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(Flucht-)Migration und Gesundheit

Macht (Flucht-)Migration krank? Angesichts der großen und steigenden Zahl von (Zwangs-)Migranten weltweit ist das eine relevante Frage für diejenigen Länder, die Migranten entsenden oder aufnehmen – und damit für nahezu alle Länder der Welt. Menschen, die freiwillig oder unfreiwillig migrieren, gehen Risiken ein. Sie legen oft große Entfernungen zurück, nicht selten unter schwierigen oder gefährlichen Umständen. Besonders gefährdet sind Flüchtlinge und Migranten ohne Papiere und legalen Aufenthaltsstatus (sogenannte "irreguläre" Migranten). So haben beispielsweise Geflüchtete während des Asylverfahrens in Deutschland nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung und das, obwohl Fluchterfahrungen immer schwer belastend sind und zu Traumatisierungen führen können. Migration, so scheint es, geht mit Gesundheitsrisiken einher und kann krank machen.

Migranten sind andererseits besonders aktive und mutige Menschen, die ihr Leben selbst bestimmen wollen. Sie sind meist jung und im Vergleich zur Bevölkerung ihres Herkunftslandes überdurchschnittlich gesund. Im Vergleich zur Herkunftsbevölkerung, so scheint es, haben Migranten daher besonders gute Gesundheitschancen.

Dieses Dossier beleuchtet einige grundlegende Fragen und Aspekte im Hinblick auf die Gesundheit von Menschen, die freiwillig oder unfreiwillig in ein anderes Land migrieren. Es zeigt das Spannungsfeld auf, in dem sich die Diskussion um die Gesundheit von Migranten bewegt.

PDF-Icon (Flucht-)Migration und Gesundheit (2009)

Aktuell (2016):

Die Ärztin Carolina Tilgner-Eichhorn (rechts) untersucht einen Bewohner mit der Unterstützung einer Dolmetscherin (Mitte) am 23.10.2015 in der Landesaufnahmebehörde in Bramsche (Niedersachsen).

Gisela Klinkhammer

Medizinische Versorgung von Asylbewerbern in Deutschland

Das Jahr 2015 stand im Zeichen der sogenannten Flüchtlingskrise. Bis Jahresende begehrten mehr als eine Million Menschen in Deutschland Asyl. Die Asylzugangszahlen in den ersten beiden Monaten des Jahres 2016 zeigen, dass sich die Fluchtzuwanderung weiter fortsetzen wird. Die Aufnahme einer so großen Anzahl an Menschen in kurzer Zeit stellt auch das deutsche Gesundheitssystem vor enorme Herausforderungen. Weiter...

Schüler melden sich am 19.06.2015 in der Klasse von Lehrerin Lisa Vestwig in der Rosensteinschule in Stuttgart (Baden-Württemberg). In der Vorbereitungsklasse werden Flüchtlingskinder auf die Teilnahme am regulären Schulunterricht vorbereitet

David Zimmermann

"Fluchterfahrungen sind immer schwer belastend" – Zum Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen im Schulalltag

Die Kultusministerkonferenz geht davon aus, dass allein 2014 und 2015 rund 325.000 Flüchtlinge im schulpflichtigen Alter nach Deutschland gekommen sind. Sie bringen ihre lebensgeschichtlichen Belastungen in den Schulalltag ein. Dadurch ergeben sich besondere Herausforderungen für die Organisation Schule und dort arbeitenden Pädagoginnen und Pädagogen. Ein wichtiger Anlass, um den Themenkomplex Zwangsmigration, Trauma und schulischer Alltag einmal genauer zu betrachten. Weiter...

Wie gesund sind Migranten? Erkenntnisse und Zusammenhänge am Beispiel der Zuwanderer in Deutschland (2009)

Migration macht krank, Migration verbessert die Gesundheitschancen": Im Spannungsfeld dieses Widerspruchs bewegt sich die aktuelle Diskussion zum Thema "Migration und Gesundheit". Angesichts der großen Heterogenität der Gruppe der Migranten, einer immer noch unbefriedigenden Datenlage und eines Mangels an theoretischen Modellen zur Gesundheit von Migranten löst sich dieser Widerspruch nur langsam auf. Wir versuchen in diesem Kurzdossier, den aktuellen Stand der Diskussion über den Gesundheitszustand von Migranten und dessen Determinanten abzubilden und Hindernisse bei der Gesundheitsversorgung für Migranten aufzuzeigen. (Erschienen 04/2009)

Die Rumänin Cornelia und ihr Sohn David Emanuel warten am 14.06.2013 im Wartezimmer der Malteser Migranten Medizin in Berlin.

Oliver Razum, Jacob Spallek

Ausgewählte empirische Ergebnisse zum Gesundheitszustand von Migranten

Das Krankheitsspektrum der Menschen mit Migrationshintergrund ähnelt in Deutschland weitgehend dem der nicht migrierten Mehrheitsbevölkerung (mit Ausnahme einiger seltener erblicher Stoffwechselerkrankungen bei Migranten). Weiter...

Die Vietnamesin Xuan wartet mit ihrer einjährigen Tochter Mai Anh am 11.06.2013 im Wartezimmer der Malteser Migranten Medizin in Berlin.

Oliver Razum, Jacob Spallek

Zugangsbarrieren zur gesundheitlichen Versorgung

Menschen mit Migrationshintergrund erlangen zunehmend Bedeutung als Nutzer der Gesundheitsdienste in Deutschland. Gerade im Bereich der Versorgungsforschung fehlen Daten, die nach Migrationshintergrund aufgeschlüsselt sind. Weiter...

Migranten sind häufig in sozioökonomischer Hinsicht benachteiligt. Sie wohnen und arbeiten beispielsweise oft unter schlechteren Bedingungen als die nicht migrierte Mehrheitsbevölkerung.

Oliver Razum, Jacob Spallek

Definition von Migration und von der Zielgruppe "Migranten"

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge definiert Migration wie folgt: "Von Migration spricht man, wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt räumlich verlegt. Von internationaler Migration spricht man dann, wenn dies über Staatsgrenzen hinweg geschieht". Weiter...

Die Bulgaren Sevdalin und seine schwangere Frau Julia kommen am 11.06.2013 zu der Station der Malteser Migranten Medizin in Berlin.

Oliver Razum, Jacob Spallek

Erklärungsmodelle zu Migration und Gesundheit

Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Migration und Gesundheit bleiben oft unbefriedigend, weil explizit formulierte Erklärungsmodelle fehlen. Determinanten von Krankheit und Gesundheit bei Migrantinnen und Migranten werden häufig nicht benannt, was ihre systematische Untersuchung erschwert. Weiter...

Oliver Razum, Jacob Spallek

Schlussfolgerungen

Die Beispiele belegen, wie schwierig die Beurteilung von Unterschieden in der Morbidität und Mortalität zwischen Migranten und der Mehrheitsbevölkerung im Zielland der Migration sein kann. Weiter...

Wie gesund sind Migranten?

Literatur

Hier finden Sie Literatur zum Kurzdossier 12: "Wie gesund sind Migranten? Erkenntnisse und Zusammenhänge am Beispiel der Zuwanderer in Deutschland" von Oliver Razum und Jacob Spallek. Weiter...

 
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Infografiken

Zahlen zu Asyl in Deutschland

Wie viele Anträge auf Asyl werden in Deutschland gestellt? Wer sind die Antragsteller und woher stammen sie? Und wie viele Anträge sind erfolgreich? Wir stellen die wichtigsten Zahlen zum Thema Asyl und Flüchtlinge monatlich aktualisiert in einfachen Infografiken dar. Weiter...