging Markets Brasilien, Indien, Russland und China macht sie ausländische Investoren auf die Einstiegsmöglichkeiten aufmerksam. In der Studie wird vor allem auf das Potential des Fernsehens und der Mobilfunkplattformen hingewiesen.

Globo sucht angesichts dieser Entwicklung und auch wegen des durch die Finanzkrise geschwächten europäischen Marktes die Flucht nach vorne. Internationale Koproduktionen werden für den Konzern immer wichtiger. Auf dem im März 2012 in Miami abgehaltenen Napte-Kongress (National Association of Television Program Executives) verkündete der Direktor für Internationale Inhalteentwicklung, Guilherme Bokel, dass neun neue Projekte mit und für die USA produziert würden - und zwar auf Englisch.

Mit geringem medialen Rummel, dafür aber mit einigermaßen großem Erfolg vertreibt Globo seit Anfang 2011 seine Fernsehinhalte als Kauf- oder Leihversion zum Download. Auf der Seite www.globomarcasdigital.com.br kann sich der Konsument zwischen dem Kauf der gesamten Staffel oder einzelner Episoden entscheiden. Im Verleih bleibt der Inhalt für 48 Stunden auf der Festplatte erhalten. Im Angebot sind sowohl alte wie auch aktuelle Serien. Beworben wurde dieser neue Service lediglich in Globo-eigenen Produkten: Mit Werbebannern auf den Webseiten oder Anzeigen in den Printmedien


Neue Technologien

Für die Zukunft sieht Globo immer noch großes Wachstumspotential in den Bereichen digitales Fernsehen und besonders im mobilen Markt. In den Jahren 2012-2014 würde Globo "eine Konsolidierung der digitalen Plattformen" erleben, sagte Octávio Florisbal. Gleichzeitig sieht der CEO TV Globo aber ein "großes Potential" in der Mobilität. Demzufolge weisen aktuelle Studien darauf hin , dass bis zum Jahr 2016 100 Millionen mobile Endgeräte Smartphones sein werden.

Entsprechend geraten IPhone und IPad immer mehr in den Fokus der Entwickler. Seit Juni 2012 bietet Globo.com eine IPhone-App an, mit der es möglich ist, Inhalte von Globo TV (sowohl öffentlich wie auch Pay-TV) mobil anzusehen. Ab August 2012 sthet die App auch für das Ipad zur Verfügung, während die Android-Varianten erst am Jahresende erwartet werden. Im Juni 2011 lancierte die Globo-Gruppe erstmalig Werbeinhalte, die a) ausschließlich für das IPad geeignet sind und b) vom Werbetreibenden nicht in einem Gesamtpaket mit traditioneller Werbung in Print- oder andern Offline-Medien eingekauft werden mussten. Für das Unternehmen RJZ/Cyrela standen knapp drei Wochen lang diverse Applikationen zur Interaktion mit den Kunden (Lokalisierung, Videos, Fotogalerien) zur Verfügung. Globo verstärkt damit seinen Anspruch auf eine Führungsrolle im Bereich Multiplattformen und dem dazugehörigen Marketing. Im März 2011 lancierte Rede Globo die App "Morde e Assopra", die zur gleichnamigen Telenovela gehört (Bite and Blow in der englischen Übersetzung). Die App soll es Anwendern leichter machen, sich auf witzigere und weniger komplizierte Art bei jemandem zu entschuldigen. Dafür stehen verschiedene Arten von Entschuldigungsprototypen zur Verfügung, die durchs Telefon geseufzt werden.

