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Digitales Rechtemanagement

Akteure und Aktionäre


14.11.2007
Digitales Rechtemanagement sorgt seit einigen Jahren für heftige Debatten auf der ganzen Welt. Robert Gehring schlüsselt auf, welche Interessen hier zusammenstoßen.

Digitales Rechtemanagement sorgt seit einigen Jahren für heftige Debatten auf der ganzen Welt. Robert Gehring schlüsselt auf, welche Interessen hier zusammenstoßen.

Bild: dieSachbearbeiter.de, cc by-nc-nd/2.0/deBild: dieSachbearbeiter.de, cc by-nc-nd/2.0/de Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de/ (© bpb, Bild: dieSachbearbeiter.de, cc by-nc-nd/2.0/de )
Digitales Rechtemanagement (DRM) bezeichnet eine Reihe von Technologien, mit denen die Nutzung digitaler Inhalte wie Musik oder Filme kontrolliert wird. Was erst einmal kompliziert klingt, ist jedem von kopiergeschützten CDs und DVDs bekannt; auch Musik gibt es im Internet oft nur mit DDRM-Schutz zu kaufen. Seit einigen Jahren kommt DRM dazu in immer mehr elektronischen Geräten zum Einsatz. Der Artikel Kopierschutz und digitales Rechtemanagement im Alltag gibt einige weitere Beispiele.

Die einen sehen DRM als einzige angemessene Antwort auf die weitverbreitete, unerlaubte Nutzung digitaler Inhalte. Für die anderen ist es die größte Bedrohung der Privatsphäre seit Erfindung der Volkszählung. Wieder andere argwöhnen, dass mittels DRM lediglich die Preise für digitale Musik und Filme in die Höhe geschraubt werden sollen. Dazwischen gibt es ein breites Spektrum von Meinungen über Pro und Kontra des Einsatzes von DRM.

Es bleibt in der Praxis nicht bei Meinungsäußerungen. In öffentlichen Kampagnen und parlamentarischen Anhörungen, durch offene und verdeckte Wahlkampf-Finanzierung, durch die Entwicklung und Verbreitung von Software zur Umgehung von DRM tragen die Akteure und Aktionäre des digitalen Rechtemanagements ihre Auseinandersetzung aus. Der vorliegende Beitrag beleuchtet die wichtigsten Positionen in aller Kürze.

Inhalte-Anbieter



Für die Vertreter aus Film-, Musik- und Verlagsindustrie hat sich der Sammelbegriff Inhalte-Anbieter etabliert. Die großen Interessenverbände der Inhalte-Anbieter machen sich alle für den breiten Einsatz von DRM stark. Aus den Medien sind die Akronyme RIAA (Recording Industry Association of America), MPAA (Motion Picture Association of America), IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) geläufig. Weniger bekannt ist das internationale Gegenstück der MPAA, die MPA (Motion Picture Association).

In der RIAA sind die großen, oft multinationalen Musikkonzerne und viele mittelgroße und kleinere Plattenfirmen aus den USA organisiert. Die IFPI stellt die Dachorganisation für die RIAA und andere nationale Interessenvertretungen dar. In der MPAA wiederum haben sich die amerikanischen Filmstudios und Verleiher mehrheitlich organisiert, auf internationaler Ebene bündelt die MPA die Interessen von MPAA und ihren nationalen Partnerorganisation.

Wegen der großen Marktmacht der Hollywood-Studios vertritt die MPA allerdings überwiegend deren Interessen. Besonders in den USA spenden die Inhalte-Anbieter Politikern beider großer Parteien beträchtliche Summen, damit diese sich in Gesetzgebungsverfahren für DRM einsetzen.

Die Verlagsbranche ist international weniger stark organisiert, hat allerdings historisch eine starke Position auf nationaler Ebene. In Deutschland vertritt überwiegend der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ihre Interessen.

Die Inhalte-Anbieter treten am konsequentesten für den breiten Einsatz von DRM ein. Sie machen sich international für den Schutz von DRM in Gesetzen und Verträgen stark, da sie unter der illegalen Verbreitung ihrer Produkte – Musik, Filme, Bücher – am deutlichsten zu leiden haben. Zudem könnte ihnen der Einsatz von DRM neue Geschäftsmodelle ermöglichen, die auf der individuellen Abrechnung von Mediennutzung basieren. Ein Beispiel dafür ist das Bezahlfernsehen.


 


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