Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

22.3.2013 | Von:
Stefan Alscher
Thomas Hummitzsch
Fatma Rebeggiani

Kurzmeldungen – Welt

Kanadier wollen weniger Zuwanderung

Etwa 70 % der Kanadier sind für strengere Zuwanderungsregeln. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Forum Research" hervor, die am 8. März veröffentlicht wurde. Auch zwei Drittel (66 %) derjenigen Kanadier, deren Eltern im Ausland geboren sind, und 58 % der zugewanderten und später eingebürgerten Kanadier sprachen sich für eine restriktivere Einwanderungspolitik aus. Etwa die Hälfte der Befragten (49 %) will die Zuwanderung auf jene Staaten beschränken, die "kanadische Werte" teilen würden. 60 % sprachen sich für die Beibehaltung mehrfacher Staatsbürgerschaften aus. Eine große Mehrheit (81 %) befürwortet den Nachzug direkter Familienangehöriger (Ehepartner und Kinder), während sich fast zwei Drittel (63 %) dagegen aussprachen, dass auch Eltern, Großeltern und erwachsene Kinder von Zuwanderern nachziehen dürfen. Hauptherkunftsländer der Zuwanderer nach Kanada sind derzeit China (2012: 32.990 Personen), die Philippinen (32.704) und Indien (28.889).
www.forumresearch.com

Mexiko: Rücküberweisungen gesunken

Sowohl die Rücküberweisungen von mexikanischen Migranten als auch die ausländischen Direktinvestitionen in Mexiko sind laut Angaben der Bank BBVA Bancomer gesunken. Insgesamt schickten mexikanische Migranten 2012 22,4 Mrd. Dollar (ca. 17,1 Mrd. Euro) in ihr Herkunftsland, dies entspricht einem Rückgang von 1,6 % gegenüber 2011. Die ausländischen Direktinvestitionen gingen von 20,4 Mrd. Dollar (2011) auf 20 Mrd. Dollar (2012) zurück. Hintergrund dieser Entwicklung ist das langsame Wirtschaftswachstum in den USA, dem Hauptzielland mexikanischer Migranten, und der damit zusammenhängende Trend eines Rückgangs der mexikanischen Zuwanderung (vgl. Ausgabe 4/12). Hinzu kommen schärfere Kontrollen an der Grenze und im Inland der USA (vgl. Ausgabe 6/11), hohe Abschiebezahlen (vgl. Ausgabe 8/12) und die anhaltende Gewalt in den vom "Drogenkrieg" betroffenen mexikanischen Regionen (vgl. Ausgaben 5/12, 4/11). Vor der Weltwirtschaftskrise beliefen sich die Rücküberweisungen nach Mexiko noch auf 26 Mrd. Dollar (2007) bzw. 27 Mrd. Dollar (2008). Einer Studie der BBVA Bancomer zufolge sind etwa 1,4 Mio. mexikanische Familien direkt von Rücküberweisungen abhängig. Der durchschnittliche Überweisungsbetrag beläuft sich auf monatlich 290 Dollar (ca. 222 Euro).
www.bbvaresearch.com/...

UN: Bereits über 1 Mio. syrische Flüchtlinge

Die Zahl der Syrer, die vor dem Bürgerkrieg im eigenen Land ins Ausland geflohen sind, hat laut UN-Angaben die Marke von 1 Mio. überschritten. Die Krise in Syrien bewege sich immer mehr auf ein "unvorstellbares Desaster" zu, sagte der UN-Flüchtlingskommissar António Guterres bei der Vorstellung dieser Zahlen Anfang März. Allein seit Anfang Januar seien ca. 400.000 Menschen aus Syrien geflohen, darunter etwa die Hälfte Kinder. Die Nachbarländer seien mit dem Flüchtlingsstrom stark überlastet. So habe die Türkei bislang 600 Mio. Euro für die Einrichtung von 17 Flüchtlingslagern aufgebracht. In Deutschland verstärken Pro Asyl, die Kirchen und die Opposition ihren Druck auf Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, anstatt die deutsche Hilfe auf finanzielle Unterstützung zu beschränken (vgl. Ausgaben 1/13, 9/12, 8/12). Am 20. März verkündete Friedrich, dass Deutschland etwa 5.000 syrische Flüchtlinge aufnehmen werde. Die ersten könnten im Juni in Deutschland eintreffen.
www.unhcr.de/...
www.bmi.bund.de

Saudi-Arabien: Amnestieregelung angekündigt

Die Regierung plant Medienberichten zufolge eine Amnestie für irregulär eingereiste Arbeitsmigranten. Arbeitsminister Adel Fakeih hat Ende Februar Pläne vorgestellt, denen zufolge Einwanderer ohne Aufenthaltstitel ein Ausreisevisum erhalten würden, ohne Strafzahlungen befürchten zu müssen. Bislang drohen undokumentierten Migranten, die in ihre Herkunftsländer zurückkehren wollen, Geldstrafen und Inhaftierung. Darüber hinaus soll mit der vereinfachten Ausreisemöglichkeit das erklärte Regierungsziel, mehr Jobs für Saudis zu schaffen, unterstützt werden. Nach dem Ausbruch der weltweiten Wirtschaftskrise schickten die Golfstaaten tausende Arbeitsmigranten in ihre Herkunftsländer zurück (vgl. Ausgabe 8/09).
www.bpb.de/gesellschaft/migration/dossier-migration/150735/golfstaaten

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Autoren: Stefan Alscher, Thomas Hummitzsch, Fatma Rebeggiani für bpb.de
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