Dossierbild Afrikanische Diaspora

10.8.2004 | Von:
Sun Leegba Love

Professional Kultur®evolution inna Germany

Evolution des Überlebens

Wer im Cyberspace nicht digital existiert, wird auch nicht demokratisch repräsentiert. Darum ist die vorrangige Herausforderung des 21. Jahrhunderts der Versuch, angemessene Wege zu finden und Repräsentation der verletzlichen, sozialen Gruppen in der Gesellschaft zu entwickeln. Die Chance der Informationsrevolution sind Community-Netze, kulturelle Kreativität und Vielfalt zur Demokratisierung der Gesellschaft. Das Bewusstsein um diese Strukturen und ihre Umsetzung definiere ich als Willen zur Kultur(®)evolution.

"cyberNomads": Die Geburt

Zusammen mit meinem langjährigen Freund Abdel Rahman Satti aktualisierten wir im Frühjahr 2001 mein 1996er Konzept für eine Schwarze Deutsche Internetpräsenz. In dreimonatiger Klausur entwarfen wir ein Datenbank-Kultur-Konzept, das die ganzheitliche Darstellung der afrikanischen Diaspora in Deutschland in drei bis fünf Jahren zum Ziel hat. Unsere langjährigen Erfahrungen als Kulturaktivisten dienten als Pool und Basis für vielfältige Kontakte in Deutschland und Europa. "cyberNomads" war der Name, den Satti in der Saharawüste Mauretaniens an einem Internet-Café gesehen hatte und der am besten ausdrückte, wo wir uns befinden.

Im Herbst 2001 entschied die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, einen Teil des Projekts, nämlich die digitale Architektur der Datenbank, als Pilotprojekt durch ISD Berlin e.V. zu ko-finanzieren. Wir fanden ein Büro in Berlin Mitte am Hackeschen Markt und begannen unsere Arbeit im Januar 2002. Im Frühjahr 2002 wählte die Bertelsmann Stiftung "cyberNomads" von über 600 Bewerbungen unter die 15 weltweit besten sozialen Business-Vorschläge. Im Sommer kauften wir ein professionelles Content-Management-System ein, das nun die Basis der Online-Datenbank www.cybernomads.net bildet. Unser Ziel ist es, eine Schwarze Deutsche Plattform zu etablieren, die die unterschiedlichen, weitgehend isolierten "Diaspora-Communities of African Descent" vernetzt. Das "Mothership-Archiv", wie wir es liebevoll nennen, ging im Herbst 2002 online. Im Januar 2003 mussten wir unsere Agenturräume aufgeben und arbeiten nun von zu Hause aus. Die notwendige Redaktionsarbeit leisten wir bisher als Community-Service und finanzieren uns mit Projekten und Aufträgen, die "cyberNomads" im Bereich Multimedia und Event Management realisieren.

"cyberNomads": Die Vision

Unser Ziel ist die Etablierung einer starken Lobby und Online-Plattform für das Überleben und den Austausch innerhalb der eurozentristischen "Power Structures". Es besteht eine große Nachfrage nach Innovation, "Best Practice" und die Notwendigkeit von "Networking" ist existentiell. "cyberNomads" arbeitet an der Visualisierung einer Schwarzen Kulturellen Agenda. Wir publizieren online und sind Ansprechpartner für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Community.

Die Ideen von "cyberNomads" können erfolgreich sein aufgrund der vielen Studenten, Journalisten, Erzieher und Aktivisten, die ein lebendiger Teil und zugleich verantwortlich für das Wachstum der Datenbank sind. Diese Community etabliert so die Basis für einen Brainpool neuer Ideen. Die User verstärken wiederum den Austausch und verstehen die lebenswichtigen und komplexen Probleme unserer Community am besten. Viele sind stolz auf ihre Beiträge.

"cyberNomads" existiert, um die kulturellen und spirituellen Aspekte von afrikanischer Diaspora in Deutschland zu entwickeln und die kreative Nutzung der Technologie des 21. Jahrhunderts zu unterstützen. Wir wollen unseren Usern geeignete Werkzeuge anbieten, um erfolgreich als kompetente und respektierte Community innerhalb des sich wandelnden Europas überleben zu können.


Dossier - Afrika

Afrika

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