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26.6.2014 | Von:
Lan Diao
Maren Opitz

Einleitung

Die Bevölkerung Chinas ist geprägt durch ethnische und kulturelle Heterogenität. Zwar gehören rund 90 Prozent der chinesischen Bevölkerung der Volksgruppe der Han an, diese sind jedoch keine homogene Volksgruppe. Neben den Han gibt es noch 55 weitere Nationalitäten. Nur etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung sind Ausländer.

Spannungen in Chinas Provinz Xinjiang.  Eine uigurische Familie verlässt Urumqi  nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen zugezogenen Han-Chinesen und einheimischen Uiguren.Spannungen in Chinas Provinz Xinjiang. Eine uigurische Familie verlässt Urumqi nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen zugezogenen Han-Chinesen und einheimischen Uiguren. (© picture-alliance/dpa)

Die Bevölkerung der 1949 gegründeten Volksrepublik China[1] ist geprägt durch ethnische und kulturelle Heterogenität. Bereits mit der ersten Reichseinigung im 3. Jahrhundert vor Christus hatte sich auf dem heutigen chinesischen Territorium ein Vielvölkerreich herausgebildet. Gegenwärtig gehören rund 90 Prozent der chinesischen Bevölkerung der Volksgruppe der Han an. Die circa 1,2 Milliarden Han-Chinesen sind nicht als homogene Gruppe zu begreifen. Ihre sprachlichen und kulturellen Gepflogenheiten variieren mitunter stark. Neben der Han-Nationalität gibt es 55 weitere Nationalitäten, also ethnische Gruppen, die sogenannten anerkannten nationalen Minderheiten, zu denen rund 106 Millionen Chinesen zählen.

Ende 2010 lebten 593.832 Ausländer in China, was 0,05 Prozent der chinesischen Gesamtbevölkerung entspricht.[2] Zählt man die rund 426.000 in China lebenden Personen aus Hongkong, Macao und Taiwan als Ausländer, beträgt der Ausländeranteil 0,1 Prozent.[3] Die Volksrepublik ist damit kein Einwanderungsland. Sie verfügt bisher über keine dem internationalen Vergleich entsprechenden Instrumente zur Steuerung von Migration und Integration von Einwanderern. Ihre integrationspolitische Aufgabe sieht die chinesische Führung vielmehr darin, sich den politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Herausforderungen zu stellen, die sich aus der historisch gewachsenen Vielvölkerstaatlichkeit Chinas ergeben.[4]

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Info

Hintergrundinformationen*

Hauptstadt: Peking
Landessprachen: Hochchinesisch ("Putonghua"), diverse Dialekte des Chinesischen, verschiedene Minderheitensprachen
Fläche: 9.597.995 km² (inklusive Taiwan, Hongkong und Macao)
Bevölkerung (2012): 1,35 Mrd.
Bevölkerungsdichte (2011): 144,1/km²
Bevölkerungswachstum (2012): 0,5%
Ausländische Bevölkerung (2010): 593.832 Personen (0,05%) bzw. 1.020.145 Personen (0,1%)**
Erwerbsbevölkerung (2012): 803.498.000
Erwerbslosenquote (2012): 4,5%
Religionen: Buddhismus, Islam, Taoismus, Protestantische und Katholische "Staatskirchen"*** (wobei China eine atheistische Staatsideologie verfolgt)

*Wenn nicht anders gekennzeichnet, stammen die Daten vom deutschen Statistischen Bundesamt und vom Auswärtigen Amt.
**Der Ausländeranteil beträgt 0,1 Prozent, wenn in China lebende Personen aus Taiwan, Hongkong und Macao berücksichtigt werden.
***In der Volksrepublik China sind fünf Religionen offiziell zugelassen: Buddhismus, Islam, Taoismus sowie eine Ausrichtung des Protestantismus und Katholizismus, die sogenannte Protestantische bzw. Katholische "Staatskirche". Die anerkannten Religionen werden vom Staat kontrolliert. Verlässliche Statistiken zur Anzahl der Anhänger der einzelnen Religionen gibt es nicht. Die folgenden Zahlen dienen als Richtwert (nach offiziellen Daten von 2000 und Umfragen der East China Normal University und der Shanghai Academy of Social Sciences von 2005): Buddhismus ca. 150-200 Mio. Anhänger, Protestantisches Christentum 25-35 Mio. Anhänger, Islam 11-18 Mio. Anhänger, Katholische Kirche 8,5-13 Mio. Anhänger, Daoismus 5,5 Mio. Anhänger (Meyer 2009).

Dieser Text ist Teil des Länderprofils China.

Fußnoten

1.
Die Begriffe "Volksrepublik China" und "China" beinhalten im vorliegenden Text – sofern nicht anders gekennzeichnet – weder die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao noch Taiwan.
2.
Schmidt-Glintzer (2008), Senz (2010), Shen (2011).
3.
Zwar haben Personen aus Hongkong und Macao die chinesische Staatsangehörigkeit. Allerdings haben sie mitunter andere Rechte und Pflichten als Festlandchinesen. Diese können beispielsweise nur mit einer Einreisegenehmigung nach Hongkong, Macao und Taiwan reisen. Als weiteres Beispiel sei auf die Ein-Kind-Politik verwiesen, die in Hongkong, Macao und Taiwan keine Anwendung findet. Nicht nur wegen ihrer unterschiedlichen Rechte und Pflichten, sondern auch, weil sich viele bevölkerungsbezogene Erhebungen der chinesischen Regierung ausschließlich auf die Bevölkerung des Festlands beziehen, könnten in Festlandchina lebende Personen aus Hongkong, Macao und Taiwan zur Gruppe der "Ausländer" gezählt werden.
4.
Senz (2010).
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