Skala auf einem Transistorradio

23.9.2010

Das Radio-Guidebook

Projektteam Hörfunk der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Das Projektteam Hörfunk der bpb hat ein Radio-Guidebook entwickelt. Es gliedert sich in fünf "Guidelines", die im zweiten Schritt auf Einzelnormen herunter gebrochen werden. Im Folgenden sind die Radio-Guidelines dokumentiert und auch als PDF-Dokument abrufbar.

Ein systematisches Regelwerk ethischer Standards für das Radio gibt es im deutschen Sprachraum bisher nicht. Das Projektteam Hörfunk der bpb hat ein Radio-Guidebook entwickelt. Im folgenden sind die Radio-Guidelines dokumentiert und auch als PDF-Dokument abrufbar.

PDF-Icon Das Radio-Guidebook als PDF-Dokument



(1) Radio ist Respekt vor dem Hörer

Programmveranstalter sichern die umfassende redaktionelle Unabhängigkeit ihrer Programme.

Programmmitarbeiter gewährleisten, dass persönliche Bindungen wie z.B. parteipolitisches oder unternehmerisches Engagement sowie PR-,Coaching- oder Beratungs-Tätigkeiten ihre journalistischeUnabhängigkeit nicht beeinträchtigen. Die Mitarbeiter müssen solche Bindungen ihren Vorgesetzten transparent machen.

Radio sendet in der redaktionellen Fläche keine fertig zugelieferten PR-Beiträge oder aber macht sie als Werbung kenntlich.

Werden bei der Produktion redaktioneller Beiträge O-Töne aus PR-Quellen verwendet, dürfen sie keine werblichen Botschaften enthalten.

Nachrichtensendungen sind kein Instrument der Sender-Eigenpromotion. Das schließt nicht aus, dass in ihnen auf vertiefende Informationsangebote verwiesen wird.

Beim Einsatz von Sonderwerbung in Form von Medienpartnerschaften, Namenspatronaten, Sponsoring und ähnlichem muss gewährleistet sein, dass die journalistische Unabhängigkeit unangetastet bleibt. Die Partner schliessen darüber eine förmliche Übereinkunft.

Unternehmensberichterstattung muss einen eindeutig erkennbaren redaktionellen Anlass haben.

Bei Produktvorstellungen muss ein nachvollziehbares Interesse desHörers angenommen werden können.

Markennamen sollen in der Programmfläche nur dann genannt werden, wenn es einen wichtigen redaktionellen Grund gibt.


(2) Radio ist Fairness

Radio beachtet den Rechtsgrundsatz der Vertraulichkeit des nichtöffentlich gesprochenen Wortes und macht deshalb keine heimlichen Mitschnitte.

Sollen Mitschnitte eines Gesprächs gemacht werden, wird der Gesprächspartner grundsätzlich im Voraus darüber informiert. Sein Einverständnis wird in geeigneter Weise dokumentiert (z.B. "on-tape").

Radio stellt beim Schnitt von O-Tönen sicher, dass Aussagen nicht sinnentstellt werden.

Radio macht bei der Ausstrahlung von Call-Ins und Straßenumfragen deutlich, dass die Ergebnisse nicht repräsentativ sind.

Radio verlässt sich in der Berichterstattung nicht auf eine einzelneQuelle; wo das unabwendbar sein sollte, wird es kommuniziert.

Radio setzt Sprache stets respektvoll ein und verzichtet v.a. aufsprachliche Stigmatisierung handelnder oder betroffener Personen.

Radio beachtet die Regeln der Gewinnspielsatzung der Landesmedienanstalten.


(3) Radio ist Authentizität

Radio behauptet und suggeriert in berichterstattenden Formen nichts, was nicht tatsächlich so ist – weder inhaltlich noch in der akustischen.Realisierung, etwa beim Einsatz von An- bzw. Absagen und Atmo.

Radio gibt Material, das von Syndicationanbietern, Networks undProgrammpools bezogen wird, nicht offensiv als selbstproduziert aus.

Radio macht Archivmaterial, wenn es in der tagesaktuellen.Berichterstattung verwendet wird, als solches kenntlich.

Radio stellt Vorproduktionen (u.a. per Off-Air-Editing und Voicetrackingproduzierte Sendungen) nicht ausdrücklich als live vor.

Radio-Mitarbeiter verzichten darauf, von anderen geführte Interviews als eigene auszugeben oder aus zugelieferten O-Ton-Bausteinen "Interviews" zu produzieren.


(4) Radio ist Verantwortung

Radio ist dem Gemeinwohl verpflichtet. Die entsprechenden Vorschriften der jeweiligen Rundfunkgesetze sind Grundlage seiner Programmarbeit.

Radio macht keine Politik und nutzt das Medium nicht um eigene Interessen zu bedienen.

