Die "Tagesschau"-Sprecher Manfred Schmidt, Cay Dietrich Voss, Karl-Heinz Köpcke, Martin Thon und Dieter von Sallwitz (v.l.n.r.).

Jugendprogramme

Sowohl im Fernsehen der DDR als auch in dem der Bundesrepublik gab es immer wieder Versuche, spezielle Programme für jugendliche Zuschauer anzubieten. Da innerhalb der Jugend viele unterschiedliche Subkulturen mit speziellen Wahrnehmungsweisen und oft sogar gegensätzlichen Interessen existieren, ist diese Zielgruppe für die Fernsehmacher schwierig zu fassen. Sendungen für Jugendliche traten und treten mit unterschiedlichen Absichten an ihre Zielgruppe heran: Die Jugendlichen soll(t)en durch das Fernsehen zu verantwortungsvollen Staatsbürgern erzogen werden. Ein pädagogisch intendiertes Jugendfernsehen soll technisches oder wirtschaftliches Wissen vermittelten. Weitere Sendungen wollen und sollen zum kritischen Nachdenken anregen. Nicht zuletzt gab und gibt es natürlich Unterhaltung speziell für Jugendliche, in ganz unterschiedlichen Formen, vor allem Musiksendungen. 

Die vielen Sendungen und Formate für Jugendliche, die seit den Anfängen des Fernsehens in Deutschland entwickelt wurden, stehen im Mittelpunkt dieses Themenbereichs.

Begriffe

Als Jugendfernsehen sind erstens Sendungen zu bezeichnen, die speziell für Jugendliche als Zielgruppensendungen konzipiert wurden. Zweitens ist Jugendfernsehen das, was Jugendliche tatsächlich sehen und wofür sie eine besondere Vorliebe entwickeln.

Das Herausbilden einer Jugendkultur geht häufig einher mit der Verletzung tradierter Gesellschaftsregeln als Ausdruck eigener Lebensformen, als Protest, als Widerstandsbewegung sowie als Antriebskraft für gesellschaftsverändernde Prozesse. Wesentlicher Ausdruck dieses Aufbegehrens und des Lebensgefühls ist häufig die Musik. Mittlerweile ist es zu einer wahren Inflation medienzentrierter Stilformen und Jugendformationen gekommen. Die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft wird häufig über die Musik und über die Medien, inzwischen insbesondere über das Internet, kenntlich macht. Mittlerweile versucht die Industrie, durch Medien und Werbung "Kulte" zu kreieren, ohne dass es zuvor eine Jugendbewegung gab.

Quelle: Hintergrund-Info PDF-Icon Jugendkulturen und Medien

PDF-Icon Literaturverzeichnis "Jugendprogramme"

Der Hörfunk- und Fernsehjournalist Peter von Zahn (r.) erhält den "Adolf Grimme Preis" 1966.

Die 1950er Jahre

Das Fernsehen richtete sich anfangs primär an Erwachsene, dem jungen Publikum widmeten die Macher nur eine sogenannte "Jugendstunde". Als Anregungen und Ideenlieferanten dienten die Sendungen des Hörfunks. Weiter...

"Jugend diskutiert über aktuelle Politik" mit Willy Brandt

Die 1960er Jahre

In den 1960er Jahren entstand eine Vielfalt unterschiedlicher Angebote für Jugendliche. Auf die Politisierung von Jugendlichen reagierte das Fernsehen ab Mitte der 1960er Jahre beispielsweise mit Diskussionssendungen. Weiter...

Winfrid Trenkler im April 1974 während der Sendung "Radiothek" im Studio 35 des WDR in Köln.

Die 1970er Jahre

Jugendlichen wurden in einigen Sendungen mehr Möglichkeiten zur Mitwirkung an der Gestaltung der Programme eingeräumt. Die Sender reagierten damit auf die in den Protestbewegungen artikulierte Forderung nach mehr Selbstbestimmung. Weiter...

Tony Curtis und Roger Moore in der Serie "Die Zwei"

Die 1980er Jahre

Die "Verjugendlichung" des Fernsehangebots im Zuge der 1980er Jahre spiegelte einen allgemeinen gesellschaftlichen Trend: In der Folge wurde ein junges Erscheinungsbild zur bestimmenden Norm, der auch ältere Generationen nacheiferten. Weiter...

Besonders in den 1990er jahren prägte MTV ganze Jugendkulturen. Start der MTV Video Music Awards 1996 in New York.

Die 1990er Jahre

War 'Fernsehgucken' für Jugendliche in früheren Jahrzehnten stets ein besonderes Erlebnis, gehörte die Nutzung des Mediums spätestens in den 1990er Jahren für viele Heranwachsende wie selbstverständlich zum Tagesablauf. Weiter...

DSDS-Gewinner Daniel Schuhmacher jubelt nach dem Finale der RTL Castingshow "Deutschland sucht den Superstar"

Jugendprogramme nach 2000

Zur Jahrtausendwende hatten die Musiksender ihre Bedeutung als Jugendprogramme verloren. Das interessierte Publikum bezog seine Musik jetzt aus dem Internet. Im Fernsehen boomten jedoch die neuen Castingshows. Weiter...

Europäische Missionare übten mit der Einführung der lateinischen Schrift einen großen Einfluss auf die afrikanische Literatur aus. © Nikolaj Bourguignon, SXC.hu

Hintergrund-Informationen

Hier finden Sie viele zusätzliche Hintergrund-Informationen zum Themenbereich "Jugendprogramme". Weiter...

Elf 99 (Ausschnitt aus der Sendung vom 3.11.1989 © Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv, 1989)

Multimedia

Hier finden Sie Videos zum Kapitel "Jugendprogramme". Weiter...

 

Ausprobiert "Tele-Visionen. Wenn Fernsehen verbindet"

Die DVD-ROM “Tele-Visionen – Fernsehgeschichte Deutschlands in Ost und West” können Interessierte aus dem Bildungsbereich "Tele-Visionen" kostenlos testen! Weiter... 

Dossier

Medienpolitik

Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern. Weiter... 

Publikation zum Thema

Coverbild Politik in Fernsehserien

Politik in Fernsehserien

Fernsehserien haben in den letzten Jahren eine Konjunktur und Popularität erfahren. Serien wie House of Cards, Homeland oder Borgen sprechen dabei ganz explizit politische Fragestellungen an. Das Veranstaltungsplakat weist als limitierter Sonderdruck auf die Relevanz der Tagung hin.Weiter...

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