Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

8.10.2012 | Von:
Dr. Giorgia Di Muzio

Einleitung

Die Entwicklung Italiens von einem Auswanderungsland par excellence zu einem Einwanderungsland erfolgte innerhalb einer recht kurzen Zeitspanne seit dem Ende der 1970er Jahre. Aktuell ist die Wachstumsrate der Zuwandererbevölkerung eine der höchsten in der gesamten Europäischen Union.

Italien - Karte (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/
Trotz der noch jungen Einwanderungsgeschichte hat das Land insgesamt beträchtliche Erfahrung mit Wanderungsbewegungen: Italien war in der Vergangenheit nicht nur einer der größten Exporteure von Arbeitskräften, sondern erlebte seit dem Ende des 19. Jahrhunderts auch signifikante Binnenmigrationsbewegungen vom agrarisch geprägten Süden des Landes in den industrialisierten Norden.

1973 wies Italien zum ersten Mal in seiner Geschichte einen positiven Wanderungssaldo auf – die Zahl der Zuwanderer überstieg in diesem Jahr die Zahl der Abwanderer. Von da an hat die Zuwanderung kontinuierlich zugenommen. Das zeigt sich insbesondere seit den 1980er Jahren: Die Volkszählung von 1981 erfasste bereits rund 211.000 Einwanderer.

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Hintergrundinformationen

Hauptstadt: Rom
Amtssprachen: Italienisch
Fläche: 301.340 km²
Bevölkerung (am 1. Jan. 2011): 60.742.397
Bevölkerungsdichte: 201,57 Einwohner je km²
Bevölkerungswachstum: 0,42% (2011), -0,08% (2010), 6,5% (2009)
Anteil der ausländischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung (am 1. Jan): 7,5% (2011), 7,5% (2010), 6,5% (2009)
Erwerbsquote: 62% (2011), 62,2% (2010), 62,4% (2009)
Arbeitslosenquote: 8,0% (2011), 8,4% (2010), 7,8% (2009)
Konfessionen (2010): Katholiken (87,8%), Protestanten (1,3%), andere christliche Gemeinschaften (3,8%), Muslime (1,9%), konfessionslos (5,8%)
1991 machte Italien erstmals Erfahrungen mit 'Massenzuwanderung': Infolge des Zusammenbruchs des kommunistischen Regimes in Albanien erreichten an nur zwei Tagen rund 50.000 albanische Staatsangehörige über den Seeweg Italiens Küsten. In den 1990er Jahren beschleunigte sich die Zuwanderung. Während 1991 insgesamt 356.159 Ausländer/-innen in Italien lebten, waren es 2001 bereits 1.300.000. Bis 2011 stieg diese Zahl dann noch einmal deutlich an auf 4.500.000. Am 1. Januar 2012 lebten 4.859.000 ausländische Staatsangehörige auf italienischem Territorium, sie repräsentierten insgesamt rund 8% der gesamten Wohnbevölkerung. Seit der schrittweisen Erweiterung der EU stammen die Einwanderer hauptsächlich aus Osteuropa. Rumänische Staatsangehörige zählen seit 2004 zusammen mit Albanern und Marokkanern zu den größten Migrantengruppen in Italien.