Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

Migration und Bevölkerung Ausgabe 2/2015

Die meisten deutschen Staatsangehörigen, die aus Deutschland auswandern, kehren später wieder hierher zurück. Das ist das Ergebnis der Studie "International Mobil", die diese freiwilligen Wanderungsbewegungen auf die Formel "Brain Circulation" statt "Brain Drain" herunterbricht. Auch in Polen ist Auswanderung ein wichtiges Thema. 2013 lebten 2,2 Mio. polnische Staatsangehörige im Ausland. Aktuell verzeichnet das Land eine steigende Zuwanderung aus der benachbarten Ukraine, aus der immer mehr Menschen fliehen. Das Thema Asyl spielt dennoch kaum eine Rolle. Weltweit befinden sich immer mehr Menschen auf der Flucht. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet mit 300.000 Asylanträgen im Jahr 2015. Wenige Menschen suchen in Deutschland Zuflucht bei den Kirchen, um eine erneute Prüfung ihres Antrags zu erreichen. Nun wird um das Kirchenasyl gestritten. Dietlind Jochims, Pastorin und Vorsitzende der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft "Asyl in der Kirche" erklärt im Interview, wie Kirchenasyl funktioniert und warum Kirchengemeinden Geflüchtete aufnehmen, die zur Prüfung ihres Asylantrags in einen anderen EU-Staat überstellt werden sollen. Die zunehmende Internationalisierung der Bevölkerung stellt die Bildungssysteme vor Herausforderungen. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass Deutschland weit davon entfernt ist, die in der Europäischen Union verabredeten Bildungsziele zu erreichen. Die Lasten tragen vor allem die Menschen mit Migrationshintergrund. Welche Konsequenzen Einwanderungspolitik langfristig hat, darauf macht das Länderprofil Südafrika aufmerksam, indem es zeigt, wie die rassistischen Selektionskriterien von Kolonialzeit und Apartheid bis heute nachwirken.

Dietlind Jochims

Migration und Bevölkerung Ausgabe 02/2015

Interview: "Es geht uns nicht um die Zahl von Kirchenasylen, sondern um die Menschen"

Beim Kirchenasyl werden Geflüchtete ohne rechtmäßigen Aufenthaltsstatus von Kirchengemeinden beherbergt, um in Härtefällen eine Abschiebung zu verhindern und die erneute Prüfung des Asylantrags zu erreichen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte den Kirchen zuletzt vorgeworfen, sich mit dieser Praxis über geltendes Recht zu stellen, und damit eine Debatte um eine Verschärfung des Kirchenasyls eingeleitet. Migration und Bevölkerung sprach mit der Pastorin und Vorsitzenden der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft "Asyl in der Kirche", Dietlind Jochims , über die Hintergründe der Diskussion.

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Rangfolge der Aus- und Rückwanderungsgründe (Mehrfachnennungen möglich)

Migration und Bevölkerung Ausgabe 02/2015

Wanderungsbewegungen deutscher Staatsangehöriger: "Brain Circulation" statt "Brain Drain"

Anfang März veröffentlichten der Forschungsbereich des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration, das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) und die Universität Duisburg-Essen gemeinsam die Studie "International Mobil. Motive, Rahmenbedingungen und Folgen der Aus- und Rückwanderung deutscher Staatsbürger". Die Ergebnisse liefern aussagekräftige und belastbare neue Erkenntnisse zur Frage, wer auswandert, welche Motive dabei eine Rolle spielen und welche individuellen und gesellschaftlichen Folgen internationale Mobilität hat.

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Migration und Bevölkerung Ausgabe 02/2015

Chancengleichheit als Schlüsselherausforderung der Bildungspolitik

Bildung gehört zu den politischen Kernthemen der Europäischen Union, um Wachstum und Stabilität langfristig zu gewährleisten. Immer stärker werden dabei inklusive Bildungsansätze als wegweisend erachtet, weil sie vorhandenen Chancenungleichheiten entgegenwirken. Gerade bezogen auf Menschen mit Migrationshintergrund ergeben sich zahlreiche bildungspolitische Herausforderungen, die angegangen werden müssen. In Deutschland werden europapolitische Strategien wie "Europa 2020" jedoch noch immer nicht hinreichend umgesetzt.

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Migration und Bevölkerung Ausgabe 02/2015

Polen: Aktuelle Entwicklungen fordern neue migrationspolitische Ansätze

Immer mehr Menschen aus der Ukraine suchen angesichts der bewaffneten Auseinandersetzungen im Osten des Landes Zuflucht in Polen. Aufgrund der zugleich anhaltend hohen Auswanderungszahlen strebt die polnische Regierung inzwischen eine aktivere Migrationspolitik an – auch mit Blick auf Zuwanderer aus dem Osten.

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Südafrika

Migration und Bevölkerung Ausgabe 02/2015

Südafrika: Die Apartheid wirkt immer noch nach

Südafrika zählt zu den wirtschaftlich aufstrebenden BRICS-Staaten und gilt als Wirtschaftsmotor in der Region südliches Afrika. Seit der Kolonialisierung durch Niederländer und Briten im 17. und 18. Jahrhundert hat das Land Einwanderer aus Europa und anderen Teilen der Welt angezogen. Die Migrationspolitik war jedoch insbesondere während der Apartheid von rassistischen Selektionskriterien geprägt – ein Erbe, das bis heute nachwirkt.

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Migration und Bevölkerung Ausgabe 02/2015

Kurzmeldungen – Deutschland

Das Bundesverfassungsgericht entscheidet, daß ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrerinnen nicht mit der Religionsfreiheit vereinbar ist, die Diskussion um ein Einwanderungsgesetz innerhalb der großen Koalition hält an, die gezielte Förderung der Arbeitsmarktintegration von Asylbewerbern fällt bislang gering aus und die Mehrheit der Deutschen ist der Meinung, dass Zuwanderer positiv aufgenommen würden.

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EU-Mitgliedstaaten & -beitrittskandidaten

Migration und Bevölkerung Ausgabe 02/2015

Kurzmeldungen - Europa

Die Europäische Union will im Umgang mit der steigenden Zuwanderung aus Drittländern eine neue "Europäische Migrationsagenda" ausarbeiten, der österreichische Nationalrat verabschiedet ein umstrittenes Islamgesetz und die im Januar von der EU-Grenzschutzagentur Frontex lancierte "Nachricht" über den führerlosen und in Seenot geratenen Frachter "Blue Sky M" hat sich als falsch erwiesen.

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USA

Migration und Bevölkerung Ausgabe 02/2015

Kurzmeldungen - Welt

Die Umsetzung der von US-Präsident Barack Obama per Präsidenten-Erlass angeordneten Einwanderungsreform wurde im letzten Moment per einstweiliger Verfügung gestoppt, mehrere zehntausend Flüchtlinge aus Myanmar sollen seit Anfang März aus China in das Nachbarland zurückgeschickt worden sein und 47.700 in Pakistan lebende Afghanen ohne Aufenthaltspapiere haben seit Jahresbeginn das Land Richtung Afghanistan verlassen.

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