Die "Tagesschau"-Sprecher Manfred Schmidt, Cay Dietrich Voss, Karl-Heinz Köpcke, Martin Thon und Dieter von Sallwitz (v.l.n.r.).

Produktion und Praxis

Ab Beginn der Programmausstrahlung wurde im Fernsehen elektronisch und filmisch produziert: Elektronisch mit einer Kamera, die an das Studio gebunden war und keine Aufzeichnungsmöglichkeiten bot. Mit der Filmkamera, mit der man sich außerhalb des Studios frei bewegen konnte und auf Film aufzeichnete. Der Film musste dann entwickelt, fixiert, getrocknet, geschnitten und montiert werden. Doch die Fernsehtechnik entwickelte sich weiter: Es kam die Magnetaufzeichnung hinzu, es entstanden tragbare und studiounabhängig zu nutzende Kameras. Schließlich modernisierte die Digitalisierung der Bildspeicherung die Technik seit den 1990er Jahren. 

Die verschiedenen technischen, administrativen und ökonomischen Faktoren, die die Produktion von Fernsehsendungen in den letzten Jahrzehnten bestimmt haben, werden im Folgenden erläutert.

Herstellung von Fernsehsendungen

Grundlegend lassen sich zwei unterschiedliche Herstellungsformen von Fernsehsendungen unterscheiden:

  • Zum einen Produktionsweisen, die im Kontext aktualitätsbezogener Sendungen stehen, also journalistische Verfahren, die dem Fernsehen und den Bedingungen seiner Audiovisualität angepasst sind (z. B. Nachrichten, Live-Berichte).
  • Zum anderen gibt es Herstellungsformen, die auf die Erzeugung nichtaktueller Sendungen (z. B. fiktionale Sendungen wie Fernsehfilme, Unterhaltung etc.) ausgerichtet sind.

PDF-Icon Literaturverzeichnis "Produktion und Praxis"

Am Set zum Film "Buddenbrooks" von Heinrich Breloer © Bavaria Film GmbH ­Colonia Media GmbH - Pirol Film Production GmbH / Stefan Falke

Fernsehen als professionelle Organisation in Ost und West

Das Herstellen von Fernsehsendungen ist – stärker als beim Film – ein hochgradig arbeitsteiliger und technischer Vorgang. Die Produktion erfordert einen aufwändigen technischen Apparat und eine gesellschaftliche Organisation des beliebten Mediums. Weiter...

Fernsehkamera mit Orthicon-Aufnahmeröhre

Orientierungspunkte und technische Anfänge

Von Fernsehproduktion im eigentlichen Sinne kann mit Beginn des ersten Programmbetriebs 1935 gesprochen werden. Die Erfahrungen, die bis 1944 mit der Fernsehproduktion gemacht wurden, bildeten den Ausgangspunkt für das Fernsehen in der BRD und in der DDR. Weiter...

"La Strada", 1954

Gründe für die "Industrialisierung" des Fernsehens

Auftragsproduktionen kennzeichnen das bundesdeutsche Fernsehen der 1960-er Jahre. Auch das DDR-Fernsehen betrieb – vor allem in der fiktionalen Produktion – eine Art von Auslagerung, indem die DEFA gezielt Filme für das Fernsehen produzierte. Weiter...

Die erste interaktive Live-Show des deutschen Fernsehens "Der goldene Schuss" – Moderator Lou van Burg mit Assistentinnen und Armbrust

Zunahme betriebswirtschaftlicher Produktionsaspekte

Die technischen Voraussetzungen haben die Produktion von Fernsehen entscheidend geprägt. Darüber hinaus sind aber auch die administrativen und institutionellen Bedingungen wichtig, beispielsweise die marktwirtschaftliche Orientierung wie beim Film. Weiter...

Ein Mitarbeiter bereitet eine Filmrolle bei dem 55. Film-Festival von San Sebastian für die Filmvorführung vor.

Standardisierte Ablaufstrukturen

Medienproduktion vollzieht sich heute in weitgehend standardisierten Abläufen. Diese Standardisierung soll die Qualität des Produkts sichern, die Fertigstellung innerhalb eines begrenzten Zeitraums ermöglichen sowie die Herstellungskosten gering halten und kalkulierbar machen. Weiter...

Die Cutterin Saskia Metten am Schnitt zu "Heißkalte Seele" (SWR/Maran-Film) von Michael Verhoeven. Foto: Saskia Metten

Distribution und Programmplanung

Neben der Produktion steht die Verbreitung von Medienangeboten. Wenn Sendungen nicht mehr direkt hergestellt, sondern vorproduziert bzw. eingekauft werden, kommt der Auswahl, Zusammenstellung und Präsentation von Programmen mehr Bedeutung zu. Weiter...

Europäische Missionare übten mit der Einführung der lateinischen Schrift einen großen Einfluss auf die afrikanische Literatur aus. © Nikolaj Bourguignon, SXC.hu

Hintergrund-Informationen

Hier finden Sie viele zusätzliche Hintergrund-Informationen zum Themenbereich "Produktion und Praxis". Weiter...

Die Sturmflut (Ausschnitt aus dem Fernsehfilm, Erstsendung am 19. und 20.2.2006)

Multimedia

Hier finden Sie Videos zum Kapitel "Produktion und Praxis". Weiter...

 

Ausprobiert "Tele-Visionen. Wenn Fernsehen verbindet"

Die DVD-ROM “Tele-Visionen – Fernsehgeschichte Deutschlands in Ost und West” können Interessierte aus dem Bildungsbereich "Tele-Visionen" kostenlos testen! Weiter... 

Dossier

Medienpolitik

Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern. Weiter... 

Publikation zum Thema

Coverbild Politik in Fernsehserien

Politik in Fernsehserien

Fernsehserien haben in den letzten Jahren eine Konjunktur und Popularität erfahren. Serien wie House of Cards, Homeland oder Borgen sprechen dabei ganz explizit politische Fragestellungen an. Das Veranstaltungsplakat weist als limitierter Sonderdruck auf die Relevanz der Tagung hin.Weiter...

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