Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

Kurzmeldungen - Welt


29.1.2015
Die Einwanderung französischer Juden nach Israel nimmt zu, aus einem aktuellen Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hervor, dass sich die Lage syrischer Flüchtlinge in Jordanien zunehmend verschlechtert, in den nordnigerianischen Bundesstaaten Adamawa, Borno und Yobe sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks etwa 850.000 Menschen als Binnenvertriebene auf der Flucht vor Gewalt, und in der zwischen Indien und Pakistan umstrittenen Grenzregion Kaschmir waren zum Jahreswechsel Tausende Menschen auf der Flucht.

Israel: Einwanderung französischer Juden nimmt zu



IsraelIsrael (© Burak Korkmaz)
Nach dem terroristischen Anschlag auf einen koscheren Supermarkt in Paris mit vier jüdischen Opfern (siehe S. 2) erwartet Israel einen Anstieg der Zuwanderung aus Frankreich. Medienberichten zufolge rechnet Einwanderungsministerin Sofa Landver (Israel Beitenu, rechtsorientiert-nationalistisch) mit bis zu 15.000 französisch-jüdischen Neuzuwanderern. Bereits 2014 wanderten mehr als 7.000 französische Juden nach Israel ein, doppelt so viele wie im Vorjahr (2013: 3.293). Franzosen bildeten damit bereits das zweite Jahr in Folge die größte Gruppe jüdischer Einwanderer, vor Russen (2014: 4.830) und US-Amerikanern (2014: 3.870). Als Gründe für die gestiegenen Zahlen französisch-jüdischer Einwanderer gelten die Wirtschaftskrise und der zunehmende Antisemitismus in Frankreich. Insgesamt wanderten im vergangenen Jahr 26.500 jüdische Migranten nach Israel ein. Das israelische Rückkehrrecht gewährt Juden weltweit die Einwanderung nach Israel sowie die israelische Staatsangehörigkeit (vgl. Ausgabe 7/08).

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UN-Bericht zur Lage syrischer Flüchtlinge in Jordanien



Die Lage syrischer Flüchtlinge in Jordanien verschlechtert sich zunehmend. Das geht aus einem aktuellen Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hervor, der sich auf Informationen von etwa 150.000 befragten Flüchtlingen stützt. Demnach leben zwei Drittel der rund 620.000 Bürgerkriegsflüchtlinge, die in Jordanien Schutz gesucht haben, unter der nationalen Armutsgrenze von monatlich 96 US-Dollar pro Person. Nach drei Kriegsjahren seien die Ersparnisse der meisten Flüchtlinge aufgebraucht, heißt es in dem Bericht, immer mehr Betroffene seien auf humanitäre Unterstützung angewiesen. 84 % der syrischen Flüchtlinge lebten außerhalb der beiden größten Flüchtlingscamps Zaatari und Azraq im Norden des Landes, viele von ihnen in heruntergekommenen Gebäuden am Stadtrand, ohne Strom und Zugang zur Gesundheitsversorgung (vgl. Ausgabe 2/14). Die Kinder der ärmsten Flüchtlingsfamilien gingen dem Bericht zufolge häufig nicht zur Schule, weil sie arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen (vgl. Ausgabe 10/13). Angesichts der Ergebnisse des Berichts forderte UNHCR-Sprecher Andrew Harper die internationale Gemeinschaft auf, sich noch stärker zu engagieren. In den letzten Monaten war es immer wieder zu Engpässen bei der Versorgung syrischer Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln gekommen (vgl. Ausgabe 9/14). Derzeit sind in der Region 3,7 Mio. syrische Flüchtlinge beim UNHCR registriert. Nur 6 % aller syrischen Flüchtlinge haben in Europa Schutz gesucht.

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Nigeria: Flucht vor Gewalt im Norden



In den nordnigerianischen Bundesstaaten Adamawa, Borno und Yobe sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks etwa 850.000 Menschen als Binnenvertriebene auf der Flucht vor Gewalt. Weitere 135.000 Menschen sind in die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad geflohen. In den drei Bundesstaaten mit überwiegend muslimischer Bevölkerung wurde bereits im Mai 2013 der Ausnahmezustand verhängt. Die nigerianische Armee kämpft dort gegen die islamistische Boko Haram, die in Nordnigeria einen sogenannten Gottesstaat auf Grundlage der Scharia errichten will. Zu diesem Zweck verübt sie unter anderem Terroranschläge sowie Entführungen von jungen Frauen und Mädchen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte, dass die nigerianische Armee nicht genug gegen die Islamisten unternehme und überdies Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen begehe.


Indien/Pakistan: Flucht aus Kaschmir-Region



In der zwischen Indien und Pakistan umstrittenen Grenzregion Kaschmir waren zum Jahreswechsel Tausende Menschen auf der Flucht. Der Grund sind erneute Gefechte zwischen indischen und pakistanischen Truppen. Seit der Teilung des indischen Subkontinents durch die ehemalige britische Kolonialmacht 1947 besteht der Konflikt um das im Himalaya-Gebirge gelegene Gebiet. Die Region Kaschmir wurde aufgeteilt, beide Staaten beanspruchen jedoch das gesamte Gebiet für sich. Im indischen Teil leben etwa 10 Mio. Menschen, im pakistanischen rund 5 Mio. Nachdem der indische Ministerpräsident Narendra Modi (BJP, konservativ-nationalistisch) im August 2014 weitere Friedensgespräche abgesagt hatte, haben die Konflikte in der Grenzregion seit Oktober 2014 wieder zugenommen. Allein in der ersten Januarwoche flohen Presseberichten zufolge etwa 10.000 Personen aus dem indischen Teil Kaschmirs.

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Autoren: Rainer Ohliger, Vera Hanewinkel, Stefan Alscher für bpb.de
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