Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

4.4.2014 | Von:
Thomas Hummitzsch
Fatma Rebeggiani
Stefan Alscher

Kurzmeldungen – Deutschland

Fachkräftemangel in 20 Berufsgruppen

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit herrscht in 20 Berufsgruppen aus technischen Bereichen sowie im Gesundheits- und Pflegesektor Fachkräftemangel. Dem gegenüber stehen ungenutzte Arbeitsmarktpotenziale, denn die Quoten bei der Arbeitsmarktbeteiligung u. a. von Menschen mit Migrationshintergrund liegen deutlich unter der des Bevölkerungsdurchschnitts, wie der zweite Fortschrittsbericht zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung zeigt. Würden Menschen mit Migrationshintergrund die bundesweiten Durchschnittswerte bei Arbeitszeit (ca. 36 h) und Erwerbstätigkeit (77,5 %) erlangen, entspräche dies einem Arbeitsmarktbeteiligungspotenzial von 37,8 Mio. Wochenarbeitsstunden. Wenngleich sich ihre Erwerbstätigkeit positiv entwickelt hat (2006: 61,6 %; 2010: 65,8 %; 2012: 68,7 %), ist die Arbeitslosenquote immer noch überproportional hoch. Obwohl sie nur ein Fünftel der Gesamtbevölkerung ausmachen, gehörte im Juni 2013 jeder dritte Arbeitslose zu dieser Personengruppe. Die durchschnittliche Arbeitszeit von Menschen mit Migrationshintergrund ist seit 2006 sogar gesunken.

Zum Thema:

Migranten sollen in ihren Familien die Herkunftssprache sprechen

Wenn Migranten mit ihren Kindern nicht ihre Herkunftssprache, sondern Deutsch sprechen, hat das nicht unbedingt einen positiven Effekt auf deren deutschen Spracherwerb. Dies ist das Resultat einer Studie, die das Berliner Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS) mit etwa 100 russischsprachigen Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren und ihren Familien durchgeführt hat. Die Eltern der Kinder sind Einwanderer der ersten Generation. Sie sprachen bis zum Kita-Besuch ihrer Kinder nur Russisch mit ihnen. Anschließend sprach ein Teil der Eltern zuhause mit den Kindern Deutsch, um den Erwerb der deutschen Sprache zu fördern. Die Umstellung ihrer Sprachpraxis auf Deutsch führte zu keinem Vorteil gegenüber jenen Kindern, deren Eltern weiter Russisch mit ihnen sprachen. Vielmehr würden die Kenntnisse der Muttersprache verkümmern, langfristig könne dies zu Identitäts- und Beziehungsproblemen führen, heißt es in einer Mitteilung des ZAS.

Mehr Abschiebungen in 2013

Im Verlauf des Jahres 2013 wurden 10.197 Menschen aus Deutschland abgeschoben, davon 7.289 (71,5 %) mit dem Flugzeug und 2.908 (28,5 %) auf dem Landweg. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervor (BT-Drs. 18/782), die Mitte März veröffentlicht wurde. Die Zahl der Abschiebungen ist im Vergleich zum Vorjahr 2012 (7.651 Fälle) stark gestiegen (vgl. Ausgabe 3/13) und hat den höchsten Wert seit 2006 (13.894 Fälle) erreicht. Abschiebungen werden bei abgelehnten Asylbewerbern, die eine Ausreise verweigern, sowie bei ausländischen Staatsbürgern ohne bzw. nicht mehr gültigen Aufenthaltspapieren angeordnet. Am häufigsten wurden 2013 Staatsangehörige der Russischen Föderation (2.100), Serbiens (2.017), des Kosovo (846), Mazedoniens (760) und der Türkei (346) abgeschoben. Mehrere Fluggesellschaften wurden mit Zwangsgeldern in Höhe von insgesamt 2,6 Mio. Euro belegt, da sie Personen ohne Einreisedokumente nach Deutschland befördert hatten.

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Autoren: Thomas Hummitzsch, Fatma Rebeggiani, Stefan Alscher für bpb.de
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