Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

17.6.2013 | Von:
Vera Hanewinkel
Fatma Rebeggiani
Stefan Alscher

Kurzmeldungen - Welt

Tschad: Warnung vor Flüchtlingskatastrophe

Die internationale medizinische Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" warnt in einer Pressemitteilung vom 26. April vor einer Flüchtlingskatastrophe im Tschad. Angesichts erneuter Unruhen in der sudanesischen Region Darfur fliehen derzeit immer mehr Menschen über die Grenze ins Nachbarland. Allein seit Anfang März seien rund 50.000 Flüchtlinge im Tschad eingetroffen, um sich vor der Gewalt in ihrem Heimatland in Sicherheit zu bringen. In der Grenzregion Tissi im Südosten des Tschad, wo sich die meisten Flüchtlinge aufhalten, drohe eine humanitäre Katastrophe. Es gebe kein funktionierendes Krankenhaus, Kranke könnten daher nur in einer Notfallambulanz versorgt werden. Darüber hinaus habe im Südosten des Landes bereits die Regenzeit begonnen. Dadurch könnten die Zufahrtswege zu den provisorischen Flüchtlingscamps bald unpassierbar und die Versorgung der Flüchtlinge erschwert werden. Täglich treffen etwa 300 weitere Flüchtlinge aus dem Sudan im Tschad ein.
www.aerzte-ohne-grenzen.de, www.unhcr.de

Myanmar: Diskriminierung der Minderheit der Rohingya

Im Gliedstaat Rakhine im Westen Myanmars haben die Behörden zweier Städte Ende Mai eine landesweit bestehende Regelung bekräftigt, nach der bei der überwiegend muslimischen Minderheit der Rohingya lediglich zwei Kinder pro Familie akzeptiert würden. Unerklärt blieb, mit welchen Sanktionen Familien mit mehr Kindern zu rechnen hätten. Laut Angaben der lokalen Regierung sei die hohe Geburtenrate der Rohingya die Ursache der Unruhen zwischen Buddhisten und Muslimen im Land. Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi äußerte Ende Mai gegenüber Journalisten Kritik an der 2-Kind-Politik des Landes, die nur für die Rohingya gelte. Sie sei nicht mit den Menschenrechten vereinbar. Die etwa 800.000 in Myanmar lebenden Rohingya sind diversen Diskriminierungen ausgesetzt. Sie gelten als staatenlos und werden von den Behörden als illegal aus Bangladesch Eingewanderte behandelt. Regelmäßig kommt es im Land zu gewalttätigen Übergriffen der buddhistischen Bevölkerung auf die Rohingya, bei denen allein in den vergangenen 14 Monaten über 150 Menschen starben (vgl. Ausgaben 9/12, 2/09).
www.un.org

USA: Mehr Hispanoamerikaner an Colleges

Der Anteil hispanoamerikanischer Schulabsolventen ("high school graduates"), die sich an einer tertiären Bildungseinrichtung ("College") einschreiben, war 2012 mit 69 % erstmals höher als der Anteil nicht-hispanischer Weißer (67 %). Dies geht aus einer Untersuchung des renommierten Pew Hispanic Centers hervor, die Anfang Mai vorgestellt wurde. Die Autoren des Berichts vermuten, dass die seit 2008 steigende Einschreibungsrate hispanoamerikanischer Schulabsolventen mit den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zusammenhängt. Junge Hispanoamerikaner haben seitdem auf dem Arbeitsmarkt schlechtere Chancen auf einen Berufseinstieg, sodass sie sich stattdessen entscheiden, einen weiterführenden Bildungsweg einzuschlagen. Bei anderen Indikatoren, wie etwa der Einschreibung für ein länger dauerndes vierjähriges College-Programm oder oder dem Abschluss eines Bachelor-Studiums, weisen Hispanoamerikaner weiterhin niedrigere Werte als nichthispanische Weiße auf.
www.pewhispanic.org

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Autoren: Vera Hanewinkel, Fatma Rebeggiani, Stefan Alscher für bpb.de
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