Das Bild zeigt das Außengitter eines Flüchtlingsheims. Daran angebracht ist ein grünes Schild mit weißen Pfeilen und einem Symbol für eine Menschenmenge. Das Symbol signalisiert einen Versammlungspunkt. Durch das Maschendrahtgitter scheint die Abendsonne. Hinter dem Zaun stehen mehrere hoch aufragende laublose Bäume hinter denen weiße Baracken zu sehen sind. Im Bildvordergrund ist eine Verlaufskurve der jährlichen Asylanträge in Deutschland mit weißen Balken montiert.

18.11.2019

Asylanträge in Deutschland

Infografiken zu Asylanträgen und Asylsuchenden

Im Jahr 2018 beantragten 185.853 Menschen in Deutschland Asyl. Im laufenden Jahr 2019 wurden bislang 141.889 Erst- oder Folgeanträge auf Asyl gestellt. Wie haben sich die Antragszahlen seit 1979 entwickelt und in welchen Bundesländern werden die meisten Anträge gestellt?

Wie viele Asylanträge werden in Deutschland gestellt?

Bei Asylverfahren wird seit 1995 zwischen Erst- und Folgeanträgen unterschieden: Beantragt ein Asylsuchender das erste Mal Asyl, liegt ein Erstantrag vor. Wird ein Asylantrag zurückgenommen oder vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgelehnt, hat der Asylsuchende die Möglichkeit, einen Folgeantrag zu stellen. Ob ein Folgeverfahren aufgenommen wird, entscheidet das Bundesamt.

Im Oktober 2019 gingen beim BAMF 11.100 Erstanträge und 1.838 Folgeanträge auf Asyl ein. Im laufenden Jahr 2019 wurden bislang insgesamt 141.889 Asylanträge in Deutschland gestellt.



Nachdem die Zahl der in Deutschland gestellten Asylanträge Mitte der 1980er Jahre stark angestiegen war, war sie nach einer Grundgesetzänderung und dem sogenannten "Asylkompromiss" seit Mitte der 1990er Jahre kontinuierlich zurückgegangen. Seit 2007/2008 stiegen die Zahlen erneut.

2016 erreichte die Anzahl der Asylanträge einen Höchststand: Zwischen Januar und Dezember 2016 zählte das BAMF 745.545 Erst- und Folgeanträge auf Asyl und damit mehr als im Vorjahr. 2015 hatten 476.649 Menschen in Deutschland Asyl beantragt.

Seitdem sind die Antragszahlen wieder zurückgegangen. Zwischen Januar und Dezember 2017 nahm das Bundesamt insgesamt 222.683 Erst- und Folgeanträge auf Asyl entgegen, im selben Zeitraum des Jahres 2018 waren es noch 185.853 Anträge.



Wie verteilen sich die Anträge auf die Bundesländer?

2018 wurden die meisten Erstanträge in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen gestellt. 2017 waren es die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Im laufenden Jahr 2019 haben Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg die meisten Asylerstanträge entgegengenommen. Diese Bundesländer müssen nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel die meisten Asylsuchenden aufnehmen. Der Königsteiner Schlüssel regelt die Verteilung der Asylbewerber auf die einzelnen Bundesländer.



Wie viele Asylsuchende kommen in Deutschland an?

Die Anzahl der monatlich gestellten Asylanträge lag in den letzten beiden Jahren leicht höher als der Zugang von Asylsuchenden. Von Januar bis Dezember 2017 wurden 186.644 Asylsuchende in Deutschland registriert, zwischen Januar und April 2018 gab es bislang 54.790 Registrierungen. Die meisten von ihnen stammten aus Syrien, Irak und Nigeria, aber auch die Türkei und die Russische Föderation waren unter den zehn meistgenannten Herkunftsländern. Zahlen zu registrierten Asylsuchenden werden seit Mitte 2018 nicht mehr veröffentlicht.



Bis Ende 2016 waren nur die Asylantragszahlen zentral vom BAMF erhoben worden. Seit 2017 gab es eine offizielle Asylgesuchstatistik, in der auch alle ankommenden Flüchtlinge und Asylsuchende zentral erfasst wurden, die noch keinen Antrag auf Asyl gestellt haben. Die Asylgesuchstatistik hat die Erfassung durch das sogenannte EASY-System ersetzt. Bei den im EASY-System erfassten Asylsuchenden konnten Fehl- oder Doppelregistrierungen nicht ausgeschlossen werden. Ein direkter Vergleich der Asylgesuchstatistik mit den EASY-Zahlen der Vorjahre ist daher nicht sinnvoll.

Kurz erklärt

EASY-System

Zahlen zu in Deutschland ankommenden Asylsuchende wurden bis Ende 2016 dezentral über das sogenannte EASY-System erfasst.

EASY heißt eine Software, die die Verteilung der Asylsuchenden auf die Erstaufnahme-Einrichtungen in den Bundesländern regelt. Zwischen Januar und Dezember 2016 wurden 321.371 Zugänge von Asylsuchenden im EASY-System registriert. Die tatsächliche Zahl lag laut BMI darunter: Nach vorläufiger Berechnung des BAMF könne "von gut 280.000 asylsuchenden Menschen ausgegangen werden".

2015 lag die Zahl der EASY-Registrierungen deutlich höher. Von Januar bis Dezember 2015 wurden im EASY-System 1.091.894 Zugänge von Asylsuchenden erfasst. Auch hier lag die tatsächliche Zahl nach Angaben des BMI darunter: bei rund 890.000 Asylsuchenden. Die Differenz habe sich aus "Mehrfachmeldungen" und "späteren Weiter- oder Rückreisen" von Asylsuchenden ergeben.

Weitere Zahlen zu Asyl in Deutschland:



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