LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.7.2011

Daily Mail & General Trust plc

Umsatz 2010: £ 1,984 Mrd. (€ 2,313 Mrd.)

Aktuelle Entwicklung

Anhaltende Unsicherheit über die mittelfristigen Aussichten angesichts des wirtschaftlichen Umfelds und des fragilen Verbrauchervertrauens in Großbritannien beklagt der Ende März erschienene vorläufige Halbjahresbericht zum (stets im November beginnenden) DMGT-Geschäftsjahr 2010/2011 - insbesondere für die B-to-C-Unternehmen, also die Publikumsmedien. Zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres (Geschäftsbericht 2009/10; PDF) hatte CEO Martin Morgan noch "vorsichtig optimistisch" in die Zukunft geblickt.

Besonders der achtprozentige Ertragsrückgang der Lokalszeitungssparte Northcliffe Media, bei der es erneut 317 Stellen abgebaut wurden, rund sieben Prozent der Belegschaft (vgl. auch Guardian), springt ins Auge. DMGT kündigte aufgrund solcher Umstrukturierungskosten negative Einmaleffekte auf die Bilanz an - zu denen weitere hinzukommen dürften, sobald die avisierte Verlegung der Druckerei aus London nach Thurrock, Essex zustande kommt, über die der Konzern mit der Belegschaft verhandelt. Auch die steigenden Druckkosten, u.a. wegen steigender Papierkosten, werden beklagt. Gerüchte, der Konzern könne sich ganz von seiner Lokalzeitungssparte trennen (vgl. Telegraph) werden jedoch dementiert.

Insgesamt vermeldet der Konzern jedoch positive Zahlen fürs erste Geschäftshalbjahr. Um zwei Prozent sei der Ertrag gestiegen, was sich erneut vor allem den B-to-B-Geschäften verdankt, die inzwischen in den Geschäftsberichten vorangestellt werden. Auch das nationale Zeitungsgeschäft vermeldet einen Ertragsanstieg um zwei Prozent, der sich bei leicht gesunkenen Vertriebserlösen vor allem Onlineanzeigen verdanke. Im Gesamtgeschäftsjahr 2009/10 hatten sowohl die "Daily Mail" als auch "Metro" beim operativen Gewinn Rekordergebnisse erzielt, hieß es damals.

Anfang 2011 war DMGT Teil einer britischen "Media Alliance", die ernste Einwände gegen die Komplettübernahme der erfolgreichen Pay-TV-Plattform BSkyB durch den bisherigen Minderheitsgesellschafter, den auch auf dem britischen Zeitungsmarkt sehr präsenten Rupert Murdoch vorbrachte. Diese Position setze sich jedoch nicht durch, sodass die Übernahme Murdoch ohne wesentliche Zugeständnisse gestattet wurde (vgl. Tagesspiegel).

Der Aktienkurs von DMGT, der 2007 noch bei über 800 GBp gelegen hatte, ist seither gesunken. Wegen zu niedriger Börsenkapitalisierung wurde die Aktie aus dem prestigeträchtigen FTSE 100-Index der börsennotierten britischen Unternehmen wieder in den FTSE 250-Index zurückgestuft. 2009 rangierte der Kurs oft unterhalb der 400-Pence-Marke, 2011 liegt er zumeist über der 500 Pence-Marke.


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