Die "Tagesschau"-Sprecher Manfred Schmidt, Cay Dietrich Voss, Karl-Heinz Köpcke, Martin Thon und Dieter von Sallwitz (v.l.n.r.).

Kultur und Bildung

In keinem anderen Programmbereich zeigt sich der Wandel des Fernsehens von den Anfängen in den 1950er Jahren bis heute so deutlich wie am Bereich Kultur und Bildung. Anfangs planten die Verantwortlichen in den Rundfunkanstalten der ARD, dass das damals neue Medium sich gleichwertig neben den bestehenden Künsten – der Literatur, dem Theater, der Musik und den Bildenden Künsten – behaupten sollte. Heute dagegen hat sich das Fernsehen als dominierende Kulturform etabliert, durch die auch die anderen Künste und Medien stark beeinflusst werden.

Der Begriff der Kultur selbst war und ist unscharf. Im Kontext des Fernsehens meint er vor allem die Erschaffung von und den Umgang mit der Kunst und den Kunstwerken. Ähnlich unscharf ist der Begriff der Bildung, der von der Zeit der Aufklärung her die Formung des Menschen in seiner Menschlichkeit und als Kulturwesen meint, und nicht gleichzusetzen ist mit Begriffen der Ausbildung und des Wissenserwerbs. Vergleicht man die verschiedenen Sendungen in Ost und West, so ging es in den Kultursendungen letztlich um eine jeweils andere Auswahl der kulturellen Richtungen und Werke, um eine unterschiedliche politische Akzentsetzung. Bei den naturwissenschaftlichen Themen waren die Differenzen deutlich geringer, hier wurde im DDR-Fernsehen vor allem in den 1970er Jahre stärker ein alltagspraktischer und industriebezogener Bezug hergestellt.

Dieser Themenbereich widmet sich den verschiedenen Formaten, die zum einen über Kultur im Fernsehen berichten (z. B. in Form einer Magazinsendung) oder Kultur präsentieren (z. B. in Form eines Live-Konzerts). Zum anderen geht es um die vielfältigen Formen von Bildungssendungen und das Bildungsverständnis, das ihnen zugrunde liegt.

PDF-Icon Literaturverzeichnis "Kultur und Bildung"

Filmregisseur Jürgen Roland

Die 1950er Jahre: Anfänge

Als "Kultur" tauchten in den Anfangsjahren im Programm häufig "Kulturfilme" auf. Damit waren – nach einem Begriffsverständnis der 1920er Jahre – Dokumentarfilme gemeint, die vielfach aus den Beständen der Kinoverleiher oder anderer Institutionen kamen. Weiter...

Sitzung des Staatsrates der DDR zur weiteren Entwicklung der Kultur.

Die 1960er: Kulturvermittlung

Im Gegensatz zu bundesdeutschen Programmen mit einem erkennbaren Unterschied von Kultur und Fernsehen galt in der DDR das Fernsehen mit seinem Angebot insgesamt als Kultur. Es war Bestandteil des ideologischen Kampfes, den auch das DDR-Fernsehen zu bestreiten hatte. Weiter...

Im Hallenser Fernsehtheater Moritzburg wird die Spielzeit 1981 eröffnet.

Kulturpräsentation in Ost und West

Mit dem Ausbau des Fernsehprogramms werden in den westlichen Programmen auch mehr Kultur präsentierende Sendungen ausgestrahlt. Im DDR-Fernsehen finden sich vor allem Sendungen, im Bereich der Musik und seltener im Bereich des Theaters, der Bildenden Kunst sowie der Literatur. Weiter...

Friedrich Karl Kaul, bekannt durch die Ratgebersendung im DDR-Fernsehen "Fragen Sie Professor Kaul".

Bildungs- und Schulfernsehen

Bildung ist im Programmauftrag seit der Gründung der öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten verankert. Dieser Auftrag wurde in den Anfangsjahren allgemein als kulturelle Bildung (über die Künste) einerseits und als technisch-wissenschaftliches Wissen andererseits verstanden. Weiter...

Walter Ulbricht (li.) zeichnet Inge Keller (re.) und Erwin Geschonnek für "Gewissen in Aufruhr" mit dem Nationalpreis aus.

Geschichtsvermittlung als Bildung

Geschichtssendungen im Fernsehen sind besonders erfolgreich. Neben dokumentarischen Sendungen über die Vergangenheit gibt es die fiktionalen Sendungen, die Geschichte szenisch nachstellen. Sie verlebendigen dadurch die Ereignisse und machen sie in besonderer Weise erlebbar. Weiter...

Europäische Missionare übten mit der Einführung der lateinischen Schrift einen großen Einfluss auf die afrikanische Literatur aus. © Nikolaj Bourguignon, SXC.hu

Hintergrund-Informationen

Hier finden Sie viele zusätzliche Hintergrund-Informationen zum Themenbereich "Kultur und Bildung". Weiter...

(Ausschnitt aus der Sendung vom 16.11.2007 © ProSiebenSat.1, 2007)

Multimedia

Hier finden Sie Videos zum Kapitel "Kultur und Bildung". Weiter...

 

Ausprobiert "Tele-Visionen. Wenn Fernsehen verbindet"

Die DVD-ROM “Tele-Visionen – Fernsehgeschichte Deutschlands in Ost und West” können Interessierte aus dem Bildungsbereich "Tele-Visionen" kostenlos testen! Weiter... 

Dossier

Medienpolitik

Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern. Weiter... 

Publikation zum Thema

Coverbild Politik in Fernsehserien

Politik in Fernsehserien

Fernsehserien haben in den letzten Jahren eine Konjunktur und Popularität erfahren. Serien wie House of Cards, Homeland oder Borgen sprechen dabei ganz explizit politische Fragestellungen an. Das Veranstaltungsplakat weist als limitierter Sonderdruck auf die Relevanz der Tagung hin.Weiter...

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