Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

Deutschland: Deutlich mehr Einwanderer

11.6.2012
Fast eine Million Menschen sind im Jahr 2011 nach Deutschland zugezogen, so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die meisten Einwanderer kamen aus Polen, Rumänien, Bulgarien und Ungarn.

Im vergangenen Jahr sind 958.156 Personen nach Deutschland zugezogen, 159.874 bzw. 20 % mehr als im Vorjahr. Dies geht aus den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zu den Wanderungsbewegungen von und nach Deutschland hervor, die Mitte Mai veröffentlicht wurden. Da die Zahlen der Fortzüge im vergangenen Jahr mit 678.949 nur geringfügig über denen des Vorjahres lagen (2010: 670.605, +1,2 %), ergibt sich für 2011 ein Wanderungsüberschuss von 279.207 Personen (2010: 127.677). Dies entspricht einer Steigerung von knapp 120 %. 2011 lagen sowohl die Zuwanderungszahl als auch der Wanderungssaldo so hoch wie seit 1996 nicht mehr (vgl. MuB 1/12, 5/10, »1/08«).

Fast zwei Drittel der Zuwanderung (65 %) entfielen wie im Vorjahr auf vier Bundesländer: Nordrhein- Westfalen (167.000 Personen), Bayern (159.000 Personen), Baden-Württemberg (142.000 Personen) und Hessen (84.000 Personen).

Die positive Entwicklung der Zuzüge ist hauptsächlich auf eine verstärkte Zuwanderung von Ausländern zurückzuführen (2011: 841.682; 2010: 683.530). Das entspricht einem Anstieg um 158.152 Personen bzw. 23%. Die Zahl der Zuzüge von Spätaussiedlern und Deutschen aus dem Ausland blieb fast konstant (2011: 116.474; 2010: 114.752, +1,5 %). Unter Berücksichtigung der Abwanderung verzeichneten die Behörden insgesamt einen Wanderungsüberschuss bei Ausländern von 302.855 bzw. +96,8 % und einen leichten Wanderungsverlust deutscher Staatsangehöriger (-23.648, -9,9 %).

Die Zuwanderung von Ausländern nahm vor allem aus dem EU-Raum zu. Die Behörden verzeichneten im vergangenen Jahr 542.180 zugezogene Personen aus EU-Mitgliedstaaten (404.459, +34,1 %). Aus Nicht-EU Ländern wanderten im vergangenen Jahr 299.502 Personen zu (+20.432, + 7,3 %).

Insbesondere aus den von der Finanz- und Schuldenkrise betroffenen EU-Mitgliedstaaten Griechenland und Spanien stieg die Zuwanderung deutlich an (vgl. MuB 3/12, 2/11, 9/10). Aus Griechenland kamen 23.779 Personen (+11.257, +89,9 %) und aus Spanien 20.672 Personen (+7.065, +51,9 %). Ebenfalls stark zugenommen haben die Zuzüge aus den osteuropäischen Staaten, für die im vergangenen Jahr die letzten Zugangsbeschränkungen zum Arbeitsmarkt weggefallen sind (vgl. MuB 5/11). Besonders stark wuchsen die Zuzüge von Polen mit 163.412 (+48.686, +42,4 %) und von Ungarn mit 41.134 (+11.914, +40,8 %). Obwohl für Rumänien und Bulgarien (EU-2-Staaten) noch bis Ende 2013 Zugangsbeschränkungen zum Arbeitsmarkt bestehen, stiegen die Zuzugszahlen auch für diese Herkunftsländer (vgl. MuB 1/12). Bei Rumänien stiegen sie auf 94.706 Personen (+20.854, +28,2 %) und bei Bulgarien auf 51.319 Personen (+12.204, +31,2 %).

Aus einer Ende Mai vorgestellten Untersuchung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu Zuwanderungszahlen aus den osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten seit 2005 geht hervor, dass polnische Bürger die größte Einwanderergruppe aus den osteuropäischen Staaten stellen. Ende 2011 lebten fast 470.000 zugewanderte Polen in Deutschland. Auf Platz zwei und drei folgen Zuwanderer aus Rumänien (160.000 Personen) und Bulgarien (94.000).

Quelle: Destatis 2012
Die Auswertung der monatlichen Nettozuwanderungszahlen lässt erkennen, dass die im Mai 2011 in Kraft getretene vollständige Freizügigkeit für die EU-8-Staaten in den Folgemonaten deutliche Effekte hatte. Während die Zuwanderung aus EU-8- und EU-2-Staaten bis Mai 2011 ähnlich verlief, wurden zwischen Mai und Dezember 2011 deutlich höhere Zuwanderungszahlen für die EU-8-Staaten als für Rumänien und Bulgarien verzeichnet. Man könne dennoch nicht von einer Massenzuwanderung nach Deutschland seit Mai 2011 sprechen, heißt es in der Studie. Die neuen EU-Beitrittsländer seien bereits seit einigen Jahren bedeutende Herkunftsländer. In der Studie wird zwar davon gesprochen, dass sich die wirtschaftliche Situation in den osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten seit Aufnahme in die EU verbessert habe, es bleibt aber zu vermuten, dass die Zuwanderung aus diesen Staaten „weiterhin hoch sein wird“, solange gravierende wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Staaten bestehen.

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