Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

11.9.2012

Kurzmeldungen – Welt

Australien: UNHCR kritisiert Asylpläne

Die Pläne der australischen Labour-Regierung zur Wiedereröffnung von Aufnahmezentren für Asylbewerber auf abgelegenen Inseln im Südpazifik ist bei den Vereinten Nationen auf Kritik gestoßen (vgl. MuB 6/12). Das Hohe Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) warnte Ende August davor, dass dieses Verfahren die Menschenrechte der Asylsuchenden verletzen könne. Auch seien psychologische Probleme bei den Betroffenen zu erwarten. Das UNHCR unterstrich, dass es unter diesen Bedingungen keine Verantwortung übernehmen könne und die australischen Behörden allein für die Betreuung und die juristischen Abläufe verantwortlich seien. Ende August kündigte die australische Regierung zudem an, die Aufnahme von Flüchtlingen im Haushaltsjahr 2012/2013 um 45 % von 13.750 auf 20.000 Flüchtlinge zu erhöhen. Dadurch soll die Inanspruchnahme von Schleusern verringert werden.
www.un.org

Israel: Vorwurf des illegalen Grenzschutzes

Einem im August veröffentlichten Bericht von Amnesty International Israel und drei weiteren israelischen Menschenrechtsorganisationen zufolge sollen israelische Soldaten auf ägyptischem Territorium die Einwanderung afrikanischer Migranten verhindern. Laut Bericht dringen israelische Soldaten regelmäßig mehrere hundert Meter nach Ägypten ein, nehmen Migranten fest und übergeben sie der ägyptischen Polizei. Die Rückführung von Asylsuchenden in Länder, in denen ihnen möglicherweise Verfolgung oder Misshandlung droht, verstößt gegen die Genfer Flüchtlingskonvention. Im aktuellen Jahresbericht von Amnesty International heißt es, dass in Ägypten auf Flüchtlinge geschossen werde und diese in Länder abgeschoben würden, in denen schwere Menschenrechtsverletzungen drohten. Seit 2005 sind nach Schätzungen der israelischen Regierung zwischen 50.000 und 60.000 Afrikaner, vor allem aus Eritrea und dem Sudan, illegal nach Israel eingereist. Israel hat daher seine Einwanderungsgesetze verschärft. Bereits im Dezember 2011 beschloss die israelische Regierung den Bau eines etwa 250 km langen Grenzzauns an der Grenze zu Ägypten (vgl. MuB 1/12, 3/11, 1/10).
http://hotline.org.il

Kanada: Junge Migranten erwünscht

Das kanadische Punktesystem wird mit Beginn des Jahres 2013 reformiert. Dies kündigte Einwanderungsminister Jason Kenney (Konservative) Ende August an. Nach den neuen Regelungen sollen junge Migranten im Alter von 18 bis 35 Jahren bevorzugt werden, indem sie eine höhere Punktezahl bei der Einwanderung erhalten. Ab dem Alter von 36 Jahren wird pro Jahr ein Punkt abgezogen. Die konservative Regierung begründete diesen Schritt damit, dass ältere Arbeitnehmer weniger Erfolg bei der Integration auf dem Arbeitsmarkt hätten. Auch soll die Punktezahl bei solchen Bewerbern erhöht werden, die besonders gute Sprachkenntnisse in Englisch oder Französisch nachweisen können. Punkte für außerhalb Kanadas gesammelte Berufserfahrungen werden hingegen reduziert. Hintergrund der Reform ist die Alterung der kanadischen Gesellschaft (vgl. MuB 2/12). Oppositionsparteien kritisierten die Neuregelung als zu unflexibel.
www.cic.gc.ca