Skala auf einem Transistorradio

Regionale Kompetenz bei Radio ffn

Eine gelungene Programm-Neupositionierung


16.2.2006
Seitdem die Mediaanalyse 2003 dem Sender aus Niedersachsen sinkende Hörerzahlen bescherte, besinnt man sich bei ffn auf seine einstigen Kernkompetenzen: frecher, dreister als die anderen und sehr norddeutsch! Das berühmte "Frühstyxradio" erlebte sein Revival und der Slogan "Na denn...ffn!" tönt wieder über den Sender.

  • PDF-Icon Vortrag Timm Busche, Radio ffn (PDF-Version: 452 KB)

    Das Wort macht den Unterschied




    Das private »Radio ffn« (Funk und Fernsehen Nordwestdeutschland) sendet seit dem 31. Dezember 1986 aus der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Zum Sendegebiet gehören neben Niedersachsen auch Bremen, Hamburg und die angrenzenden Bundesländer.

    Sinkende Hörerzahlen in 2003 brachten ffn in die Verteidigungsposition. Es galt, die Marktführerschaft in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 39-Jährigen zu behaupten. Eine Programm-Neupositionierung wurde zwingend notwendig. Ob und wie das gelang, stellte Timm Busche, Moderator und bei radio ffn zuständig für die On-Air-Koordination, den Seminarteilnehmern in seinem Referat in Tutzing vor. Die wichtigsten Aussagen hat hörfunker.de zusammengefasst.




    Am Anfang der Neu-Positionierung stand die Besinnung auf die Kernkompetenzen: Man war frecher, dreister als die anderen, sehr norddeutsch und eher trocken und das wollte ffn auch wieder sein. Das berühmte "Frühstyxradio" erlebte sein Revival und der Slogan "Na denn...ffn!" kehrte zurück auf den Sender.

    Die These der ffn'ler: In einem hart umkämpften Markt mit Radiosendern, die eine vergleichbare Zielgruppe bedienen, können maximal zehn Prozent Marktanteil über Musik bewegt werden. Wurden vor noch wenigen Jahren die Musikmischung und ein stringentes On-Air- Design als Allheilmittel eines Senders gesehen, so sei dies heute lediglich "Aspirin": Jeder sollte es im Schrank haben. Es gehört zur Grundausstattung. Den Unterschied aber mache das Wort. Bei ffn soll es authentisch wirken, relevant sein für die Zuhörer und sich immer wieder auf Niedersachsen beziehen.

    Die Moderatoren bei ffn wurden vom Aufsagen der Claims befreit. Sie dürfen wieder eigene Erlebnisse und Gefühle On-Air mitteilen und wirken so nach Meinung des Senders viel authentischer. Das könne auch mal zu einem "Fuck-the-format"-Morgen führen. Unerwartete Ereignisse von Bedeutung erlauben das Brechen von Regeln.

    Keine Claims, dafür Slogans wie "100 % Niedersachsen", die zwecks Glaubwürdigkeit auch eingehalten werden. Dafür sorgen bei ffn tägliche Reportagen und Nachrichten aus sechs Regionalstudios. Das Personal im Programm wurde aufgestockt und ein Niedersachsen-Reporter, der auch mal eine eigene Meinung vertritt, darf immer wieder durchs Programm "floaten", wenn irgendetwas außergewöhnliches im Kernsendegebiet passiert.

    Stolz ist man bei ffn auf den modernen Internetauftritt und auf die vom Sender ins Leben gerufene Internetdomain: »"Du-bist-Niedersachsen.de"«: "Jeder Bewohner vom Harz bis ans Meer ist Niedersachsen! Und damit auch die ganze Welt erfährt, wie wir Niedersachsen aussehen und wie viele wir sind, hat ffn diese Website ins Leben gerufen!" Hier können nach Wohnorten sortiert aller Niedersachsen ein persönliches Foto von sich veröffentlichen.


     
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