Dossierbild Migration

Entwicklungstrends


1.6.2009
Das weltweite Wanderungsgeschehen ist äußerst vielfältig, Umfang und Entwicklung lassen sich nur grob schätzen. Ein Grund dafür ist die schlechte Datenlage. Selbst in den Industriestaaten, die über ein gut ausgebautes Statistikwesen verfügen, ist die Qualität der migrationsbezogenen Daten unzureichend.

Ludmilla G. (19) aus dem Südural lebt seit 1996 in Deutschland.Ludmilla G. (19) aus dem Südural lebt seit 1996 in Deutschland. (© Susanne Tessa Müller)
Das weltweite Wanderungsgeschehen ist äußerst vielfältig, Umfang und Entwicklung lassen sich nur grob schätzen. Ein Grund dafür ist die schlechte Datenlage. Selbst in den Industriestaaten, die über ein gut ausgebautes Statistikwesen verfügen, ist die Qualität der migrationsbezogenen Daten unzureichend. Dies betrifft sowohl Informationen darüber, wie viele Menschen welchen Alters, welcher Herkunft und welcher Ausbildung in das betreffende Land kommen (und es wieder verlassen), als auch Daten über die soziale Integration von Zuwanderern. Es fehlen insbesondere Längsschnittdaten, die Integrationserfolge und -defizite über einen längeren Zeitraum, gerade auch im intergenerationellen Vergleich, erkennen helfen. Die Wissenslücken bei der Bestimmung globaler Migrationstrends sind noch größer. Hier summieren sich die Schwächen der nationalen Statistiken, hinzu kommen unterschiedliche Definitionen und Erhebungsweisen. Aussagen über die Entwicklung des globalen Wanderungsgeschehens, vor allem Prognosen, müssen daher mit größter Vorsicht interpretiert werden. Das ist auch in politischer Hinsicht problematisch, weil sich ohne verlässliche Daten auch die politischen Herausforderungen nicht genau bestimmen lassen. Die Bewältigung migrationsbezogener Probleme wird so erheblich erschwert.

Selbst wenn man die verfügbaren Daten äußerst zurückhaltend interpretiert, sind seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes deutliche Veränderungen des globalen Wanderungsgeschehens festzustellen: Zum einen hat der Umfang der Migrationsbewegungen zugenommen, zum anderen sind die Formen vielfältiger und komplexer geworden.

Auch Regierungen und internationalen Organisationen fällt die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Wanderungsformen, insbesondere die für die Betroffenen oft lebenswichtige Unterscheidung zwischen Migranten und Flüchtlingen, zunehmend schwer. Aber auch befristete, dauerhafte und wiederholte Zuwanderungsformen sind häufig ebenso schwer voneinander abzugrenzen wie legale von illegalen Zuwanderungen.



 

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