Im Bereich der Mobilfunkplattformen baut die Globo-Gruppe vor. So steht eine Applikation im Raum, die in Zukunft Fernsehinhalte leichter auf mobile Endgeräte übertragen soll und vor allem die Beteiligung und Interaktion mit den Zuschauern vereinfacht. Bei der kommenden brasilianischen Big Brother Staffel sollen die Hausbewohner nicht mehr per SMS abgewählt werden, sondern mittels eines simplen Klicks auf das Foto des jeweiligen Kandidaten aus dem Haus fliegen. Benchmark ist laut Raymundo Barros, Technologiedirektor der Sendergruppe, der japanische Markt. Dort werden bereits 80 Millionen mobile Endgeräte verwendet, die die neue Applikation verarbeiten können. „Bis zur Fußballweltmeisterschaft 2014 wollen wir 30 Millionen solcher Endgeräte im Markt haben“, sagte Barros.


Ein weiteres Projekt richtet sich an die Millionen Pendler Brasiliens. Seit Oktober 2009 zeigt das Fernsehnetzwerk in 300 Autobussen der Kette BusMídia in São Paulo sechsminütige Zusammenschnitte beliebter Serien und Telenovelas. Es gäbe darüber hinaus Expansionspläne, sagt Jorge Rosa, Promotiondirektor für Multimediainhalte von Rede Globo. Die Sendergruppe stattet demnach 30 Busse mit Full TV digital aus, um die Übertragung von Livesendungen zu testen. Da die Übertragung von Ton in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Wirtschaftsmetropole verboten ist, wird auch die gleichzeitige Übertragung des Tons auf mobile Endgeräte getestet.

Mit der Lancierung des Produktes "Geomídia" verfolgt Globo ein ähnliches Ziel für die etwa drei Millionen Pendler in den öffentlichen Verkehrsmitteln Rio de Janeiros. Sie sollen auf ihrem Arbeitsweg von Nachrichten und Informationen des Netzwerks begleitet werden. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen eine Marktanalyse in Auftrag gegeben, die die pendelnde Bevölkerung zwischen 16 und 30 mit ihren unterschiedlichen Bildungsniveaus in Zeitraster einteilt. Dadurch wird ein tages- und stundengenauer Informationszuschnitt möglich: Mal flimmern mehr Nachrichten, mal mehr Sport oder Kultur über die Bildschirme. 150 Busse wurden bereits mit Flachbildschirmen ausgestattet. Die Zeitrasterplanung ermöglicht in Zukunft darüber hinaus ein perfektes Zusammenspiel mit Globos Werbepartnern.



Expansion und neue Zielgruppen Mit großem Aufwand bereitet sich die Globo Gruppe auf die Fußballweltmeisterschaft 2014 (Rio ist Austragungsort des Finales) und die Olympischen Spiele 2016 vor. Die bestehenden Strukturen seien nicht ausreichend für den erwarteten medialen Ansturm sagte der CEO von TV Globo, Octavio Florisbal. Demzufolge seien drei große und ein kleineres Gebäude im Neubau, um allen Fernsehteams "Obdach zu gewähren". "Wir investieren mehr als 500 Millionen Reais in den Ausbau der Infrastruktur", freute sich Florisbal. Das neue Gebäude in São Paulo ist derweil fertig gestellt; darüber hinaus sind weitere Projekte in Brasilia geplant. Wie ernst es Globo tatsächlich mit der medialen Vollattacke auf allen Plattformen zu den anstehenden Großereignissen ist, war bereits bei der Austragung der Copa América 2011 zu beobachten. Für das Fußballturnier in Argentinien wurden 134 Reporter von TV Globo, globoesporte.com und Sportv entsandt, die Inhalte für die 24-stündigen Übertragungen garantierten. Den Reportern stand dabei ein eigener Satellit zur Datenübertragung zur Verfügung.

Seit Ende 2011 hat der Medienriese besonders im Bereich TV die erstarkende Mittelklasse Brasiliens als Zielgruppe ins Auge gefasst. Die so genannte Klasse C (A und B gelten als Oberschicht) umfasst nach Angaben von Octávio Florisbal (CEO TV) "110 Millionen Menschen und zeichnet für etwa 50 Prozent des Konsums in Brasilien verantwortlich".

