Dossierbild Migration

1.6.2009 | Von:
Dr. Steffen Angenendt

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Im Zeitalter der Globalisierung sind die Industriestaaten zunehmend auf den internationalen Austausch von Wissen in Form qualifizierter Arbeitskräfte angewiesen – gerade wegen der negativen Bevölkerungsentwicklung. Bereits jetzt gibt es eine internationale Konkurrenz um die "besten Köpfe".

Für die Industriestaaten ist die Globalisierung der Märkte die wichtigste wirtschaftliche Rahmenbedingung. Es ist offensichtlich, dass die Bedeutung der technologischen Innovationsfähigkeit und generell der Forschung und Entwicklung für die internationale Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft sich weiter erhöhen wird. Auch wird die Exportabhängigkeit der Länder künftig noch zunehmen und das für die internationale Konkurrenzfähigkeit nötige Wissen wird nicht mehr allein in einem Land erzeugt werden können. Moderne Wirtschaften sind immer stärker auf den Import und auf den internationalen Austausch von Wissen in Form qualifizierter Arbeitskräfte angewiesen.

Der "Wettbewerb um die besten Köpfe"

Um die qualifizierten und hoch qualifizierten Arbeitskräfte, die den Wissensaustausch in besonderer Weise vorantreiben können, gibt es bereits heute eine internationale Konkurrenz. Dabei haben die "klassischen" Einwanderungsländer mit ihrer Offenheit für Zuwanderer Vorteile. Die anderen Länder müssen demgegenüber ihre Bemühungen um diese Menschen verstärken und dazu eine entsprechende "Aufnahmekultur" mit einer entsprechenden Behandlung der Zuwanderungswilligen und Zugewanderten durch die Behörden und Verwaltungen entwickeln.

Der demografische Wandel in den europäischen Staaten wird sich nicht nur langfristig, sondern bereits mittelfristig auf das Angebot von Arbeitskräften auswirken. Auch bei gleich bleibender Zuwanderung wird das Arbeitskräfteangebot in den nächsten Jahren qualitativ und quantitativ abnehmen. Die Nachfrage nach hoch qualifizierten Arbeitskräften wird steigen, und der Dienstleistungssektor wird weiter an Bedeutung gewinnen. Im Bereich niedrig qualifizierter Beschäftigung ist hingegen ein weiterhin großes inländisches Angebot an Arbeitskräften und eine entsprechend hohe Arbeitslosigkeit zu erwarten. Dennoch werden nicht alle Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor besetzt werden können. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen unter anderem darin, dass viele Arbeitslose aufgrund fehlender Mobilität nicht am Arbeitsmarkt vermittelbar sind, dass die Beschäftigung unattraktiv ist, weil die Entlohnung nahe dem Standard der sozialen Transferleistungen liegt oder weil es sich um saisonale Beschäftigungen handelt.

Die Politik hat angesichts dieser Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Beschäftigung zwei vordringliche Aufgaben: Die Schaffung von Rahmenbedingungen und Anreizen, damit möglichst viele Menschen wieder in Beschäftigungsverhältnisse kommen (vor allem durch Qualifizierungsmaßnahmen) und die bessere Ausschöpfung der einheimischen Potenziale, um dem drohenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entgegen zu wirken. Dazu muss vor allem die Frauenerwerbsquote erhöht werden, indem eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht wird.


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