Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

4.4.2014 | Von:
Stefan Alscher

Ausländeranteil in Deutschland auf Rekordniveau

Zum Jahresende 2013 lebten mehr als 7,6 Mio. ausländische Staatsangehörige in Deutschland. Dies geht aus Daten des Ausländerzentralregisters hervor, die Anfang März vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurden. Dabei handelt es sich um die höchste erfasste Zahl von ausländischen Staatsbürgern in Deutschland seit der Einführung ihrer Erhebung im Jahr 1967. Hohe Zuwächse waren aus Syrien sowie den mittel- und südosteuropäischen Staaten zu verzeichnen.

Ausländische Bevölkerung in Deutschland 2012/2013Ausländische Bevölkerung in Deutschland 2012/2013 (© Migration & Bevölkerung)

Gemäß den am 7. März veröffentlichten Daten lebten zum 31. Dezember 2013 insgesamt 7.633.628 ausländische Staatsbürger in Deutschland. Das entspricht einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 9,5 % (2012: 9,0 %). Damit setzte sich der Trend eines wachsenden Ausländeranteils der vergangenen Jahre fort. Nicht berücksichtigt sind Doppelstaatsbürger mit einer deutschen Staatsbürgerschaft sowie eingebürgerte Personen, die ihren Herkunftspass abgegeben haben.

44,1 % der ausländischen Staatsbürger in Deutschland kommen aus einem EU-Mitgliedstaat und 25,2 % aus Ländern, die als EU-Beitrittskandidaten gelten. So stellen türkische Staatsangehörige mit 1,5 Mio. Menschen zwar weiterhin die mit Abstand größte Gruppe (20,3 %), aufgrund von Einbürgerungen und Fortzügen wird diese jedoch kontinuierlich kleiner (-1,6 %). Staatsbürger aus den asiatischen Staaten stellen 12,6 % der ausländischen Bevölkerung, gefolgt von den Bürgern aus dem sonstigen Europa (9,4 %), aus afrikanischen (4,2 %) sowie den nord- und südamerikanischen Staaten (3,1 %) zusammen.

Wenngleich die neuen Bundesländer relativ hohe Zuwachsraten bei der ausländischen Bevölkerung (9,8 % bis 13,4 %) verzeichnen, lebt mit 7.258.446 Personen der weitaus größte Teil in den alten Bundesländern einschließlich Berlins. Nur 305.182 ausländische Staatsangehörige leben in den fünf östlichen Ländern.

Der Zuwachs der ausländischen Bevölkerung betrug im vergangenen Jahr 419.920 Personen (vgl. Ausgaben 5/13, 1/12), der höchste Wert seit dem Jahr 1992. Während Anfang der 1990er vor allem Asyl- und Spätaussiedlermigration eine zentrale Rolle spielten, basiert der Anstieg der letzten Jahre vor allem auf Zuwanderung aus EU-Staaten im Zuge der EU-Freizügigkeit (vgl. Ausgabe 5/12). Insgesamtwanderten im vergangenen Jahr 518.753 Personen mehr nach Deutschland ein als aus. Zum Wachstum trug ein Geburtenüberschuss von 14.203 Personen bei. Aufgrund von Einbürgerungen wurden auch 113.036 Abgänge aus dem Ausländerzentralregister (AZR) verzeichnet.

Nimmt man ausschließlich die 419.920 Neuzugänge im Jahr 2013 in den Blick, dann fällt auf, dass drei Viertel davon EU-Bürger sind – viele aus den so genannten EU10-Staaten, die 2004 der EU beigetreten sind (siehe Tabelle). Aus diesen Ländern, insbesondere aus Ungarn (+28.216) und Polen (+77.480), verzeichnete Deutschland hohe Zuwanderungszahlen. Auch aus den jüngsten EU-Mitgliedstaaten Rumänien (+62.372), Bulgarien (+28.069) und Kroatien (+15.572) war ein relativ hoher Zuwachs gegenüber dem Vorjahr zu beobachten, was mit der Ausweitung der Freizügigkeit auf diese Herkunftsländer zusammenhängen dürfte (vgl. Ausgaben 6/13, 3/13, 1/12). Aus den von der Euro-Krise stark betroffenen südeuropäischen Staaten (vgl. Ausgabe 3/12) wanderten im vergangenen Jahr 63.719 Personen zu. Auch die Neuzuwanderung aus Staaten außerhalb der Europäischen Union ist gegenüber 2012 leicht gestiegen. Auffällig ist hier vor allem der gestiegene Zuzug von Syrern (+16.457) und Russen (+14.201). Hintergrund sind der Bürgerkrieg in Syrien (vgl. Ausgabe 7/13, 3/12) sowie die Konflikte in der russischen Teilrepublik Tschetschenien.

Im AZR werden die Daten von Personen gespeichert, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und sich mindestens drei Monate im Land aufhalten bzw. aufgehalten haben. Die Basisdaten des AZR, darunter Staatsangehörigkeiten, Aufenthaltstitel und -dauer sowie Zu- und Fortzüge, werden jährlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.

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Autor: Stefan Alscher für bpb.de
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