Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

26.6.2014

Aktuelle Entwicklungen der Migration

Seit dem Jahr 2000 stieg der Anteil der ausländische Bevölkerung in China um 35 Prozent, bleibt aber im Vergleich zur chinesischen Gesamtbevölkerung gering. Zudem übersteigt die Zahl der Auswanderer die der Einwanderer weiterhin deutlich.

Chinatown in San Francisco / USA. 12 Prozent der chinesischen Auswanderer wählen die USA als Zielland.Chinatown in San Francisco / USA. 12 Prozent der chinesischen Auswanderer wählen die USA als Zielland. (© picture alliance / Wendy Connett/Robert Harding)

Im Vergleich zur chinesischen Gesamtbevölkerung fällt die Zahl der internationalen Migranten bisher kaum ins Gewicht. Der 6. Bevölkerungszensus im Jahr 2010 berücksichtigte erstmals Ausländer, die sich mindestens drei Monate im Land aufhielten, darunter auch ethnische Chinesen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Demnach lebten 1,02 Millionen Ausländer in China. 70 Prozent von ihnen (rund 680.000 Personen) hielten sich bereits ein Jahr oder länger in der Volksrepublik auf. Seit 2000 ist die ausländische Bevölkerung in China um 35 Prozent gewachsen.[1]

Der wirtschaftliche Aufschwung in den letzten Jahrzehnten und die damit einhergehenden Beschäftigungsmöglichkeiten für ausländische Arbeitnehmer und Geschäftsleute machen China zu einem zunehmend attraktiveren Zielland für Zuwanderer und ihre Familien. Auch die relativ stabile politische Lage seit den frühen 1990er Jahren trägt zu dieser Entwicklung bei. Zudem ist der Lebensstandard, inklusive Zugang zu Bildung und zur medizinischen Versorgung, in vielen Städten Chinas mit dem westlicher Industrienationen vergleichbar. Allerdings weist die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) darauf hin, dass sich das rasante Wirtschaftswachstum Chinas bisher nicht in den Zahlen ausländischer Arbeitskräfte im Land widerspiegelt; offizielle politische Maßnahmen zur Anwerbung von Hochqualifizierten gibt es kaum.

Die Zahl der Auswanderer übersteigt die Zahl der Einwanderer weiterhin deutlich. Immer mehr gut ausgebildete Chinesen lassen sich (vorübergehend) im Ausland nieder. Von den aktuell 50 Millionen im Ausland lebenden Chinesen sind 10 Prozent nach 1978 migriert. Schätzungen zufolge ist China der weltweit zweitgrößte Empfänger von Rücküberweisungen seiner Emigranten.[2]
Zielregionen der rund 50 Millionen AuslandschinesenZielregionen der rund 50 Millionen Auslandschinesen Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Die chinesische Führung versucht mit nationalen und regionalen Programmen gut ausgebildete ethnische Chinesen zurück in die Volksrepublik zu holen. Die Zahl der zurückgekehrten chinesischen Auslandsstudenten hat 2012 beispielsweise einen Rekord von rund 273.000 Personen erreicht. Zurück in China beginnen viele Rückkehrer Karrieren in der Technologiebranche oder im medizinischen Bereich, in der Politik oder im Management multinationaler Unternehmen.[3]

Dieser Text ist Teil des Länderprofils China.

Fußnoten

1.
Zentralregierung der Volksrepublik China (ohne Datum a), Shen (2011), Anich et al. (2013), S. 77.
2.
Center for China and Globalization (ohne Datum), Zhuang (2010), IOM (2012).
3.
Wang (2013).

Kurzdossiers

Zuwanderung, Flucht und Asyl: Aktuelle Themen

Ein Kurzdossier legt komplexe Zusammenhänge aus den Bereichen Zuwanderung, Flucht und Asyl sowie Integration auf einfache und klare Art und Weise dar. Es bietet einen fundierten Einstieg in eine bestimmte Thematik, in dem es den Hintergrund näher beleuchtet und verschiedene Standpunkte wissenschaftlich und kritisch abwägt. Darüber hinaus enthält es Hinweise auf weiterführende Literatur und Internet-Verweise. Dies eröffnet die Möglichkeit, sich eingehender mit der Thematik zu befassen. Unsere Kurzdossiers erscheinen bis zu 6-mal jährlich.

Mehr lesen