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Internationale Umfrage: 630 Mio. wollen auswandern

4.4.2012
Mehr als jeder achte Erwachsene würde gern dauerhaft auswandern. Jeder Vierte kann sich vorstellen, vorübergehend in einem anderen Land zu arbeiten.

Das US-amerikanische Meinungsforschungsinstitut Gallup hat zwischen 2009 und 2010 in einer repräsentativen Umfrage in 146 Ländern Interviews mit mehr als 400.000 Personen geführt. Unter dem Titel "The Many Faces of Migration“ wurden die Ergebnisse bereits Ende Dezember 2011 vorgestellt und in Kooperation mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) veröffentlicht. In Deutschland blieben die Ergebnisse bislang unbeachtet.

Dauerhafte Auswanderung



Der Umfrage zufolge würden 14% aller Befragten weltweit gern dauerhaft in ein anderes Land auswandern. Rechnet man dies auf die Gesamtbevölkerungen der erhobenen Länder hoch, wären dies etwa 630 Mio. Menschen. Diese Zahl ist knapp dreimal so groß, wie die der derzeit etwa 214 Mio. internationalen Migranten, die es nach Angaben der Vereinten Nationen 2010 gab. Bei einer Gallup-Umfrage von 2007/08 waren es noch 700 Mio. potenzielle Migranten. Am höchsten war der Anteil der Wanderungswilligen im subsaharischen Afrika, wo 33% angaben, permanent auswandern zu wollen. In den arabischen Ländern waren es 21% (siehe Tabelle in der PDF-Version). Auswanderungswillig sind vor allem unterbeschäftigte und jüngere Menschen. Auch transnationale soziale Netzwerke spielen eine entscheidende Rolle bei dem Wunsch nach Auswanderung. So war der Auswanderungswunsch bei Personen, die Kontakte in anderen Ländern haben, mit 30% deutlich stärker ausgeprägt als bei Personen ohne solche Kontakte (11%).

Die attraktivsten Zielländer waren die USA (23%, ca. 145 Mio.), Kanada, Australien, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Spanien (jeweils mindestens 25 Mio.). In ein Land der Europäischen Union wollten hochgerechnet 178 Mio. auswandern, davon 36 Mio. aus einem anderen EU-Mitgliedstaat. Der überwiegende Teil der potenziellen Migration geht von ärmeren in reichere Länder.

Konkrete Pläne



Jedoch nur etwa 1% aller Befragten (hochgerechnet 48 Mio.) wollte in den nächsten zwölf Monaten auswandern. Und nur 0,4% (19 Mio.) hatte bereits mit konkreten Planungen begonnen, etwa mit der Beantragung von Visa oder dem Kauf von Flugtickets. Als Gründe für diese Diskrepanz führen die Autoren zum einen mangelnde Ressourcen, gesundheitliche Probleme oder familiäre Bindungen der potenziellen Migranten an. Zum anderen halte die restriktive Migrationspolitik der Zielstaaten viele von konkreten Planungen ab. Temporäre Migration: Nicht alle potenziellen Migranten wollen ihr Land dauerhaft verlassen, wie eine separate Umfrage von über 141.000 Personen in 119 Ländern in den Jahren 2009/10 ergab. Demnach gaben 26% an, vorübergehend in einem anderen Land arbeiten zu wollen. Dies entspräche rund 1,1 Mrd. Menschen. Auch hier wollten Personen aus dem subsaharischen Afrika am häufigsten wandern (49%). Auf dem amerikanischen Doppelkontinent waren es 37%.

Der Bericht enthält auch Informationen zur Lebenssituation von bereits Ausgewanderten, zu Rücküberweisungen und zur Klimamigration (vgl. MuB 3/11, 10/10, 1/09). me

Weitere Informationen

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  • http://www.iom.int/jahia/Jahia/lang/en/pid/1
  • www.gallup.com



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