(Aus-)Bildung und Qualifikation von Zuwanderern
16.5.2007
Ein Textauszug aus dem Datenreport 2006 zeigt die Selbsteinschätzung der Deutschkenntnisse, schulische Bildungsabschlüsse und berufliche Qualifikationen für verschiedene Zuwanderergruppen.
Zuzüge im Jahr 2003 nach den sechs häufigsten Herkunftsländern- und regionen, Aus: Migrationsbericht, BMI, S. 12. (© BMI)Bildung und Ausbildung
Eine gute schulische und berufliche Bildung eröffnet eine Reihe von Wahlmöglichkeiten für die zukünftige Lebensgestaltung. In einer mehr und mehr wissensbasierten Gesellschaft ist eine entsprechend qualifizierte Schul- und Ausbildung zentral für die Integration in den Arbeitsmarkt und die beruflichen Chancen. Dazu gehören in der Regel auch gute deutsche Sprach- und Schreibkenntnisse. Bei den Aussiedlern schätzen knapp 80% ihre deutschen Sprachkenntnisse als gut ein und immerhin noch 60% beurteilen ihre Schreibfähigkeit im Deutschen als gut. Hingegen liegen die Quoten bei Zuwanderern aus der Türkei und den südwesteuropäischen Staaten um 20 bis 30 Prozentpunkte niedriger. Bis auf die Gruppe der Zuwanderer aus der Türkei ergibt sich im Querschnittsvergleich zwischen 1996 und 2001 eine Verbesserung der Sprach- und Schreibkenntnisse. Besonders deutlich ist diese Entwicklung bei der Gruppe der Aussiedler und Zuwanderer aus dem früherem Jugoslawien (vgl. Abb. 1).
Abb. 1: Sprachkenntnisse und Bildung von Deutschen und Zuwanderern in Westdeutschland, Aus: Datenreport 2006, S. 568.Der enge Zusammenhang zwischen Schulbildung und Ausbildung zeigt sich in Abbildung 1. Der Anteil der Zuwanderer ohne Berufsausbildung liegt zwischen 28% bei den Aussiedlern und 58% bei den Zuwanderern aus der Türkei und damit weit über dem entsprechenden Anteil bei den Deutschen. Bemerkenswert ist, dass Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien gleich oft und Aussiedler sogar öfter über eine akademische Ausbildung verfügen als Deutsche. Wie bei der Schulbildung, so zeigt sich auch bei der beruflichen Ausbildung die Tendenz, dass die zweite Generation im Vergleich zur jeweiligen Gesamtgruppe höhere Berufsabschlüsse erreicht. Insgesamt ist innerhalb der acht Jahre ein Trend zu höheren Ausbildungsabschlüssen zu beobachten. Diese zunehmende Qualifizierung wird besonders bei Frauen deutlich. Im Vergleich zu Männern verbessern sich ihre Bildungsabschlüsse überproportional. Allerdings darf dies nicht über die weiterhin bestehende Ungleichheit hinwegtäuschen. Über 70% der Frauen aus der Türkei haben keinen Berufsabschluss. Bei den Gruppen aus den südwesteuropäischen Staaten sind es knapp 70%.
Quelle: Auszug aus: Statistisches Bundesamt (Hg.)(2006): Datenreport 2006. Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn. S. 567 f.
