Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

13.11.2012 | Von:
Stefan Alscher
Thomas Hummitzsch

Kurzmeldungen – Europa

Portugal: Verschärfung des Einwanderungsrechts

Eine am 8. Oktober in Kraft getretene Reform des portugiesischen Einwanderungsgesetzes sieht die Abschiebung straffällig gewordener Ausländer sowie weitere Verschärfungen im Ausländer- und Einwanderungsrecht vor. Bei einer Verurteilung zu Haftstrafen von mehr als einem Jahr werden die Aufenthaltsgenehmigungen für Zuwanderer nicht mehr verlängert und eine Abschiebung angeordnet. Zudem werden die Beschäftigung von Ausländern, die ohne gültigen Aufenthaltsstatus in Portugal leben, unter Strafe gestellt, der Familiennachzug erschwert (vgl. Ausgabe 8/12) und sogenannte Scheinehen stärker verfolgt. Die Reform wurde mit den Stimmen der Regierungskoalition aus Sozialdemokraten (PSD, liberal-konservativ) und Konservativen (CDS-PP) verabschiedet. Hintergrund sind die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise und die steigende Arbeitslosigkeit. Im Jahr 2011 wanderten etwa 150.000 Portugiesen in andere EU-Staaten sowie nach Brasilien aus (vgl. Ausgabe 3/12, 2/12, 10/11).
www.en.parlamento.pt

UK: Mehr Geburten durch zugewanderte Mütter

Im Vereinigten Königreich waren im Jahr 2011 fast ein Viertel aller Neugeborenen Kinder zugewanderter Mütter (24,3 %, 196.000; insgesamt 808.000 Geburten). Ende Oktober vom britischen Statistikamt veröffentlichten Daten zufolge ist dies der höchste bislang registrierte Wert (2009: 185.000; 2007: 169.000). In London lag der Anteil der Neugeborenen zugewanderter Mütter sogar bei mehr als der Hälfte aller Geburten. Trotz des Anstiegs ging die durchschnittliche Anzahl von Kindern je Frau bei Zuwanderinnen zurück (2011: 2,28; 2010: 2,43), während sie bei im Vereinigten Königreich geborenen Frauen leicht anstieg (2011: 1,89; 2010: 1,87). Etwa 38 % der von zugewanderten Müttern geborenen Kinder kamen in London zur Welt, 54 % in anderen Teilen Englands, 4 % in Schottland, 2 % in Wales, und 1,5 % in Nordirland. Die zugewanderten Mütter stammen vor allem aus Polen (23.000 Geburten), Pakistan (19.200) und Indien (15.500).
www.ons.gov.uk

Schweiz: Aleviten anerkannt

Das Parlament des Kantons Basel-Stadt hat Mitte Oktober die Aleviten als privatrechtliche Religionsgemeinschaft anerkannt. Die muslimische Gemeinschaft hat im Kanton etwa 6.000 Mitglieder und ist die erste nichtchristliche und nichtjüdische Religionsgemeinschaft, die diesen Status in der Schweiz erhält. Mit dem Status können auch Rechte verliehen werden, etwa zum Erhalt von Einwohnerdaten oder eigene Begräbnisplätze. In der Debatte wurde das Engagement der alevitischen Gemeinde in der Integrationspolitik und beim interreligiösen Dialog gelobt. Bei den Aleviten spielt die islamische Rechtsordnung keine direkte Rolle. Sie sind daher meist besser integriert als konservative Muslime. Auch in Deutschland werden die Integrationsbemühungen der Aleviten anerkannt. Die Stadt Hamburg schloss erst Mitte August eine Art Staatsvertrag mit der alevitischen Gemeinde, in dem die Aleviten als Religionsgemeinschaft anerkannt werden (vgl. Ausgabe 7/12).
www.grosserrat-bs.ch