Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

Kurzmeldungen – Welt


12.12.2014

Welternährungsprogramm muss Lebensmittelrationen für Flüchtlinge reduzieren



Aufnahme syrischer Flüchtlinge durch Nachbarländer 2012Aufnahme syrischer Flüchtlinge durch Nachbarländer 2012 (© Burak Korkmaz, www.bkorkmaz.com)
Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen kann Dank einer erfolgreichen Spendenkampagne die syrischen Flüchtlinge weiter mit Nahrungsmitteln versorgen. Das teilte das WFP am 9. Dezember mit, nachdem es zuvor die Ernährungshilfe für 1,7 Millionen syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern aufgrund von finanziellen Engpässen hatte einstellen müssen. Die neuen Gelder stammen von Unternehmen und Einzelpersonen, die dem Spendenaufruf des WFP gefolgt sind und insgesamt 1,8 Millionen Dollar gespendet haben. Neben US-Amerikanern und Kanadiern haben vor allem Privatspender aus Syrien die Kampagne unterstützt, um ihren Landsleuten zu helfen. Die Versorgung der Flüchtlinge kann nun im Dezember in vollem Umfang erfolgen. Die finanziellen Engpässe waren einerseits entstanden, weil einige Geberländer zugesagte Mittel nicht überwiesen hatten. Andererseits resultieren sie aus der großen Zahl der Menschen, die aktuell auf der Flucht sind und versorgt werden müssen. Die UN zählte 2014 insgesamt 52 Mio. Schutzsuchende (vgl. Ausgabe 6/14).

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Australien: Inhaftierung von Asylsuchenden verstößt gegen internationales Recht



AustralienAustralien (© Burak Korkmaz)
Die australische Asylpolitik verstößt mehrfach gegen internationales Recht. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der UN-Anti-Folterkommission (CAT), der auf einer gemeinsamen Faktensammlung mehrerer australischer Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen basiert und am 28. November vorgestellt wurde. Darin werden Praktiken wie die Inhaftierung minderjähriger Asylsuchender in Massenunterkünften, das Festhalten von Migranten in Auffanglagern und Notunterkünften sowie die menschenunwürdigen Bedingungen in diesen Lagern kritisiert. Erst im Frühjahr hatte das UN-Flüchtlingshilfswerk in einem Bericht die hygienischen Verhältnisse sowie die medizinische Versorgung in den Aufnahmeeinrichtungen in Papua-Neuguinea als völkerrechtswidrig bezeichnet. Das CAT kritisierte auch die politischen Initiativen und Gesetzesvorschläge der australischen Regierung, die auf Abschreckung und Zwangsrückführung von irregulär Einwandernden oder Staatenlosen zielen. Dazu zählt auch die Praxis der Offshore-Asylverfahren, bei denen die australischen Behörden Flüchtlinge in Nachbarländern festhalten (vgl. Ausgaben 8/14, 4/14, 6/13).

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OECD: Zuwanderung steigt weiter leicht an



OECDOECD (© Burak Korkmaz)
Die dauerhafte Zuwanderung in die Industriestaaten ist 2013 auf 4 Mio. Neuzuwanderer angestiegen (+1,1 %). Dies teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am 1. Dezember mit. In dem jährlich erscheinenden Internationalen Migrationsausblick weist die OECD darauf hin, dass der Anstieg der Zuwanderung in die OECD-Staaten auf die erhöhte Inanspruchnahme von Freizügigkeitsregelungen zwischen den OECD-Staaten zurückzuführen ist. Ohne den Anstieg der Zuwanderung nach Deutschland (+16 % auf 465.000) wäre die Zuwanderung in die OECD-Staaten allerdings leicht rückläufig. Länder wie Portugal (-12 % auf 27.000), Japan (-5 % auf 64.000) und die USA (-4 % auf 990.000) verzeichneten sinkende Zuwanderungszahlen.

Anteilig an der Gesamtbevölkerung wanderten jedoch die meisten Menschen in die Schweiz (1,6 %), Norwegen (1,2 %) und Australien (1,1 %) ein. Aufgrund des fortwährenden Syrien-Konfliktes (vgl. Ausgaben 8/14, 4/14) hat sich die Zahl der Asylgesuche in den 34 Mitgliedstaaten der OECD in 2013 um 20 % auf 560.000 Anträge erhöht. In Deutschland wurden die meisten Asylanträge gestellt (110.000), gefolgt von den USA (68.000) und Frankreich (60.000). Die Zahl der Asylbewerber habe jedoch kaum Einfluss auf die Höhe der dauerhaften Zuwanderung, heißt es im Migrationsausblick, da in manchen Ländern nur eine Minderheit einen dauerhaften Status erhalte und laufende Asylverfahren nicht zur dauerhaften Zuwanderung gezählt werden.

Nachholbedarf sehen die Experten bei der Anerkennung berufsqualifizierender Abschlüsse, da zugewanderte Hochqualifizierte mit geringerer Wahrscheinlichkeit einer Beschäftigung nachgehen als im Inland Geborene (77 % zu 84 %) und meist unter ihren Qualifikationen tätig seien (vgl. Ausgaben 3/14, 2/13).

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