Koffer

10.12.2012 | Von:
Bettina Gransow

Beschäftigungsfelder: Regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede

Die meisten Arbeitsmigrant/innen arbeiten im produzierenden Gewerbe, insbesondere in den entwickelten Regionen entlang der Ostküste (s. Tabelle).

Näherei in ChinaDie meisten Arbeitsmigrant/innen arbeiten im produzierenden Gewerbe, insbesondere in den entwickelten Regionen entlang der Ostküste. (© Bettina Gransow )

Die Beschäftigung im Baugewerbe folgt an zweiter Stelle, ist aber in den östlichen Regionen vergleichsweise niedrig, da aufgrund einer drohenden Immobilienblase Investitionen erschwert und damit die Beschäftigungsmöglichkeiten im Bausektor eingeschränkt wurden. In den zentralchinesischen und insbesondere den westlichen Provinzen ist dies nicht der Fall. Entsprechend sind in diesen Regionen mehr Migranten im Bausektor tätig als an der Ostküste Chinas. Diese Zahlen spiegeln auch die Politik der chinesischen Regierung wider, stärker in die Infrastruktur der Inlandsprovinzen zu investieren.

 
Beschäftigungsfelder von ländlichen Arbeitsmigranten in China nach Regionen in % (2011)
 
Beschäftigungsfeldergesamtöstliche
Regionen[1]
zentralchin. Regionen[2]westliche Regionen[3]
Produzierendes Gewerbe36,044,823,015,4
Baugewerbe17,713,424,727,4
Transport, Verkehr, Lagerung und Post6,65,58,19,3
Groß- und Einzelhandel10,18,713,112,5
Hotel- und Gaststättengewerbe5,34,55,97,3
Dienstleistungen12,212,311,412,2
Quelle: http://www.stats.gov.cn/tjfx/fxbg/t20120427_402801903.htm, aufgerufen am 24.6.2012

Mindestens drei Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Migration sind hervorzuheben:
  1. eine Konzentration in bestimmten Beschäftigungsfeldern. Während im Baubereich überwiegend Männer arbeiten, sind in der Exportindustrie und im Gaststätten- und Dienstleistungsgewerbe auch sehr viele junge Frauen beschäftigt.
  2. Etwa gleich viele Männer und Frauen migrieren, jedoch stehen weniger Migrantinnen in einem Beschäftigungsverhältnis als Migranten. Das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Migranten betrug (2009) 50,4% zu 49,6%.[4] Von den 16-59jährigen Migrant/innen waren (2009) insgesamt 78,6% beschäftigt. Bei den Männern waren dies 92,5%, bei den Frauen waren es 65,5%; mehr als ein Viertel von ihnen waren Hausfrauen.
  3. Die Arbeitsmigrantinnen sind im Durchschnitt jünger als ihre männlichen Kollegen. Junge Frauen treten seltener, aber früher in eine Erwerbsbiographie ein als junge Männer. In den Alterskohorten 15-19, 20-24 und 25-29 Jahre finden sich daher mehr Frauen als Männer; in den höheren Alterskohorten ist es umgekehrt.[5]


Dieser Text ist Teil des Kurzdossiers "Binnenmigration in China - Chance oder Falle?".

Fußnoten

1.
Die östlichen Regionen umfassen Peking, Tianjin, Hebei, Liaoning, Shanghai, Jiangsu, Zhejiang, Fujian, Shandong, Guangdong und Hainan.
2.
Die zentralchinesischen Regionen umfassen Shanxi, Jilin, Heilongjiang, Anhui, Jiangxi, Henan, Hubei und Hunan.
3.
Zu den westlichen Regionen gehören die Innere Mongolei, Guangxi, Chongqing, Sichuan, Guizhou, Yunnan, Tibet, Shaanxi, Gansu, Qinghai, Ningxia und Xinjiang.
4.
Guojia renkou (2010), S. 37.
5.
Guojia renkou (2010), S. 38/39.
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Autor: Bettina Gransow für bpb.de
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