Seit dem 1. April 2011 können sich auch die Jüngsten in der virtuellen Welt von Globo vergnügen. Unter http://www.mundodositio.com.br ist eine neue Community entstanden, die sich an die Zielgruppe der Fünf- bis Zehnjährigen richtet. Mehr als 30 Spiele und Aktivitäten werden angeboten, einige davon auch mit pädagogisch wertvollem Hintergrund, wie die Gruppe betont. Der Zugang erfolgt zum Teil gratis, natürlich möchte die Gruppe aber eine langfristige Kundenbindung etablieren. Das Monatsabonnement kostet knapp sieben Reais. Globo hat über ein Jahr in die Entwicklung dieser neuen Plattform investiert. 60 Programmierer, Zeichner, Animationsspezialisten, Spieledesigner, Musiker und Journalisten waren involviert.

Telenovelas Die Erfolgsserie „Caminho das Índias“ gewinnt bei den 37. Emmy Awards 2010 den Preis für die beste Telenovela. Es ist bereits der vierte Emmy für Globo nach den Erfolgen 1981, 1982 und 1983. Außerhalb Brasiliens wird die für 50 Millionen US-Dollar produzierte Serie zum ersten Mal in Rumänien ausgestrahlt. Im April 2010 meldet der Direktor für Internationales, Ricardo Scalamandré, stolz, dass die Serie bereits an 90 Länder verkauft wurde. „Normalerweise brauchen wir zwei Jahre, um diese Verkaufszahl zu erreichen, Caminho das Índias hat es in 90 Tagen geschafft.“ Der bislang erfolgreichste Soap-Verkaufsschlager der Globo-Gruppe ist „Da Cor do Pecado“. Sie wurde in 100 Ländern ausgestrahlt.

Das Merchandising für in Telenovelas gezeigte Produkte wird ausgebaut. Im Mai 2010 präsentiert das Unternehmen Globo Marcas den ersten virtuellen Shop ausschließlich für Produkte der Novela „Passione“. Dort sind neben anderen Requisiten auch Schuhe, Schmuck und Taschen im Angebot. Im Januar 2011 eröffnet die "Loja BBB", das Online-Shopping-Paradies für die Zuschauer der 11. Staffel Big Brother Brasil.

Globo wagt mit seinen Eigenproduktionen den Sprung auch auf schwieriges Terrain: Seit Anfang 2011 strahlt einer der beiden meistgesehenen Kanäle Chinas, CCTV-8, die Produktionen "Mulher" und " A Casa das Sete Mulheres" aus. Der Kanal hat im Land etwa 200 Millionen Zuschauer und ist auf Fernsehdramen mit viel Herzschmerz spezialisiert. Gleichzeitig wurde die Erfolgsnovela "Caminho das Índias" an dies saudische Middle East Broadcasting verkauft. Sie versorgt 22 Länder im arabischen Afrika und mittleren Osten mit Inhalten. Die Novela wird in Zukunft unter anderem in Ägypten, Syrien sowie Qatar und Saudi Arabien zu sehen sein. Auch das persische Publikum wird in Zukunft Globo-produzierte Schnulzen über die Mattscheiben flimmern sehen. Der Satellitensender PMC Familiy wird in den kommenden drei Jahren sieben Novelas ausstrahlen. Weiter verkauft Globo seine Inhalte in Zukunft an Taiwan, Vietnam, die Mongolei



Links

1|2|3|4|5|6 Auf einer Seite lesen

Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

Mehr lesen

Dossier

Deutsche Fernsehgeschichte in Ost und West

Hier der "Tatort", dort der "Polizeiruf", hier die "Tagesschau, dort die "Aktuelle Kamera": Diese Sendungstitel stehen für TV-Ikonen in Ost und West. Welche Brüche und Gemeinsamkeiten zeichnet die Fernsehgeschichte im geteilten Deutschland aus? Was hat sich seit der Wende verändert?

Mehr lesen