Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

12.12.2014 | Von:
Vera Hanewinkel
Stefan Alscher
Rainer Ohliger

Kurzmeldungen – Deutschland

Integrationskurse weiter stark nachgefragt

Im ersten Halbjahr 2014 ist die Zahl der Teilnehmer an den vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) koordinierten Integrationskursen auf 100.240 (+27,7 % zum Vorjahreszeitraum) gestiegen. Dies ist die höchste Teilnehmerzahl seit der Einführung der Integrationskurse durch das Zuwanderungsgesetz im Jahr 2005, wie aus der aktuellen Integrationskursgeschäftsstatistik des BAMF hervorgeht (vgl. Ausgabe 5/04). Insbesondere die Zahl der Kursteilnehmer aus EU-Mitgliedstaaten ist gestiegen (+46,5 %). Die Integrationskurse sind weiterhin das zentrale Instrument der Integrationspolitik des Bundes zur Unterstützung des Spracherwerbs von Zugewanderten. Deutschkenntnisse sollen insbesondere die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtern. Die Situation von Migranten auf dem Arbeitsmarkt war auch das zentrale Thema des diesjährigen Integrationsgipfels im Kanzleramt Anfang Dezember, der unter anderem auf die Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund bei der Ausbildungs- und Stellensuche aufmerksam machte (vgl. Ausgabe 3/14).

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Mikrozensus 2013: Bevölkerung mit Migrationshintergrund wächst



In Deutschland lebten 2013 etwa 16,5 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund "im weiteren Sinn" (2009: 16 Mio., + 3,2 %, vgl. Ausgabe 7/10) und 15,9 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund "im engeren Sinn" (2012: 15,3 Mio., + 3,8 %, vgl. Ausgabe 10/13). Das geht aus den Daten des Mikrozensus 2013 hervor, die das Statistische Bundesamt am 14. November veröffentlichte. Zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund "im engeren Sinn" zählen alle Zugewanderten, in Deutschland geborene Ausländer sowie Deutsche mit Migrationshintergrund, wenn diese zusammen mit mindestens einem Elternteil in einem Haushalt leben. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund "im weiteren Sinne" umfasst zusätzlich all jene Deutsche mit Migrationshintergrund, die nicht mehr mit ihren Eltern in einem Haushalt leben. Daten für diese Gruppe werden nur alle vier Jahre erhoben (2005, 2009, 2013). Im Berichtsjahr 2013 wurde die Bevölkerung mit Migrationshintergrund auf der Basis des Zensus 2011 neu berechnet. Ebenso wurden die Daten für 2011 und 2012 auf der Grundlage des Zensus 2011 revidiert, so dass die hochgerechneten Daten von den Berichten aus den Vorjahren abweichen. Während etwa ein Drittel der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland geboren ist (6 Mio.), sind die restlichen zwei Drittel aus dem Ausland zugewandert (10,5 Mio.). 9,7 Mio. der Personen mit Migrationshintergrund sind deutsche Staatsbürger.

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Integration ist gruppen- und generationsspezifisch



Integration erfolgt vor allem generations-, teils aber auch gruppenspezifisch. Dies geht aus den Ergebnissen der Studie "Integration gelungen? Die fünf größten Zuwanderergruppen in Baden-Württemberg im Generationenvergleich" hervor, die das baden-württembergische Integrationsministerium am 28. November vorstellte. Die von der Universität Konstanz durchgeführte Erhebung befragte 2.566 Personen mit Wurzeln in der Türkei, im ehemaligen Jugoslawien, in Italien, in der ehemaligen Sowjetunion und in Polen sowie 500 Deutsche ohne ausländische Familienbiografie. Insgesamt wurden neun Themenbereiche abgedeckt, darunter Einbürgerung, Bildung und Arbeit, Sprache, Werteinstellungen und religiöses Leben. Bei allen Gruppen stiegen die Parameter für Integration im Generationenverlauf deutlich an. Allerdings gäbe es im Gruppen- und Generationenvergleich, aber auch nach Integrationsfeldern signifikante Unterschiede, heißt es in der Studie. So seien die Einbürgerungszahlen italienisch- und türkischstämmiger Personen bis in die dritte Generation deutlich geringer. Generationsübergreifend zeige sich außer bei Personen mit Wurzeln in den ehemaligen Sowjetrepubliken eine höhere religiöse Bindung.

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Autoren: Vera Hanewinkel, Stefan Alscher, Rainer Ohliger für bpb.de
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