Die "Tagesschau"-Sprecher Manfred Schmidt, Cay Dietrich Voss, Karl-Heinz Köpcke, Martin Thon und Dieter von Sallwitz (v.l.n.r.).

Unterhaltung

Unterhaltung wird im Fernsehen in einem Spannungsfeld zwischen dem Programm-Angebot und den Interessen und Erwartungen der Zuschauer definiert. Im Folgenden ist nur von der nicht-fiktionalen Unterhaltung die Rede. Sie baut auf den älteren Unterhaltungsformen Zirkus, Varietee, Kabarett, Operette, Musical, Unterhaltungsliteratur, Volkstheater und Film auf und entwickelte sich im Fernsehen zu immer neuen Formen bis hin zu Comedy, Castingshows und Containerspielen ("Big Brother").

Fernsehen als Unterhaltungsmedium

Der erste Leiter des Adolf-Grimme-Instituts, Peter von Rüden, stellte fest, dass das Fernsehen insgesamt ein Unterhaltungsmedium darstelle (Rüden 1979b). Das Fernsehen wolle nun einmal möglichst viele Zuschauer ansprechen. Die Fernsehmacher wollen ihre Sendungen so ansprechend und eben 'unterhaltend' machen, damit möglichst viele Zuschauer möglichst viel von den Fernsehangeboten ansehen. Damit können fast alle Fernsehsendungen auch als Unterhaltungsangebot verstanden werden.

In der Fernsehwissenschaft bezeichnet "Unterhaltung" in der Regel zwei Gruppen von Sendungen:

  • Die fiktionale ("erfundene") Unterhaltung: Hier werden Geschichten von den Menschen und ihren Beziehungen untereinander erzählt, in Fernsehfilmen, Fernsehspielen und Serien (sowie Kinofilmen) (vgl. Themenbereich "Fernsehspiel und Serie").
  • Die nicht-fiktionale Unterhaltung umfasst im Fernsehen seit seinen Anfängen "Quiz und Spiel, Sketch und Schlager, Revue und den großen Bunten Abend" (Steinmetz/Viehoff 2008, S.38).
Unterhaltung meint einerseits Spaß, Spannung und Ablenkung, wird inzwischen aber auch als Prozess der Verarbeitung komplexerer Prozesse (z. B. geistig anregende, moralische Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Charakteren) verstanden, was zu einer qualitativen Wertschätzung der Sendungen führen kann.

Inzwischen gab und gibt es eine ganze Reihe von non-fiktionalen Fernsehsendungen, die im Folgenden vorgestellt werden.

PDF-Icon Literaturverzeichnis "Unterhaltung"

Jürgen Roland, noch vor seiner Karriere als Regisseur, als Reporter im Versuchsprogramm des NWDR mit seiner Sendung "Was ist los in
Hamburg ?", Hamburg 1952 (picture alliance/United Archives)

Unterhaltung in den 50er Jahren

Aufgrund der beengten Produktionsbedingungen dominierten anfangs die kleinen Formen beim Fernsehen. Dafür wurden Entertainer aus den Varietees, Unterhaltungskabaretts und vor allem vom Hörfunk gewonnen. Weiter...

US-Entertainer Perry Como bei der Verleihung der Emmys

Spiel- und Ratesendungen im Westen – Trends seit den 1960er Jahren

Die Erprobung von Ideen für das Fernsehen erfolgte bei großen Funk- und Fernsehausstellungen, die jährlich im Sommer stattfanden. 1951 wurde die Rate-Show "Einer wird glücklich" präsentiert. Weiter...

Das Kabarettisten-Trio der "Drei Dialektiker" (v. li. Manfred Uhlig, Horst Köbbert, Lutz Stückrath) moderierten "Ein Kessel Buntes".

Spiel- und Ratesendungen im Osten

1952 strahlte der Deutsche Fernsehfunk die Quizsendung: "Wer rät mit – wer gewinnt" aus, eine Sendung ohne Saalpublikum, in der die Zuschauer Allgemeinwissen auf den Gebieten Kultur und Technik beweisen mussten. Weiter...

Hugo Egon Balder und Assistentinnen in der Show "Tutti Frutti"

Unterhaltung im Privatfernsehen seit den 80er Jahren

Das kommerzielle Fernsehen setzte in Deutschland vor allem auf die Ausstrahlung gewinnträchtiger Quizshows, mit denen es an amerikanische Vorbilder im Fernsehen anknüpfte und von denen es die Lizenzen erwarb. Weiter...