Programmanbieter stellen sicher, dass die personelle und materielle Ausstattung der Redaktionen professionelle journalistische Arbeit ermöglicht.

Programmanbieter bilden ihre Mitarbeiter kontinuierlich aus und fort.

Radio transportiert die Vielfalt der Meinungen und macht Angebote zur Meinungsbildung.

Radio behandelt Themen so vielschichtig wie möglich.

Radio trennt im Programm Nachricht und Meinung und macht Meinung als solche kenntlich.

Radio setzt auf intensive Recherche und Quellenvielfalt.

Radio wahrt journalistisch-kritische Distanz zu allen Akteuren.

Radio achtet darauf, sich nicht instrumentalisieren zu lassen.

Radio beachtet die gesetzlichen Bestimmungen des Jugendschutzes.


(5) Radio ist Transparenz

Radioanbieter bzw. Radioprogramme geben sich ein Leitbild und machen das auf ihrer Website für das Publikum öffentlich.

Radioanbieter bzw. Radioprogramme legen ein Stylebook auf und schreiben es regelmäßig fort.

Radio gibt sich Regeln für betriebsinternes Feedback, für Fehler- und Beschwerdemanagement.


Filmstill aus der MfS-Dokumentation "Korrespondenten imperialistischer Massenmedien". Aufnahme aus der "Abendschau" des Senders Freies Berlin (SFB) über "Radio Glasnost".
Deutschland Archiv 1/2011

"Radio Glasnost – außer Kontrolle"

Seit 1987 versorgte "Radio Glasnost" Hörer in Ost-Berlin mit Musik und Informationen aus dem "Untergrund" der DDR. Der Sender unter Redakteur Roland Jahn informierte über oppositionelle Aktivitäten, diskutierte politische Entwicklungen und gab Tipps zu staatlichen Normen in der DDR.

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Am 1. Januar 1962 um Punkt 16 Uhr nahm der Deutschlandfunk seinen Sendebetrieb in Köln auf, um – so wörtlich – "die entpolemisierte und entgiftete Wahrheit über Deutschland in den Osten" zu transportieren. Nun wird diese Instanz der deutschen Mediengeschichte 50 Jahre alt.

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Verlässlichkeit und Korrektheit stehen bei der Information noch immer vor Schnelligkeit. Im Forum Lokaljournalismus 2011 wurden die Herausforderungen im Zeitalter des Web 2.0 diskutiert.

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Guter, fundierter Lokaljournalismus ist Teil unserer Demokratie. Gute Journalisten kritisieren und werden kritisiert, sie mischen sich ein und machen politische Prozesse und Debatten greifbar. Welche Rolle spielt Lokaljournalismus in einer Gesellschaft? Was sind seine Themen? Vor welchen Aufgaben stehen die Lokalzeitungen? Wie nah sind sie dran am Leben der Bürger? Welche Bedeutung kommt dem Lokaljournalismus in einer Demokratie zu und ist seine Rolle gefährdet?

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Magazin für Lokaljournalisten

drehscheibe

Immer nah dran: Das Magazin drehscheibe unterstützt Lokalredaktionen mit Themen- und Konzeptideen bei der redaktionellen Arbeit. Ein wöchentlich erscheinender Newsletter, die Homepage www.drehscheibe.org mit einem umfangreichen Archiv und der Blog der Jugenddrehscheibe unter www.jugenddrehscheibe.de flankieren das beliebte Magazin. Die drehscheibe ist seit 1981 Teil des Lokaljournalistenprogramms der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

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Ein systematisches Regelwerk ethischer Standards für das Radio gab es im deutschen Sprachraum bisher nicht. Das Projektteam Hörfunk der bpb hat ein Radio-Guidebook entwickelt. Im Folgenden sind die Radio-Guidelines dokumentiert und als PDF-Dokument abrufbar.

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Vom 27. bis 29. November fand in Berlin die KinderMedienKonferenz 2013 der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb statt. Auf dem etablierten Treffen für Macherinnen und Macher von Kindermedienangeboten aller Formate diskutierten Medien, Wissenschaft und Politik über aktuelle Herausforderungen und Fragen der Branche. Der interaktive Reader enthält Beiträge über alle Podien und Gewinner des KinderMedienPreises 2013, jede Menge Videointerviews, interessante Links und Hintergrundtexte. Und das Beste daran: Er steht zum kostenlosen Download bereit!

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Acht junge Medienmacher haben crossmedial die Radio-Tagung der Bundeszentrale für Politische Bildung in Tutzing begleitet. Sie haben unter Anleitung von Daniel Fiene und Dennis Horn von "Was mit Medien" getwittert und geblogt, fotografiert und gefilmt, geschrieben und interviewt. Dabei ist eine umfangreiche Dokumentation im Netz entstanden.

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