Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

Argentinien

Karte von Argentinien (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/
Einwanderung hat in Argentinien eine lange Tradition. In den Jahren der großen transatlantischen Migrationen entwickelte sich das Land zu einem der wichtigsten Zielländer in der Neuen Welt. Einwanderer aus Europa wurden als Motor gesellschaftlicher Modernisierung betrachtet. Heute wandern vor allem Menschen aus anderen lateinamerikanischen Staaten nach Argentinien ein. Diese Migration fordert die dominante und populäre Vorstellung, dass die argentinische Nation eine "weiße Gesellschaft" sei, heraus.

Italienisches Viertel in Buenos Aires.

Thomas Maier

Einleitung

Wohl kein anderes Land der Neuen Welt ist von den großen Migrationsbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts so tiefgreifend geprägt und verändert worden wie Argentinien. Innerhalb einer vergleichsweise kurzen Zeitspanne (von etwa 1870 bis 1930) trafen rund sechs Millionen Menschen aus Europa in Argentinien ein. Die Migration trug entscheidend zur Entstehung einer modernen, überwiegend urbanen und industrialisierten Gesellschaft bei.

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Einfaches Haus einer Einwandererfamilie im ländlichen Argentinien. Zwischen 1880 und 1930 wurde Argentinien durch die rasche Entwicklung der Landwirtschaft und ausländische Investitionen zu einem der reichsten Länder der Welt

Thomas Maier

Historische Entwicklung der Ein- und Auswanderung

Wohl kein anderes Land der Neuen Welt ist von den großen Migrationsbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts so tiefgreifend geprägt und verändert worden wie Argentinien. Zwischen 1870 und 1930 trafen rund sechs Millionen Europäer in Argentinien ein und prägten die Vorstellung einer "weißen" argentinischen Nation. Die europäischen Einwanderer wurden aktiv angeworben und als Motor gesellschaftlicher Modernisierung konzeptualisiert.

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Bewohner eines paraguayischen Slums in Buenos Aires warten auf eine Prozession zu Ehren der "Blauen Jungfrau", der Nationalheiligen von Paraguay.

Thomas Maier

Jüngste Entwicklungen der Ein- und Auswanderung

Seit der Gründung der Argentinischen Republik im 19. Jahrhundert, hat das Land Einwanderer aus benachbarten Staaten angezogen. Diese Einwanderung passte jedoch nicht zur dominanten Vorstellung, dass die argentinische Nation aus Nachfahren europäischer Einwanderer bestand. Daher wurden lateinamerikanische und andere nicht-europäische Migranten in eine gesellschaftliche Randposition gedrängt. Bis heute sehen sie sich mit offenen und verdeckten Formen von Diskriminierung konfrontiert.

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Frauen aus der bolivianischen Gemeinde bei einem Straßenfest zur Zweihundertjahrfeier von Buenos Aires.

Thomas Maier

Die Einwandererbevölkerung

Argentinien ist im Laufe der Geschichte stark von Einwanderung geprägt worden. Die Einwanderer kamen zunächst überwiegend aus Europa, später dann zunehmend aus anderen lateinamerikanischen Staaten. Die Bevölkerung des Landes ist daher heute sehr heterogen.

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Dezember 2011: Argentinier stehen vor dem spanischen Konsulat in Buenos Aires Schlange, um sich um die spanische Staatsbürgerschaft zu bewerben.

Thomas Maier

Argentinier im Ausland

Argentiniens Migrationsgeschichte ist lang. Das Land erlebt allerdings nicht nur Einwanderung. Die schwere Finanzkrise im Jahr 2001 löste eine große und anhaltende Abwanderungswelle aus. Viele Argentinier erhofften sich bessere Zukunftsperspektiven in Spanien und den USA. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise in Südeuropa sind jedoch viele von ihnen wieder nach Argentinien zurückgekehrt.

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Eröffnung  der Casa Patria Grande Nestor Kirchner in Buenos Aires - 25. Februar 2011

Thomas Maier

Veränderungen der Einwanderungs- und Regularisierungsgesetzgebung

Nach der Gründung der Argentinischen Republik im 19. Jahrhundert warb das Land lange aktiv Einwanderer aus Europa an. Zur Zeit der großen transatlantischen Migrationen im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte es sich neben den USA zum wichtigsten Zielland in der Neuen Welt. Erst während der verschiedenen Militärdiktaturen zwischen 1955 und 1983 wurde in Argentinien eine restriktivere Migrationspolitik eingeführt. Seit den 2000er Jahren haben zahlreiche Reformen die Rechte von Einwanderern wieder deutlich gestärkt.

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Mitglieder einer bolivianischen Tanzgruppe in Argentinien in traditionellen Kostümen.

Thomas Maier

Staatsbürgerschaft

Einwanderung hat in Argentinien eine lange Tradition. Allein zwischen 1870 und 1930 kamen rund sechs Millionen Europäer ins Land. Heute dominiert die Einwanderung aus anderen lateinamerikanischen Staaten. Einwanderer können die argentinische Staatsangehörigkeit durch Geburt auf argentinischem Boden oder Einbürgerung zu erwerben. Die Voraussetzungen dafür wurden 2004 gelockert.

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Ein russisches lesbisches Paar heiratet auf dem zentralen Standesamt von Buenos Aires um danach einen Asylantrag auf Anerkennung als politische Flüchtlinge zu stellen.

Thomas Maier

Flucht und Asyl - Flüchtlingspolitik

Argentinien ist im Laufe seiner Geschichte erheblich von Einwanderung geprägt worden. 1985 hat das Land damit begonnen, Flüchtlinge anzuerkennen. Ein echtes Gesetz zum Flüchtlingsschutz gibt es jedoch erst seit 2006. Im Vergleich zu vielen europäischen Staaten hält sich die Zahl der in Argentinien gestellten Asylanträge bislang allerdings in Grenzen.

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Mädchen aus einer Gruppe von Einwandererfamilien, die im März 2013 in Buenos Aires in Zelten auf der Straße leben.

Thomas Maier

Herausforderungen und Ausblick

Argentinien ist ein Land mit einer langen Einwanderungsgeschichte. Bereits die Verfassung von 1853 betonte die Bedeutung von Zuwanderung für die Entwicklung des Landes. Insbesondere europäische Migranten wurden als Motor gesellschaftlicher Modernisierung betrachtet und aktiv angeworben. Erst im Zuge der Militärdiktaturen zwischen 1955 und 1983 wurde ein restriktiver migrationspolitischer Ansatz eingeführt. Eine grundlegende Reform der argentinischen Migrationspolitik erfolgte mit dem Migrationsgesetz von 2004.

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Länderprofil 32: Argentinien

Literatur

Hier finden Sie Literatur zum Länderprofil 32: "Argentinien".

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Kurzdossiers

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