Skala auf einem Transistorradio

Das GUNN-PLus-Prinzip

Konferenztechnik mit strukturiertem Feedback


16.2.2006
Gesprächswert, Unterhaltungswert, Neuigkeitswert, Nutzwert: Das sind wichtige Kriterien, die ein Radiothema erfüllen sollte, um hörenswert zu sein. Mit dem GUNN-PLus-Prinzip hat Uwe Haring, Chefredakteur von Antenne Münster, eine Konferenztechnik vorgestellt, mit deren Hilfe in Redaktionskonferenzen strukturiert die Relevanz von Themen für die Zuhörer überprüft wird.

  • PDF-Icon Feedback-Bogen zum Downloaden


    Redaktionskonferenzen sind wichtig. Auch beim Radio. Nicht immer aber läuft eine solche Konferenz zur Zufriedenheit aller Teilnehmer: Mal dauert sie zu lang, mal fehlen die Ideen, Kritik am Beitrag wird als Kritik an der Person empfunden und die wichtigen Themen kamen vielleicht gar nicht auf den Tisch.

    Uwe Haring, Chefredakteur von »Antenne Münster«, hat für seine Mannschaft ein Konferenz- und Feedbacksystem gefunden, das mehr Effizienz in die tägliche Sitzung bringt und bereits von einigen Chefredakteurskollegen adaptiert wurde.
    Das GUNN-PLus-Prinzip.




    Gesprächswert, Unterhaltungswert, Neuigkeitswert, Nutzwert: das sind die wichtigsten Kriterien, die ein Radiothema erfüllen sollte, um hörenswert zu sein. Die Abkürzung GUNN plus steht für ein Schema, mit dem die Relevanz von Themen überprüft werden kann.

    Seine These: Wir können uns keine Themen im Programm und in den Nachrichten leisten, die nicht mindestens zwei der folgenden vier Punkte bieten:

    Gesprächswert
    Unterhaltungswert
    Neuigkeitswert
    Nutzwert.

    Zusammen mit den

    Positionierungen

    hörernah, glaubwürdig, überraschend, kritisch, familienfreundlich und dem

    Lokalwert


    entsteht das GUNN-PLus-Prinzip.



    Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem täglichen

    "Feedback" als Programmkritik

    .

    Dazu Uwe Haring:


    Gerade ein erfolgreiches Radioprogramm muss ständig überprüft werden. Nur durch regelmäßige Reflexion werden Entwicklungen erkannt, werden Standards gebildet und weiterentwickelt. Das regelmäßige Diskutieren der redaktionellen Arbeit motiviert alle Mitarbeiter - die Autoren und Moderatoren ebenso wie die, deren Meinung gefragt ist.

    Als Instrument für ein regelmäßiges Feedback wendet Antenne Münster folgendes Verfahren an: Während der letzten 15 Minuten der Redaktionskonferenz (meist 09.30 Uhr und 13.30 Uhr) wird ein aktueller Programmpunkt zur Diskussion gestellt, alle Anwesenden halten ihre persönliche Meinung schriftlich fest und tragen diese Einschätzung anschließend vor. Daran nehmen auch Redaktionspraktikanten und (bei Interesse) Mitarbeiter der Betriebsgesellschaft teil.

    Das Verfahren ist streng strukturiert:

  • Der RvD koordiniert das Einbringen der Themen.

  • Die Themen (Beitrag, Nachrichten, Aircheck,...) werden unkommentiert vorgestellt, Zwischenfragen und Störungen sind zu vermeiden.

  • Jeder Anwesende füllt seinen Bogen mit ganz persönlichen Anmerkungen zu den folgenden Stichworten aus:

  • wichtig
    Warum ist das Programmelement wichtig?
    :-)
    Was stimmt mich positiv, was ist besonders gut gelungen?
    :-(
    Was bereitet mir Unmut, was ist zu kritisieren?
    ?
    Was bleibt für mich und/oder für den Hörer unbeantwortet?

  • Die subjektiven Anmerkungen (detailliert und/oder grundsätzlich, anspruchsvoll und/oder banal) werden reihum von allen Anwesenden vorgetragen - in der Reihenfolge wichtig, :-) , :-( ,?.

  • Verweise auf Vorredner oder auf früher Gesagtes sind ebenso zu vermeiden wie Zwischenfragen und Diskussionen.

  • Ein Fazit wird nicht gezogen, gefragt ist lediglich ein spontanes Feedback.

  • Sollte der"Gefeedbackte" nicht anwesend sein, bekommt er später die ausgefüllten Bögen ausgehändigt.


  • PDF-Icon Beispiel für ausgefüllten Feedback-Bogen


     
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