LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

7. Bauer Media Group

Umsatz 2011: € 2,004 Mrd.

Das Familienunternehmen Heinrich Bauer Verlag KG (Bauer Media Group) mit Sitz in Hamburg ist einer der großen Player im deutschen Publikumszeitschriftenmarkt. Die Verlagsgruppe publiziert insgesamt 308 Titel in 14 Ländern, 46 davon in Deutschland.

Gudrun und Heinz Bauer von der Verlagsgruppe Bauer posieren in Hamburg bei der Verleihung des Medienpreises "Die Goldene Feder 2006".Firmenpatriarch Heinz Heinrich Bauer und seine Ehefrau Gudrun. (© AP)

Überblick

Das Familienunternehmen Heinrich Bauer Verlag KG (Bauer Media Group) mit Sitz in Hamburg ist einer der großen Player im deutschen Publikumszeitschriftenmarkt. Die Verlagsgruppe publiziert insgesamt 308 Titel in 14 Ländern, 46 davon in Deutschland. Wichtige Zeitschriften sind "Bravo", "Auf einen Blick", "TV-Movie", "tv14" und "Neue Post". Mehr als die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen im Ausland: Im Jahr 2009 lag der Auslandsanteil am Umsatz bei 57 Prozent.

Basisdaten

Hauptsitz:
Burchardstraße 11, 20077 Hamburg
Telefon: 040 / 30 19 - 0
Fax: 040/ 30 19 - 1080
Internet: www.bauermedia.com


Branche: Printmedien, elektronische Medien
Rechtsform: KG
Geschäftsjahr: 01.01. -31.12.
Gründungsjahr: 1875 als J.A.L. Bauer, 1962 Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft
Geschäftsführer: Heinz Heinrich Bauer

Geschichte und Profil

1875 gründet Johann Andreas Ludolph Bauer (1852 – 1941) einen kleinen, nach ihm benannten Betrieb für Lithografie und Steindruckerei am Billhorner Röhrendamm in Hamburg. Dort druckt das vorübergehend in Bauer & Baltzer umbenannte Unternehmen ab 1897 die Rothenburgsorter Zeitung, ein kostenloses Anzeigenblatt. Wenige Jahre später übernimmt der Sohn des Gründers, Heinrich Bauer, die Druckerei. Der Familienbetrieb verlegt sein Stammhaus 1923 in die Burchardstraße und gibt ab 1926 die Zeitschrift "Rundfunkkritik" heraus. Mit der zunehmenden Bedeutung des neuen Mediums Radio steigt auch die Auflage. Aus der "Rundfunkkritik" wird die "Funk-Wacht". Nach Kriegsende übernimmt Alfred Bauer die Geschäftsführung von seinem Vater Heinrich. Da Bauer in der Nachkriegszeit von der britischen Verwaltung keine Presselizenz erhält, kann mit dem Verlegen von Zeitschriften erst wieder nach Gründung der Bundesrepublik begonnen werden. In den 60er Jahren expandiert der Verlag - weniger aufgrund der Einführung eigener Titel als durch den Zukauf von Verlagen. 1961 wird der Kurt-Müller-Verlag aus Düsseldorf erworben, 1963 der Wiener Lachner Verlag. Im selben Jahr übernimmt Heinz Heinrich Bauer die Verlagsleitung. Mit der Akquise von Titeln wie "Hören und Sehen", "Quick" und "Bravo" wächst das Unternehmen rasant und setzt zum Sprung ins Ausland an. 1980 startet mit "Woman´s World" die erste Bauer-Zeitschrift in den USA. Es folgt in den 80er Jahren die Gründung von Tochtergesellschaften in Frankreich, Großbritannien und Spanien. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nutzt Bauer wie viele andere deutsche Verlage die Chance zur Expansion in Mittel- und Osteuropa. Polen wird zu einem wichtigen Markt, auf dem die Hamburger Verlagsgruppe kräftig mitmischt. Heute agiert die Verlagsgruppe in 15 Ländern.

Aber es müssen auch Rückschläge hingenommen werden. Anfang der neunziger Jahre wird das Magazin "Quick" eingestellt. Auch das Projekt, dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" mit dem eigenen Nachrichtenmagazin Ergo Konkurrenz zu machen, scheitert schließlich. Zudem stockt die geplante Ausweitung des Engagements im Tageszeitungsmarkt. Zwar ist Bauer interessiert, als der Verkauf der Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel" zur Disposition steht - ein renommiertes Hauptstadtblatt soll das biedere Image des Fernsehwoche-Verlags aufpolieren - das Geschäft scheitert jedoch am Holtzbrinck-Verlag und Bauer nennt weiterhin lediglich die "Magdeburger Volksstimme" sein eigen. Weiterhin ist Bauer 2002, wie wohl jedes schlagkräftige deutsche Medienunternehmen, als potenzieller Käufer von Sat.1 und Pro Sieben aus der Kirch-Konkursmasse im Gespräch. Die Unterzeichnung der bereits unterschriftsreifen Verträge scheitert jedoch, weil man sich nicht über den Status von Kirchs Filmrechtebibliothek einigen kann.

In der Konsequenz bleibt Bauer seinem Stammgeschäft, den Zeitschriften, über die Jahrzehnte mehr oder weniger treu. Eine Beteiligung an Sat.1, für das in den 80er Jahren einige Formate produziert werden, wird wieder ad acta gelegt. Im Bereich der elektronischen Medien tragen heute die Beteiligungen an Radio Hamburg und RTL II zum Konzernergebnis bei.

Ab 2006 übernahm Bauer Anteile an dem polnischen Radiounternehmen Broker FM, das mit RMF den meistgehörten polnischen Sender veranstaltet (rund 22 Mio. Hörer pro Woche) und inzwischen komplett zur Verlagsgruppe gehört. Im Februar 2008 wurde zudem die Übernahme des britischen Medienhauses Emap abgeschlossen. Emap-Angaben zufolge hat Bauer umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro für die Unternehmensteile gezahlt - für die Zeitschriftensparte knapp eine Milliarde, für die Radiosender knapp 600 Millionen Euro. Zu den nun zu Bauer gehörenden Zeitschriften in Großbritannien zählen Titel wie "Yours", "FHM", "Grazia" oder "Closer". Die 38 Radiosender decken den Großteil Großbritanniens ab. 2007 hatte Emap mit den Magazinen und Radiosendern 700 Mio. Euro umgesetzt und einen operativen Gewinn von 140 Mio. Euro erwirtschaftet. Bauer ist nun zweitgrößter kommerzieller Radiobetreiber und größter Zeitschriftenverlag in Großbritannien.


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