LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Bonnier AB

Umsatz 2011: SEK 29,819 Mrd. (€ 3,302 Mrd.)

Management

Bonnier AB gehört heute 73 Familienmitgliedern, die Aufsplitterung der Firma wird durch eine 1998 getroffene, bis 2030 geltende Regelung verhindert, wonach 70 Prozent der Eigentümer einem Verkauf oder dem Börsengang des Unternehmens zustimmen müssen. Innerhalb der Familie, so berichtete Dagens Media, werden die unterschiedlichen Zweige des Bonnier-Geschlechts scherzhaft in drei Kategorien aufgeteilt.

"Den rika", die Reichen, sind die vergleichsweise wenigen Erben von Åke Bonnier. Eva Bonnier, und ihren Brüdern Pontus, Karl-Otto und Åke gehören 45 Prozent des Unternehmens. Das einflussreichste Mitglied dieses Familienzweigs ist Pontus Bonnier, stellvertretender Vorsitzender von Bonnier AB und geschäftsführender Direktor der Bonniers Konsthall sowie der AB BonInvest.

"Den fattiga", die Armen, stammen von Kaj Bonnier ab, dem langjährigen Leiter des defizitären Zeitschriftenverlags Ahlen & Akerlund. Zwischen ihm und Albert Jr., einem Sohn von Tor, war es zu massiven Spannungen gekommen, die damit endeten, dass Bofo 1952 Kajs Anteile aufkaufte. Die Tageszeitung Dagens Nyheter wurde zusätzlich in eine separate Firma überführt, an der Kaj Bonnier beteiligt blieb. Seit dem 26.1. 1995 firmiert die Holding unter dem Namen Tidnings AB Marieberg.

"Den kåta", die Geilen, bezeichnet die zahlreichen Nachkommen Tor Bonniers, der dreimal verheiratet war und entsprechend viele Kinder hatte. Zu seinen Enkeln gehören unter anderem Jonas, Andreas, Carl-David, Beatrice und Jan Bonnier sowie ihre Halbschwester Anna Toss, die seit 2007 gerichtlich um einen Anteil am großväterlichen Erbe kämpfte.

Seit 1. Januar 2008 steht Jonas Bonnier an der Spitze des Familienunternehmens. Der 1963 geborene Enkel von Tor Bonnier arbeitete nach dem Studium an der Universität von Uppsala zunächst als Lehrer, bevor er 1988 mit "Prinsessan och halva kungariket" (dt.: Die Prinzessin und das halbe Königreich) den ersten von insgesamt sechs Romanen schrieb. Später arbeitete er in der Magazin-Sparte des Unternehmens und baute 1996 den Zweig Bonnier Online auf. Ab 2005 gehörte Jonas Bonnier zum Vorstand der Bonnier AB, wo er für die Abteilungen Buch, Business Press und Magazine verantwortlich war.

Als Bonnier seinen neuen Posten antrat, hatte er mehrere Ziele formuliert: Expansion der Internet-Sparte, verstärkt Fernsehsender kaufen, Fusion von Zeitungen. Eine der ersten Neuerungen, die er einführte, war die Sparte Bonnier Research & Development, kurz Bonnier R&D, plus einem Ideen-Labor namens "B. Vision", die dabei helfen sollen, "das Internetunternehmen der Zukunft zu entwickeln". Schweden solle dabei als Testmarkt für die Lancierung neuer technischer Produkte dienen. R&D angegliedert ist die B.Media Invest, die seit 2009 neu gegründeten und bereits finanzierten Medien-Unternehmen im B2B- und Konsumentenbereich Hilfe bei der Markteinführung durch kostenlose Werbung in den Medien des Konzerns anbietet. Im Gegenzug erhält Bonnier Anteile an den entsprechenden Firmen. Unter den bislang geförderten Start Ups sind unter anderem das Medizinportal Netdoctor.se und eine Rabatt-Webpage für Senioren.


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