LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Bonnier AB

Umsatz 2011: SEK 29,819 Mrd. (€ 3,302 Mrd.)

Engagement in Deutschland

Der Bonnier AB gehört eine der vier größten deutschen Buchverlags-Gruppen, außerdem ist das Unternehmen an Fachverlagen beteiligt. Die Bonnier Media Deutschland GmbH (München) ist Teil der Sparte Bonnier Books und bündelt unter ihrem Dach die Verlage Carlsen, Piper, Thienemann, arsEdition, Malik, Pendo, und Ullstein/Econ/List sowie den Buchvertrieb Blank. Bonnier wurde in Deutschland 1993 mit dem Kauf der Verlage Piper und arsEdition aus München und Carlsen aus Hamburg aktiv. Der Piper-Verlag publiziert vor allem fiktionale und non-fiktionale Literatur für Erwachsenen im Taschenbuchformat, während arsEdition neben hochwertigen Kinderbüchern auch Kunst- und Geschenkbücher herausgibt. 2001 übernahm Bonnier den bereits 1849 gegründeten Kinderbuchverlag Thienemann. 2003 folgten die Ullstein Buchverlage, zu denen die Verlage Allegria, Claassen, Econ, List, List Taschenbuch, Marion von Schröder, Propyläen, Ullstein und Ullstein Taschenbuch gehören. Vorausgegangen war das Vorhaben der Axel Springer AG, die Verlagsgruppe Ullstein Heyne List an Bertelsmann zu verkaufen. Das Bundeskartellamt mahnte das Vorhaben am 21. Mai 2003 ab. Die Bonnier AG hatte Econ Ullstein List daraufhin im Oktober des gleichen Jahres unter der Voraussetzung aus der Gruppe herausgekauft, dass der Verkauf des Heyne Taschenbuchverlags an Random House kartellrechtlich genehmigt werde, was einen Monat später auch geschah. Wie wichtig der deutsche Buchmarkt für Bonnier AB ist, zeigt der Erfolg der Harry Potter-Reihe, durch die sich die Einnahmen des Carlsen-Verlags im Jahr 2007 verdreifachten. Auf den Zauberschüler folgten Vampire: Im Geschäftsbericht 2009 der Bonnier AB wird dezidiert darauf hingewiesen, dass die Twilight-Serie der Autorin Stephenie Meyer, die bei Carlsen bzw. in einer Taschenbuch-Version für Erwachsene auch bei Piper erschien, "wesentlich zum Geschäft beigetragen" habe.

Für den Kauf von 95 Prozent der Geschäftsanteile am Taschenbuchvertrieb Ingeborg Blanck GmbH durch die Bonnier Media Holding GmbH gab das Bundeskartellamt am 12. Februar 1999 grünes Licht. Im entsprechenden Beschluss heißt es, das Geschäft des "Taschenbuch-Vertrieb Ingeborg Blanck GmbH besteht im Verkauf von nicht ladenpreisgebundenen Mängelexemplaren und Auflagenresten verschiedener Verlage; außerdem werden Billigausgaben englischer Taschenbücher importiert und vertrieben.. Im Jahre 1997 wurden damit Umsätze in Höhe von 3,8 Mio. DM erzielt." Dieser Umsatz sei gegenüber dem deutschen Taschenbuchmarkt, auf dem im Jahre 1996 ein Umsatz "in Höhe von ca. 1,2 Mrd. DM getätigt wurde" so gering, dass die Auswirkungen des Zusammenschlusses "demgegenüber nicht messbar" seien.

Im Bereich der Wirtschaftsinformationen hält Bonnier einen 30-prozentigen Anteil an Unternehmen Bisnode (bis 2005: Bonnier Business Information), zu dem unter anderem der in Darmstadt ansässige Fachverlag Hoppenstedt und der Wirtschaftsinformationsdienstleister D&B Deutschland gehören.

Hoppenstedt ist der führende deutsche Fachverlag für Informationstechnik, Automation und Logistik (Titel: "Scope", "handling", "LABO", "Kunstoff Magazin", "MTA Dialog"). Außerdem bietet das Unternehmen diverse Dienstleistungen von Finanzinformationen, Vertrieb und Direktmarketing bis zu Controlling und Unternehmensanalyse an. Die Bonnier Business Information (BBI) hatte Hoppenstedt im Jahr 2000 übernommen. 2004 folgten die Dun & Bradstreet-Geschäfte (mittlerweile D&B) in Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen und der Schweiz. Der Wirtschaftsinformationsanbieter D&B Deutschland wurde bei Hoppenstedt eingegliedert. 2005 schloß sich Bonnier Business Information mit dem Informationsdienstleister Infodata zusammen, der zu dem schwedischen Unternehmen Ratos AB gehört. Es entstand das Unternehmen Bisnode AB, an dem Ratos mit siebzig Prozent und Bonnier mit dreißig Prozent beteiligt sind.


Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

Mehr lesen

Dossier

Deutsche Fernsehgeschichte in Ost und West

Hier der "Tatort", dort der "Polizeiruf", hier die "Tagesschau, dort die "Aktuelle Kamera": Diese Sendungstitel stehen für TV-Ikonen in Ost und West. Welche Brüche und Gemeinsamkeiten zeichnet die Fernsehgeschichte im geteilten Deutschland aus? Was hat sich seit der Wende verändert?

Mehr lesen