Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

26.6.2014 | Von:
Lan Diao
Maren Opitz

Aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen

Trotz steigender Zuwanderung ist die Bevölkerungsbilanz für China negativ. Die Auswanderung übersteigt noch immer die Zuwanderung und der demografische Wandel lässt die Erwerbsbevölkerung wohl eher schrumpfen. Zukünftige politische Aufgaben wären die Implementierung einer Migrationspolitik und die Schaffung eines nationalen Asylgesetzes.

Demonstration zum Weltflüchtlingstag in Hongkong.  Um ihrer Verantwortung als Unterzeichnerin der Genfer Flüchtlingskonvention im Bereich Flucht und Asyl gerecht zu werden, scheint es unabdingbar, dass die Volksrepublik ein nationales Asylgesetz verabschiedet und entsprechend verantwortliche Institutionen benennt.Demonstration zum Weltflüchtlingstag in Hongkong. Um ihrer Verantwortung als Unterzeichnerin der Genfer Flüchtlingskonvention im Bereich Flucht und Asyl gerecht zu werden, scheint es unabdingbar, dass die Volksrepublik ein nationales Asylgesetz verabschiedet und entsprechend verantwortliche Institutionen benennt. (© picture-alliance/dpa)

Demografischer Wandel

Die Zahl der Ausländer, die sich lang- oder längerfristig in China niederlassen, nimmt in jüngster Vergangenheit zwar zu. Der Zuwandereranteil an der Gesamtbevölkerung bleibt mit 0,05 Prozent bzw. 0,1 Prozent aber verhältnismäßig gering. Die Auswanderung übersteigt noch immer die Zuwanderung. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich dieser Trend in naher Zukunft ändert. Dabei hat der demografische Wandel unlängst auch China erfasst. Die Bevölkerung altert und die Geburtenrate sinkt, sodass zukünftig auch die Erwerbsbevölkerung schrumpfen wird. Auch vor diesem Hintergrund tut China gut daran, eine nationale und an internationalen Standards orientierte Migrationspolitik zu implementieren, die unter anderem Anreize für Hochqualifizierte setzt, nach China (zurück) zu kommen.
Chinas alternde Bevölkerung: Personen im erwerbsfähigen Alter 2013 bis 2050 (Schätzungen)Chinas alternde Bevölkerung: Personen im erwerbsfähigen Alter 2013 bis 2050 (Schätzungen) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Asylwesen

Eine weitere Herausforderung stellt der Umgang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden dar. Um ihrer Verantwortung als Unterzeichnerin der Genfer Flüchtlingskonvention im Bereich Flucht und Asyl gerecht zu werden, scheint es unabdingbar, dass die Volksrepublik ein nationales Asylgesetz verabschiedet und entsprechend verantwortliche Institutionen benennt. Die Einführung eines Identitätsnachweises für Asylsuchende und die damit einhergehende Legalisierung ihres Aufenthalts bis zur endgültigen Entscheidung über den Asylantrag sowie der Vorstoß chinesischer Behörden, Flüchtlingskindern (in derzeit fünf Provinzen) den Zugang zur Grundschule zu gewähren [1], sind erste Schritte in diese Richtung.

Dieser Text ist Teil des Länderprofils China.

Fußnoten

1.
Wang (2012), Skeldon (2011), UNHCR (2013b).
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Lan Diao, Maren Opitz für bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE und der Autoren/-innen teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.


Kurzdossiers

Zuwanderung, Flucht und Asyl: Aktuelle Themen

Ein Kurzdossier legt komplexe Zusammenhänge aus den Bereichen Zuwanderung, Flucht und Asyl sowie Integration auf einfache und klare Art und Weise dar. Es bietet einen fundierten Einstieg in eine bestimmte Thematik, in dem es den Hintergrund näher beleuchtet und verschiedene Standpunkte wissenschaftlich und kritisch abwägt. Darüber hinaus enthält es Hinweise auf weiterführende Literatur und Internet-Verweise. Dies eröffnet die Möglichkeit, sich eingehender mit der Thematik zu befassen. Unsere Kurzdossiers erscheinen bis zu 6-mal jährlich.

Mehr lesen