Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

25.2.2013 | Von:
Stefan Alscher
Vera Hanewinkel

Kurzmeldungen – Welt

Malaysia: Arbeitsmigranten aus Bangladesch

Nach einem rund sechs Jahre dauernden Moratorium hat die malaysische Regierung der Aufnahme neuer Arbeitsmigranten aus Bangladesch zugestimmt. Grund dafür ist vor allem ein Arbeitskräftemangel auf Malaysias Palmölplantagen. Behördenangaben zufolge sollen in den kommenden fünf Jahren rund eine halbe Million ausländische Arbeitskräfte rekrutiert werden, die in der Landwirtschaft, im Baugewerbe, im Dienstleistungssektor und im produzierenden Gewerbe beschäftigt werden. Rund 400.000 Bengalen arbeiten bereits in Malaysia. 2007 hatte die malaysische Regierung die Rekrutierung weiterer bengalischer Arbeitsmigranten verboten, da zahlreiche Berichte die Ausbeutung dieser Personengruppe sowohl durch bengalische Rekrutierungsagenturen als auch malaysische Arbeitgebern kritisiert hatten. Malaysia ist stark auf zusätzliche ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Rund 2 Mio. Arbeitsmigranten halten sich legal im Land auf. Weitere rund 2 Mio. Ausländer haben keine gültige Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis.
www.ibtimes.com/low-pay-steady-work-malaysia-opens-doors-again-bangladeshi-migrant-laborers-1053364

Chile/Brasilien: Mehr Zuwanderung

Angesichts des in den letzten Jahren hohen Wirtschaftswachstums steigt die Zuwanderung in einige lateinamerikanische Staaten weiter an. Daten der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Interamerikanischen Entwicklungsbank zufolge hat Chile zwischen 2006 und 2010 mehr Zuwanderer (317.250) aufgenommen als die wesentlich größeren Wirtschaftsmächte Brasilien (283.560) und Mexiko (275.170). Der Großteil der legalen Zuwanderer nach Chile stammt aus lateinamerikanischen Staaten, vor allem aus dem Nachbarstaat Peru. Zugleich stieg der Anteil von Europäern unter den Zuwanderern. Eine Reform der Migrationspolitik soll die Zuwanderung besonders benötigter Arbeitskräfte zusätzlich erleichtern. Auch die brasilianische Regierung plant, die Zuwanderung zu fördern, um das Wirtschaftswachstum weiter anzukurbeln (vgl. Ausgaben 2/12, 10/11, 5/11). 2012 wurden insgesamt 73.022 Arbeitsvisa vergeben, dies entspricht einem leichten Zuwachs von +3,5 % gegenüber dem Vorjahr (70.524). 2006 belief sich die Zahl der ausgestellten Visa für Arbeitszwecke noch auf 25.400. Trotz dieses Anstiegs benötigt die brasilianische Ökonomie Schätzungen zufolge zusätzlich etwa 20.000 Ingenieure pro Jahr.
www.migracionoea.org/ ... /sicremi_2012_english_report.pdf

Australien: Debatte um Diversität

Anlässlich des Nationalfeiertags am 26. Januar haben sich führende Politiker mit dem Diversitätsbegriff in dem klassischen Einwanderungsland auseinandergesetzt. Zuwanderer stellen etwa ein Viertel der Bevölkerung (2010: 26,8 %), wobei vor allem die Einwanderung aus asiatischen Staaten zuletzt stark angestiegen ist. Jeder zweite Australier hat ein Elternteil, das außerhalb des Landes geboren ist. Premierministerin Julia Gillard (Labor) unterstrich die Bedeutung der ethnischen und kulturellen Diversität als "Schnappschuss unseres Selbstbildes“. Demgegenüber äußerte sich der Sprecher des konservativen Oppositionsbündnisses "Coalition“ Scott Morrison eher skeptisch: "Es kann sicher nicht der Zweck multikultureller Politik sein, dass Australier sich aus religiösen, kulturellen oder ethnischen Gründen von unserer Gesellschaft abkapseln.“ Die Politik solle sich vielmehr auf Gemeinsamkeiten und nicht auf Unterschiede konzentrieren. In mehreren Zeremonien erhielten am "Australia Day“ insgesamt 17.059 Menschen aus 145 Nationen die australische Staatsbürgerschaft.
www.minister.immi.gov.au/ ...

Nigeria: Erleichterung der Visapolitik

Die Regierung will die Visapolitik erleichtern. Dies geht aus Presseberichten von Ende Januar hervor. Die Visavergabe soll vor allem für Fachkräfte sowie Investoren vereinfacht und beschleunigt werden. Durch die Liberalisierung der Visavergabe sollen die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert, ausländische Investitionen erleichtert und damit wirtschaftliches Wachstum gefördert werden. Bislang können nur Staatsbürger der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS visafrei nach Nigeria einreisen. An den Grenzen tätige Beamte sollen zudem Schulungen zum Umgang mit ausländischen Besuchern erhalten.

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