Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

5.9.2014 | Von:
Marcus Engler
Thomas Hummitzsch
Vera Hanewinkel

Kurzmeldungen – Welt

Türkei: Konflikte um syrische Flüchtlinge

In der Türkei ist es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Konflikten zwischen syrischen Flüchtlingen einerseits sowie der türkischen Bevölkerung und Sicherheitskräften andererseits gekommen. In verschiedenen Landesteilen soll es nach Angaben der türkischen Behörde für Katastrophenmanagement (AFAD) auch gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben haben. Mitte August eskalierte die Situation in der nahe der syrischen Grenze gelegenen Stadt Gaziantep, wo syrische Flüchtlinge inzwischen etwa ein Zehntel der Bevölkerung ausmachen. Nachdem ein syrischer Flüchtling mutmaßlich seinen türkischen Vermieter erstochen hatte, griffen türkische Bewohner das Gebäude an, in dem die Flüchtlinge lebten und zündeten Autos mit syrischen Kennzeichen an. Die Behörden reagierten auf die Vorfälle mit der Umverteilung von Flüchtlingen auf andere Orte. Der AFAD-Generaldirektor Fuat Oktay forderte daraufhin die internationale Gemeinschaft auf, die Türkei stärker zu unterstützen. Dies könnte finanziell oder logistisch geschehen, etwa durch den Bau von neuen Flüchtlingsunterkünften oder Schulen. Nach AFAD-Angaben leben in der Türkei derzeit rund 285.000 syrische Flüchtlinge in Flüchtlingslagern sowie mehr als 900.000 in Städten, häufig in überfüllten Wohnungen oder auf der Straße (vgl. Ausgaben 7/12, 3/12). Allein in Istanbul sollen sich etwa 300.000 syrische Flüchtlinge aufhalten. Insgesamt soll die Zahl syrischer Flüchtlinge in den Nachbarstaaten auf über 3 Mio. gestiegen sein, darunter über eine Million Kinder (vgl. Ausgaben 4/14, 10/13, 8/13).

Zum Thema:

Neuseeland: Klimaflüchtlinge erstmals anerkannt

NeuseelandNeuseeland (© Burak Korkmaz)
Das Einwanderungsgericht in Neuseeland hat in einem Asylverfahren erstmals den Klimawandel als Fluchtgrund anerkannt. In dem verhandelten Fall ging es um ein aus Tuvalu stammendes Ehepaar, das 2007 mit einem Besuchervisum nach Neuseeland eingereist war und wiederholt versucht hatte, langfristige Aufenthaltstitel für sich und ihre 2008 und 2011 in Neuseeland geborenen Töchter zu erlangen. Ende 2012 beantragten sie Flüchtlingsschutz aus humanitären Gründen, da sie bei einer Rückkehr nach Tuvalu von den direkten und sozioökonomischen Folgen des Klimawandels bedroht würden (vgl. Kurzdossier Klimawandel und Migration). In der Anfang Juni getroffenen, aber erst im August veröffentlichten Entscheidung (Az. NZIPT 501370-371) wurden neben der guten Integration der Familie sowie dem Interesse der in Neuseeland aufgewachsenen Kinder auch die Klimawandelfolgen für die Familie berücksichtigt. Die Lebensbedingungen auf Tuvalu stellten demnach "außergewöhnliche Umstände humanitärer Art" dar, so dass eine Abschiebung "ungerecht oder übermäßig hart" sei. Noch im letzten Jahr hatte das oberste Straf- und Zivilgericht Neuseelands einen ähnlichen Asylantrag abgelehnt (vgl. Ausgaben 10/13, 3/11, 1/09).

Zum Thema:

USA/Honduras: Abkommen zum Informationsaustausch geschlossen



Die Einwanderungsbehörde der USA und die honduranische Polizei haben ein Abkommen zur engeren Zusammenarbeit geschlossen. Demnach wollen die Behörden beider Länder Informationen über straffällig gewordene honduranische Staatsangehörige austauschen, die ohne Papiere oder Visa in die USA eingewandert sind und von dort wieder in ihr Herkunftsland abgeschoben werden sollen. Hintergrund des Abkommens ist die zunehmende Zahl illegal in die USA einreisender Minderjähriger aus Mittelamerika (vgl. Ausgabe 6/14). Allein aus Honduras kamen im ersten Halbjahr 2014 17.582 unbegleitete minderjährige Migranten (27,9 %) in die USA. Damit führt Honduras derzeit die Statistiken vor Guatemala (15.733), El Salvador (14.591) und Mexiko (13.675) an, das noch im Vorjahr das Hauptherkunftsland dieser Einwanderergruppe war. Die US-amerikanische Heimatschutzbehörde schätzt, dass die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Migranten bis 2015 auf insgesamt 150.000 Personen ansteigen wird.

Zum Thema:

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Marcus Engler, Thomas Hummitzsch, Vera Hanewinkel für bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE und der Autoren/-innen teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.