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Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

3.8.2012

Kurzmeldungen – Welt

Welt: Millionen neuer Flüchtlinge

Allein im vergangenen Jahr sind weltweit weitere 4,3 Mio. Menschen zur Flucht gezwungen worden, 800.000 davon flohen in ein anderes Land. Dies ist die stärkste Zunahme der Flüchtlingszahlen seit der Jahrtausendwende, wie aus dem Mitte Juni veröffentlichten Jahresbericht Global Trends des UN-Flüchtlingskommissariats hervorgeht. Da viele Flüchtlinge erst nach Jahren – und einige nie – zurückkehren können, lag die Gesamtzahl der Menschen auf der Flucht Ende 2011 bei 42,5 Mio. Davon waren 15,2 Mio. Flüchtlinge in einem anderen Land, 26,4 Mio. Binnenvertriebene und knapp 900.000 Asylbewerber. Trotz der hohen Zahl an Neuvertriebenen ging die Gesamtzahl von Flüchtenden im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück (2010: 43,7 Mio.), da 2011 insgesamt etwa 3,7 Mio. Menschen in ihre Herkunftsgebiete zurückkehren konnten. Die wichtigsten Herkunftsländer von Flüchtlingen waren 2011 Afghanistan (2,7 Mio.), Irak (1,4 Mio.) und Somalia (1,1 Mio.). Vier Fünftel aller Flüchtlinge halten sich in Nachbarländern auf, davon allein 1,7 Mio. in Pakistan. Unter den Industrieländern gewährt Deutschland aktuell den meisten Flüchtlingen Zuflucht (571.700).
www.unhcr.org/4fd85c2c6.html

USA: Präsidentieller Erlass zum DREAM Act

Der zwischen Demokraten und Republikanern umstrittene DREAM Act wird zumindest in Teilen umgesetzt (vgl. MuB 8/11, 8/10). Dies kündigte US-Präsident Barack Obama (Demokraten) am 15. Juni in Washington an. Somit sind junge Migranten, die etwa zusammen mit ihren Eltern illegal in die USA eingereist und im Land aufgewachsen sind, vor einer Abschiebung geschützt. Zudem können sie alle zwei Jahre eine Arbeitsgenehmigung beantragen. Der vormals im DREAM Act vorgesehene vereinfachte Weg zur US-amerikanischen Staatsbürgerschaft ist hingegen nicht mehr enthalten. Der Erlass trat mit sofortiger Wirkung in Kraft. Von der Regelung könnten etwa 800.000 Personen profitieren. Sie betrifft junge Migranten, die vor Vollendung des 16. Lebensjahres in die USA eingereist, jünger als 30 Jahre sind, sich mindestens fünf Jahre durchgängig in den Vereinigten Staaten aufgehalten haben und keine Vorstrafen aufweisen. Zudem müssen sie entweder über einen US-amerikanischen Oberstufenabschluss (Highschool) verfügen oder im Militär gedient haben.
http://adreamact.com/

Syrien: Flüchtlingswelle nach Gewaltausbruch

Aufgrund der intensiven militärischen Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und den Aufständischen in Damaskus, Aleppo und Homs fliehen tausende Syrer aus den Metropolen. Nach Schätzungen des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) verließen allein Ende Juli mehr als 200.000 Menschen die nordsyrische Stadt Aleppo fluchtartig. Die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien in den angrenzenden Staaten ist nach bestätigten Informationen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) inzwischen auf ca. 130.000 gestiegen. Die tatsächliche Zahl liegt womöglich weit darüber. Seit Beginn der syrischen Aufstände im März 2011 sind Schätzungen der jordanischen Regierung zufolge ca. 150.000 Syrer in den südlichen Nachbarstaat geflohen. In der Türkei haben seitdem mehr als 70.000 Syrer Zuflucht gesucht, im Libanon mindestens 34.000. In den Irak sind etwa 32.000 Menschen geflohen, zwei Drittel davon waren nach Syrien ausgewanderte Iraker. In den nordafrikanischen Staaten sollen sich verschiedenen Berichten zufolge zwischen 10.000 und 25.000 Syrer aufhalten.
www.unhcr.org
www.icrc.org

Rücküberweisungen steigen trotz Krise

Die Rücküberweisungen von Migranten sind trotz der weltweiten Finanzkrise stärker angestiegen als erwartet. Dies stellt die Weltbank in einer Anfang Juli veröffentlichten Aktualisierung zu ihrem jährlichen Rücküberweisungsbericht fest. Im vergangenen Jahr seien diese um 12,1 % auf insgesamt 372 Mrd. US-Dollar angestiegen. Die meisten Rücküberweisungen flossen 2011 nach Indien (64 Mrd.), China (62 Mrd.) und Mexiko (24 Mrd.). Rücküberweisungen seien eine wichtige ökonomische Basis der Entwicklungsländer in der Krise, heißt es in dem Bericht. Am stärksten von ihnen abhängig sind die zentralasiatische Republik Tadschikistan (31 % des BIP), das Königreich Lesotho (29 %) und Moldawien (23 %). Die Weltbank prognostiziert bis 2014 einen weiteren Anstieg auf 467 Mrd. US-Dollar. Dieses Wachstum könne sich aber z. B. durch die anhaltende Arbeitslosigkeit in Europa und den USA sowie aufgrund restriktiver Einwan-derungspolitiken verlangsamen.
http://siteresources.worldbank.org