Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

7.5.2012

Kurzmeldungen – Welt

USA: Rassismus-Debatte

Der gewaltsame Tod von Trayvon Martin hat in den Vereinigten Staaten eine öffentliche Debatte um Rassismus ausgelöst. Der 17-jährige Teenager afroamerikanischer Herkunft war Ende Februar in Sanford/Florida von einem selbsternannten Nachbarschaftswächter – angeblich aus Notwehr – erschossen worden. Mitte April erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz. Der Tod von Trayvon Martin führte zu Protesten und zu einer öffentlichen Debatte um latenten Rassismus in Gesellschaft, Justiz- und Polizeibehörden. US-Präsident Barack Obama (Demokraten) forderte eine rasche Aufklärung der Tat.
www.topics.nytimes.com

Kanada: Einwanderungsprogramm wird verschärft

Das kanadische Einwanderungssystem soll insgesamt effizienter und flexibler werden, wie Einwanderungsminister Jason Kenney (Reformpartei) im April ankündigte. Am wichtigsten für ihren Erfolg in Kanada sei, dass sich die Einwanderer in einer der beiden Landessprachen gut verständigen können. Ab Juli müssen daher Bewerber, die im Rahmen des regionalen Einwanderungsprogramms (Provincial Nominee Program) im Niedriglohnsektor tätig werden wollen, einen verbindlichen Sprachtest in Englisch oder Französisch bestehen, um einwandern zu können. Bereits in der Vergangenheit hatte Kenney Verbesserungen in den regionalen Einwanderungsprogrammen gefordert (vgl. MuB 2/12). Neben den neuen Anforderungen an diese Einwanderergruppe soll auch das Einbürgerungssystem verschärft werden. Zukünftige kanadische Bürger müssen dann ihre Englisch- oder Französischkenntnisse nachweisen
www.cic.gc.ca

Pakistan: Flucht vor Kämpfen

Im Nordwesten Pakistans ist die Zahl der Binnenflüchtlinge im April dramatisch angestiegen. In der Grenzregion zu Afghanistan, Khyber-Pakhtunkhwa, startete die pakistanische Regierung bereits Ende Januar eine Militäroffensive gegen die Taliban, die in den letzten Wochen weiter ausgeweitet wurde. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen haben nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) von Mitte April bereits rund 181.000 Menschen vertrieben. Nur ein kleiner Teil der Binnenflüchtlinge wird in Aufnahmelagern versorgt, etwa 85 % finden bei Verwandten, Freunden oder in gemieteten Unterkünften Zuflucht. Die Gesamtzahl der durch Militäroperationen Vertriebenen in der Region wird vom UNHCR auf 650.000 Menschen geschätzt.
www.unhcr.de

Anstieg der Asylanträge in Industriestaaten

Neue Konfliktherde sowie weiterhin ungelöste Krisen sind die wesentlichen Gründe für einen starken Anstieg der Asylantragszahlen in den Industriestaaten im vergangenen Jahr (vgl. MuB 3/12, 1/12). Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle UNHCR-Bericht "Asylum Levels and Trends in Industrial Countries". In den 44 betrachteten Ländern wurden im vergangenen Jahr rund 441.300 Asylanträge gestellt, ein Plus von 73.300 bzw. 20 % und der höchste Wert seit 2003 (vgl. MuB 4/11, 4/10, 3/06). Die wichtigsten Herkunftsländer waren Afghanistan (35.700 Anträge), China (24.400), der Irak (23.500), Serbien inklusive Kosovo (21.200) und Pakistan (18.100). Aus den Krisenländern Elfenbeinküste, Libyen, Syrien und Tunesien stellten Flüchtlinge insgesamt etwa 25.300 Anträge, das sind gut 16.700 mehr als 2010. Mit 327.200 Anträgen war Europa die größte Zielregion. Die wichtigsten Zielländer waren die USA mit ca. 74.000 Asylanträgen, gefolgt von Frankreich (51.900), Deutschland (45.700), Italien (34.100) und Schweden (29.600).
www.unhcr.org