Kaberettist Wolfgang Neuss

Sketche und Kabarett

Kabarettistische Bühnenprogramme waren fester Bestandteil der Programmgestaltung. Die Münchner Lach- und Schießgesellschaft und die Berliner Stachelschweine wurden zur besten Sendezeit im Fernsehen präsent. Weiter...

Erste Besetzung von "RTL Samstag Nacht"

Zeit der Comedy-Formate

Frühe Beispiele der Comedy-Unterhaltung in den öffentlich-rechtlichen Programmen verbindet man mit Jürgen von Manger, Gisela Schlüter, Insterburg & Co., Karl Dall, Didi Hallervorden, Mike Krüger und Otto Waalkes. Weiter...

Caterina Valente zu Gast bei Chris Howland in "Musik aus Studio B"

Unterhaltung mit Musiksendungen

Der Musikpräsentation im Fernsehen kommt seit Beginn eine besondere Bedeutung für die individuelle und generationsspezifische Identitätsbildung sowie der Bindung jugendlicher Zuschauer an das Fernsehen zu. Weiter...

Schauspielerin Heidi Kabel und ihr Mann Hans Mahler, Leiter des Hamburger Ohnsorg-Theaters

Volkstheater und Familiengeschichten

Von den Theater-Mitschnitten und Fernseh-Inszenierungen hoben sich die Aufführungen der sogenannten Volkstheater ab, die zumeist in Dialektform Schwänke, Lustspiele und leichte Komödien boten. Weiter...

Die Diskussionsrunde "Internationaler Frühschoppen" mit dem Moderator Werner Höfer und seinen Gästen während der 1.500. Sendung. Rechts neben Höfer Leon Davico (Jugoslawien) und Ian Frazier (Großbritannien). In der vom WDR von 1952 bis 1987 produzierten Sendung diskutierten jeden Sonntag Journalisten aus mehreren Ländern über aktuelle Themen.

Talkshows: Wissbegier und Wortwitz

Es gibt Gesprächssendungen unterhaltender Art, politische Diskussionen, Gespräche zu kulturellen Themen, Stammtischdebatten, heitere Plaudereien, dialogische Porträts und allerlei Mischformen, mal mit Saalpublikum, mal ohne. Weiter...

Fernsehkoch Tim Mälzer

Kochen im Fernsehen

Auf den ersten Blick gehören die beliebten Kochsendungen zu den Ratgebern und damit in den Informationsbereich im weitesten Sinne. Doch Kochen im Fernsehen dient seit Beginn vor allem auch der Unterhaltung. Weiter...

Der Sänger Lukas Mattioli agiert am Samstag (10.12.2011) in der Livesendung der RTL-Castingshow "Das Supertalent" in Köln auf der Bühne. Im zweiten Halbfinale wählten Zuschauer und Jury aus zwölf Kandidaten fünf Teilnehmer für die Finalshow aus. Foto: Henning Kaiser

Casting auf allen Kanälen

Castingshows sind Talentwettbewerbe, die es schon in den 1950er Jahren im Fernsehen gegeben hat. Einzelne Kandidaten traten auf und unterwarfen sich einer Bewertung durch den Moderator und das Publikum. Weiter...

Europäische Missionare übten mit der Einführung der lateinischen Schrift einen großen Einfluss auf die afrikanische Literatur aus. © Nikolaj Bourguignon, SXC.hu

Hintergrund-Informationen

Hier finden Sie viele zusätzliche Hintergrund-Informationen zum Themenbereich "Unterhaltung". Weiter...

Die Rudi Carrell Show

Multimedia

Hier finden Sie Videos zum Kapitel "Unterhaltung". Weiter...

 

Ausprobiert "Tele-Visionen. Wenn Fernsehen verbindet"

Die DVD-ROM “Tele-Visionen – Fernsehgeschichte Deutschlands in Ost und West” können Interessierte aus dem Bildungsbereich "Tele-Visionen" kostenlos testen! Weiter... 

Dossier

Medienpolitik

Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern. Weiter... 

Publikation zum Thema

Coverbild Politik in Fernsehserien

Politik in Fernsehserien

Fernsehserien haben in den letzten Jahren eine Konjunktur und Popularität erfahren. Serien wie House of Cards, Homeland oder Borgen sprechen dabei ganz explizit politische Fragestellungen an. Das Veranstaltungsplakat weist als limitierter Sonderdruck auf die Relevanz der Tagung hin.Weiter...

Zum Shop